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Das glauben wir

Begegnungen in Assisi

Redaktion am 24.05.2022

DSC 0168 Foto: Hans-Peter Eggerl
Auf dem Monte Subasio über Assisi

Aufstehen, Computer einschalten und den ganzen Tag Vorlesungen am Bildschirm verfolgen, zwei Jahre lang sah so der Alltag von Studierenden aus. Corona hatte auch das Leben an den Universitäten völlig verändert, Begegnungen waren nicht mehr möglich: Die Hörsäle blieben leer, ihre Mitstudenten und Professoren sahen die jungen Studierenden nicht mehr persönlich, sondern nur mehr in Videokonferenzen auf briefmarkengroßen Bildern am Computerbildschirm.

Die Erleich­te­rung, dass es ab die­sem Som­mer­se­mes­ter wie­der anders wer­den kann, ist groß und so wur­de die Mög­lich­keit mit­ein­an­der nach Assi­si zu fah­ren, freu­dig genutzt. Prof. Hans Mendl und Dr. Hans-Peter Eggerl vom Lehr­stuhl für Reli­gi­ons­päd­ago­gik der Uni Pas­sau und Andre­as Paul vom Schul­re­fe­rat des Bis­tums Pas­sau orga­ni­sier­ten die Rei­se. Mit dem Bus ging es für die 36 Assisi­pil­ger früh­mor­gens von Pas­sau aus über den noch win­ter­lich ver­schnei­ten Bren­ner in das schon früh­lings­haf­te Umbri­en. Das früh­lings­haf­te Wet­ter wur­de genutzt, um vie­le Orte, die im Leben des Hei­li­gen Fran­zis­kus bedeut­sam waren, zu Fuß zu erkun­den. Es gehört zum Kon­zept der Stu­di­en­fahrt, dass die Stu­die­ren­den das Pro­gramm auch inhalt­lich mit­ge­stal­ten“, erklärt Prof. Mendl, des­we­gen berei­tet jeder Exkur­si­ons­teil­neh­mer bereits zu Hau­se ein The­ma vor und erklärt vor Ort wie ein Reis­füh­rer der Grup­pe die Hin­ter­grün­de zu einer Kir­che, einem Klos­ter oder einem beson­de­ren Ort im Leben des Hl. Fran­zis­kus.“ So erschlie­ßen die Teil­neh­mer sich selbst und den Mit­rei­sen­den bedeu­ten­de Orte, die an Fran­zis­kus erin­nern, wie die Basi­li­ca San Fran­ces­co mit dem Grab des Hei­li­gen oder die Basi­li­ka Sanc­ta Maria degli Ange­li, die die klei­ne Por­ti­unku­la Kapel­le umschließt, in der Fran­zis­kus gestor­ben ist. 

Für den Hei­li­gen Fran­zis­kus war Armut das zen­tra­le The­ma, wie man die­ses Ide­al heu­te noch leben kann, dar­über unter­hiel­ten sich die ange­hen­den Reli­gi­ons­leh­re­rin­nen mit den Fran­zis­ka­ne­rin­nen von Sie­ßen, bei denen Sie an einem Vor­mit­tag in ihrem Casa del­la Pace“ (Haus des Frie­dens) zu Gast waren. Das Gespräch mit den Ordens­frau­en war für vie­le ein Höhe­punkt der Rei­se, weil die Freu­de und Tie­fe spür­bar wur­de, mit der die Schwes­tern ihren Glau­ben leben. 

Die Rei­se nach Assi­si soll mehr sein als eine rei­ne Stu­di­en­ex­kur­si­on auf der die Stu­die­ren­den Wis­sen sam­meln, sie soll auch den eige­nen Glau­ben ver­tie­fen und so zu einer Pil­ger­fahrt wer­den“, umreißt Andre­as Paul das Anlie­gen der Rei­se. Damit das mög­lich wird, gehört das Gespräch mit den Schwes­tern, die Unter­brin­gung in einer ein­fa­chen Pil­ger­her­ber­ge — statt in einem schi­cken Hotel — und selbst­ver­ständ­lich die Fei­er von Got­tes­diens­ten und Gebets­zei­ten dazu. 

Alle zwei Jah­re und ins­ge­samt zum fünf­ten Mal fährt das Schul­re­fe­rat des Bis­tums zusam­men mit dem Depart­ment für Katho­li­sche Theo­lo­gie der Uni Pas­sau nach Assi­si, das zeigt wie gut die Koope­ra­ti­on zwi­schen der Uni­ver­si­tät und der Kir­che im Bis­tum läuft“, resü­mie­ren Dr. Eggerl und Prof. Mendl. Für die Stu­die­ren­den frei­lich war es dies­mal ein ganz beson­de­res Erleb­nis, zumal nach zwei Jah­ren rei­ner Online­leh­re end­lich wie­der Begeg­nun­gen mög­lich waren, unter­ein­an­der, mit den Leh­ren­den und das Gan­ze an Orten vol­ler Geschichten.

Text: Andre­as Paul