Kirche vor Ort

Asamkirche auf Großbildleinwand

Thomas König am 07.05.2019

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Das Staatliche Bauamt Passau errichtete im Rahmen der Innenrestaurierung der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Aldersbach als Abtrennung zur Baustelle eine Großbildleinwand mit Darstellung des Kircheninnenraumes. Der Vorraum, in dem das Großbild besichtigt werden kann, ist seit Mai 2019 für Besucher zugänglich.

Sechs Jah­re Bau­zeit sind für die Innen­re­stau­rie­rung der Pfarr­kir­che Mariä Him­mel­fahrt geplant. In die­ser Zeit ist das gesam­te Lang­haus des Kir­chen­schiffs durch Depot- und Werk­statt­räu­me belegt, die zwei Geschos­se hoch über dem Lai­en­ge­stühl errich­tet wur­den und in denen der­zeit die Aus­stat­tungs­ele­men­te der Sei­ten­al­tä­re, Gemäl­de und Plas­ti­ken, die Auf­sät­ze des Chor­ge­stühls, der Beicht­stüh­le und wei­te­re Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de für die Zeit der Innen­re­stau­rie­rung ein­ge­la­gert wer­den. Die­se Holz­ein­bau­ten erfol­gen aus denk­mal­pfle­ge­ri­schen Grün­den, damit die kunst­his­to­risch wert­vol­le Kir­chen­aus­stat­tung auch wäh­rend der Restau­rie­rung im Kir­chen­raum ver­blei­ben kann, um mög­li­che Schä­den ver­ur­sacht durch kli­ma­ti­sche Ver­än­de­run­gen oder Trans­por­te zu vermeiden. 

Auch die nicht demon­tier­ba­ren Altar­auf­bau­ten erhal­ten Schutz­be­klei­dun­gen aus Holz. Über den Depots und den Werk­statt-Platt­for­men wird ab der zwei­ten Jah­res­hälf­te über den gesam­ten Kir­chen­raum ein Raum­ge­rüst errich­tet, von dem aus die Stuck­plas­tik und die Fres­ken des Decken­ge­wöl­bes restau­riert wer­den kön­nen. Mit die­sen Bau­stel­len-Ein­bau­ten wird von dem Kir­chen­raum und sei­ner Aus­stat­tung nur noch wenig zu sehen sein. Daher ist es wäh­rend der Bau­zeit kaum mehr mög­lich, die ele­gan­te Wand­pfei­ler­kir­che mit Stuck­ar­bei­ten und Fres­ken der berühm­ten Gebrü­der Asam und der exqui­si­ten Innen­aus­stat­tung von bedeu­ten­den Bild­hau­ern wie Joseph Mat­thi­as Götz oder Joseph Deutsch­mann zu besich­ti­gen, was vor dem Hin­ter­grund der tou­ris­ti­schen Bedeu­tung der Asam­kir­che für die Gemein­de Alders­bach und den För­der­kreis Klos­ter Alders­bach sehr schmerz­lich ist.

Um auch wäh­rend der Bau­zeit zumin­dest einen bild­haf­ten Ein­druck des kunst­voll gestal­te­ten Innen­rau­mes der baro­cken Mari­en­kir­che ver­mit­teln zu kön­nen, hat das Staat­li­che Bau­amt Pas­sau den Kir­chen­vor­raum unter der Empo­re für Besu­cher begeh­bar abge­trennt und als Bau­zau­ner­satz eine Groß­lein­wand ein­ge­baut, auf der der Kir­chen­in­nen­raum abge­bil­det ist. Das Lein­wand­bild mit den beein­dru­cken­den Maßen von 14,50 m Brei­te und 7,30 m Höhe zeigt den Chor­raum in der gesam­ten Brei­te mit Hoch­al­tar und Sei­ten­al­tä­ren. Die foto­gra­fi­sche Auf­nah­me, die Lein­wand­kon­zep­ti­on und Mon­ta­ge über­nahm die Fir­ma Mar­cel Peda Peda­gra­fie aus Pas­sau, die das Bild trotz der gro­ßen Dimen­sio­nen in hoher Detail­schär­fe und fal­ten­frei mon­tiert in die Rea­li­tät umsetz­te. Ab 1. Mai wird der Vor­raum über das West­por­tal der Kir­che für Besu­cher zugäng­lich sein. Zuvor ist der Raum noch gesperrt, da aktu­ell Boden­be­lä­ge aus Holz­werk­stoff zum Schutz der alten Stein­fuß­bö­den ange­lie­fert und ver­legt wer­den. Auch in Zukunft muss über die­sen Zugang die Anlie­fe­rung der Bau­ma­te­ria­li­en erfol­gen, daher wird es immer wie­der zu vor­über­ge­hen­den Schlie­ßun­gen des Vor­rau­mes kom­men, z. B. für die Errich­tung des Raum­ge­rüsts. Fol­gen­de wei­te­re Bau­leis­tun­gen sind in die­sem Jahr geplant: der Abbau der Orgel, die Ein­hau­sung der orts­fes­ten Ein­rich­tungs­ge­gen­stän­de, die Erneue­rung der durch auf­stei­gen­de Feuch­tig­keit geschä­dig­ten Wand­put­ze im Kir­chen­raum sowie die not­wen­di­gen betriebs­tech­ni­schen Instal­la­ti­ons­ar­bei­ten für Hei­zung und Elektro. 

Bild­in­for­ma­ti­on:
Bild links und Bild Mit­te: 14,50 m Brei­te sowie 7,30 m Höhe misst das Lein­wand­bild im Vor­raum der Alders­ba­cher Asam­kir­che. Es zeigt den Chor­raum in der gesam­ten Brei­te mit Hoch­al­tar und Sei­ten­al­tä­ren. Durch die geöff­ne­ten Tür­flü­gel in der Lein­wand sieht man in den Bau­stel­len­be­reich mit dem Hoch­al­tar im Hin­ter­grund. (Fotos: Mar­cel Peda) Bild rechts: Bei der Besich­ti­gung der fer­tig gestell­ten Groß­bild­lein­wand zeig­ten sich Alders­bachs Bür­ger­meis­ter Harald May­r­ho­fer (links) und Ltd. Bau­di­rek­tor Nor­bert Sterl vom Staat­li­chen Bau­amt Pas­sau beein­druckt von der Grö­ße und dem Detail­reich­tum des Bil­des. (Foto: Felix Viemann)

Im Rah­men der Innen­re­stau­rie­rung der Asam­kir­che in Alders­bach wer­den Putz und Stuck am Decken­ge­wöl­be gesi­chert, die Fres­ken und Fas­sun­gen der Raum­scha­le sowie der Aus­stat­tung restau­riert, u. a. der Hoch- und Sei­ten­al­tä­re, der Kan­zel, der Beicht­stüh­le und des Orgel­pro­spekts. Eben­so wer­den die Ein­bau­ten aus Natur­stein wie Epi­ta­phi­en, Chor­schran­ke und die Boden­be­lä­ge instand­ge­setzt sowie die betriebs­tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen wie Beleuch­tung, Hei­zung, Laut­spre­cher­an­la­ge und Lied­an­zei­ge auf den aktu­el­len Stand der Tech­nik gebracht. Die Kos­ten der Restau­rie­rung wer­den auf 15,3 Mil­lio­nen Euro geschätzt. 40 Pro­zent trägt der Frei­staat Bay­ern, 60 Pro­zent die Diö­ze­se Passau. 

Text: Nobert Sterl (Lei­ter des Hoch­baus am Staat­li­chen Bau­amt Passau)

Fotos: Mar­cel Peda und Felix Viemann