Bistum

Bistumsrat tagt in Niederaltaich

Redaktion am 22.02.2024

IMG 6149 Susanne Schmidt

Ziel der mehrtägigen Sitzung war die gemeinsame Beratung darüber, wie das Bistum Passau heute Kirche sein kann, um in sich ändernden Zeitumständen Gott und den Menschen zu dienen.

In der ers­ten Hälf­te des Febru­ars fand in der Abtei Nie­der­al­taich die vier­tä­gi­ge Sit­zung des Bis­tums­ra­tes statt. Die­ser besteht aus dem Dom­ka­pi­tel, den Deka­nen, den Ordi­na­ri­ats­rä­tin­nen und – räten und Mit­glie­dern des Diö­ze­san­ra­tes. Ziel der mehr­tä­gi­gen Sit­zung war die gemein­sa­me Bera­tung dar­über, wie das Bis­tum Pas­sau heu­te Kir­che sein kann, um in sich ändern­den Zeit­um­stän­den Gott und den Men­schen zu dienen.

Neben den inten­si­ven, ergeb­nis­rei­chen und von einer geist­li­chen Atmo­sphä­re gepräg­ten Bera­tun­gen wird ein hal­ber Tag der Tagung immer einem gemein­sa­men Aus­flug gewid­met. In die­sem Jahr war das Ziel die Syn­ago­ge in Strau­bing, in der die Lei­te­rin der jüdi­schen Gemein­de, Anna Zis­ler, das Gre­mi­um über­aus gast­freund­lich emp­fing, durch die Syn­ago­ge führ­te und Ein­bli­cke in jüdi­sche Reli­gio­si­tät in Strau­bing gab.

Es war beein­dru­ckend zu sehen und zu hören, wie sich das gläu­bi­ge Leben unse­rer älte­ren Brü­der und Schwes­tern‘ auch in Strau­bing schon lan­ge behei­ma­tet hat – trotz aller Bedro­hun­gen und Wir­run­gen in den ver­gan­ge­nen Zei­ten bis heu­te“, so Bischof Ste­fan Oster. Bedrü­ckend ist aber auch zu hören, dass die Gemein­de heu­te wie­der den Schutz der Poli­zei benö­tigt und vie­le gläu­bi­ge Juden sehr beun­ru­higt sind ange­sichts der in jüngs­ter Zeit wie­der auf­kom­men­den anti­se­mi­ti­schen Vor­komm­nis­se in unse­rer Gesell­schaft.“ Anna Zis­ler sprach offen über die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen und ihren Umgang: 

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Mir ist Auf­klä­rungs­ar­beit aus dem Grund so wich­tig, weil auch heu­te noch über den jüdi­schen Glau­ben wir­re Geschich­ten und Vor­ur­tei­le aus der Nazi­zeit kur­sie­ren. Wir müs­sen vor jün­ge­ren Men­schen über unse­ren Glau­ben reden, damit sie ver­ste­hen, dass eine Syn­ago­ge ver­gleich­bar ist mit einer Kir­che. Damit sie ver­ste­hen, dass jüdi­sche Men­schen die glei­chen Pro­ble­me, Sor­gen und Hoff­nun­gen haben wie alle ande­ren Men­schen. Wir wol­len, dass unse­re Kin­der gesund sind, dass sie eine gute Schul­zeit haben, wir wol­len in der Arbeit zufrie­den sein. Ein ganz nor­ma­les Leben füh­ren, wie es jeder Mensch will. Und das ver­su­che ich den jun­gen Men­schen zu verdeutlichen.“

Bischof Oster zeig­te sich dank­bar und beein­druckt: Für uns als Chris­ten ist es beson­ders wich­tig, die gegen­sei­ti­ge Ver­bun­den­heit zu beto­nen: Unser Herr Jesus war ein Jude, sei­ne Mut­ter Maria und der hl. Josef waren Juden, die zwölf Apos­tel waren Juden und die ers­ten Chris­ten sind alle aus dem Juden­tum her­vor­ge­gan­gen. Wenn wir uns das durch den Kopf und das Herz gehen las­sen – und zugleich mit dem hl. Pau­lus beken­nen, dass Gott wirk­lich treu ist, dann ist der Bund Got­tes — für uns beschrie­ben im so genann­ten Alten Tes­ta­ment bzw. im alten Bund — unge­kün­digt! Gott geht mit sei­nem aus­er­wähl­ten Volk durch die Zeit und wir als Glie­der des neu­en Bun­des gehen auch an ihrer Sei­te. Jede Form von Anti­se­mi­tis­mus ist für uns Chris­ten heu­te unmög­lich. Denn wir sind auch im Glau­ben Kin­der des einen Vaters.“

Eine wei­te­re Sta­ti­on führ­te auf den Bogen­berg, einen der wich­tigs­ten Wall­fahrts­or­te in Nie­der­bay­ern. Das Muse­um in unmit­tel­ba­rer Nähe zur Wall­fahrts­kir­che zeigt in ein­drucks­vol­len Aus­stel­lun­gen Kul­tur und Geschich­te der Wall­fahrt sowie des baye­ri­schen Wap­pens. Die Muse­ums­lei­te­rin Bar­ba­ra Mich­al führ­te die Mit­glie­de­rin­nen und Mit­glie­der des Bis­tums­rats durch das Muse­um und die Kir­che und erklär­te Hin­ter­grün­de und geschicht­li­che Entwicklungen.

Am Ende des Tages wur­de ein aus­schei­den­des Mit­glied des Bis­tums­ra­tes ver­ab­schie­det: Prä­lat Lud­wig
Lim­brun­ner. Durch sei­nen Ein­tritt in den Ruhe­stand schied er aus der Deka­n­ekon­fe­renz aus. Der Bischof wür­dig­te sei­ne Arbeit und dank­te für sein Wir­ken: Gemein­sam haben wir auf sei­ne akti­ve Zeit in der Kir­che von Pas­sau dank­bar und humor­voll zurück­ge­schaut. Ich freue mich sehr, in unse­rem Bis­tum eine Pries­ter­ge­stalt wie Lud­wig Lim­brun­ner zu wis­sen, der für vie­le Men­schen prä­gend war und ist.“

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