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Das glauben wir

Brotstempel zeigen: Brot ist kostbar!

Mareen Maier am 03.08.2021

August21 brotstempel info-icon-20px Foto: Mareen Maier

„Unser täglich Brot gib uns heute…“ – die Bitte um das täglich Brot ist im „Vaterunser“, dem bekanntesten Gebet der Christen, fest verankert. Doch wie sieht es mit der Dankbarkeit für dieses Grundnahrungsmittel aus? Ein altes Brauchtum hilft dabei, die Wertschätzung für Brot neu zu entdecken und zum Ausdruck zu bringen.

Schon in der Anti­ke benutz­ten Men­schen so genann­te Brot­s­tem­pel“, die vor dem Backen in den Laib Brot gedrückt wur­den und das fer­ti­ge Brot schließ­lich mit Moti­ven zier­ten. Die­se alte Tra­di­ti­on wur­de durch die Jahr­hun­der­te getra­gen. Auch heu­te noch wer­den Stem­pel genutzt, um bei­spiels­wei­se die Her­kunft oder das Gewicht des Bro­tes anzu­zei­gen. Und: Es gibt auch Brot­s­tem­pel mit reli­giö­sen Moti­ven, die als Wei­he­zei­chen gebraucht wer­den. Der Reli­gi­ons­päd­ago­gin Rena­te Pongratz aus Büch­lberg, die im Pas­sau­er Dom­la­den tätig ist, ist die­ser alte Brauch gut ver­traut. Vor Jah­ren hat­te sie einen Brot­s­tem­pel von Mise­re­or, der als Sym­bol der Hoff­nung und Soli­da­ri­tät mit den Armen die Welt­ku­gel mit einem Keim­ling zeigt, ent­deckt. Die­ser ist bei Rena­te Pongratz seit­her pri­vat und im Rah­men der Solibrot“-Aktion, die das katho­li­sche Hilfs­werk und der Katho­li­sche Deut­sche Frau­en­bund all­jähr­lich ver­an­stal­ten, im Ein­satz. Weil der Mise­re­or-Brot­s­tem­pel nicht mehr ver­kauft wird, war Pongratz auf der Suche nach Alter­na­ti­ven. Fün­dig wur­de sie vor einem hal­ben Jahr in einer Hei­mat­zei­tung. Dar­in wur­de ein Brot­s­tem­pel aus Eichen­holz vor­ge­stellt, der als Motiv ein Kreuz und die Buch­sta­ben IHS“ für Jesus, Hei­land, Selig­ma­cher“ trägt und damit tra­di­tio­nel­len Brot­s­tem­peln von frü­her nach­emp­fun­den ist. 

Indem wir dem Brot die­sen Stem­pel auf­drü­cken, heißt das, dass das täg­li­che Brot unter Got­tes Segen zur Stär­kung wer­den soll.”

Renate Pongratz

Eben die­ser Brot­s­tem­pel ist nun auch im Pas­sau­er Dom­la­den erhält­lich. Indem wir dem Brot die­sen Stem­pel auf­drü­cken, heißt das, dass das täg­li­che Brot unter Got­tes Segen zur Stär­kung wer­den soll. So ver­gisst man nie, aus wes­sen Hand das Lebens­mit­tel Brot kommt“, erklärt Pongratz. Ihr selbst ist die­ser Brauch sehr wich­tig – und sie hofft, dass die Wie­der­ent­de­ckung der Brot­s­tem­pel dazu bei­tra­gen kann, die Wert­schät­zung für Brot zu erhöhen.

Brotstempel groß1 info-icon-20px Foto: Lisa Baumann

Rena­te Pongratz stammt aus einer klei­nen Dorf­bä­cke­rei, ist mit dem Geruch von frisch geba­cke­nem Brot im Haus auf­ge­wach­sen. Die­ser Geruch hat sich ein­ge­brannt – eben­so wie die Demut, die in ihrer Fami­lie vor dem müh­sam her­stell­ten Nah­rungs­mit­tel herrscht. Aller­dings sei nicht unbe­dingt ein Stem­pel nötig, um das Brot zu seg­nen – das gehe bei­spiels­wei­se auch, indem die Ober­flä­che mit einem Mes­ser in Kreuz­form ein­ge­schnit­ten wird. Ihre Groß­mutter in der Bäcke­rei habe das immer so gemacht. Ich weiß noch ganz genau, wie ich sie ein­mal gefragt habe, war­um sie das tut. Sie hat geant­wor­tet, dass sie das macht, weil vie­le Leu­te das Brot nicht mehr seg­nen, bevor sie es anschnei­den. Des­halb also hat sie es in Kreuz­form ein­ge­schnit­ten, damit jeder Laib Brot Got­tes Segen ein­ge­ba­cken bekommt“, erin­nert sich Pongratz zurück. Zudem gibt es neben der Kenn­zeich­nung des Bro­tes auf der Ober­flä­che wei­te­re Mög­lich­kei­ten, das Brot ins rech­te Licht zu rücken – lie­be­voll bestick­te Brot­deck­chen zum Bei­spiel. Auch das war frü­her üblich. Man hat das Brot auf ein schö­nes Deck­chen gelegt. Ein­ge­stickt waren oft die Buch­sta­ben IHS‘ oder ein Segens­wusch wie Dan­ke für das täg­lich Brot‘“, erzählt Pongratz. 

Ihr Tipp für Krea­ti­ve: Der Brot­s­tem­pel kann nicht nur für das Brot selbst genutzt wer­den. In Kom­bi­na­ti­on mit Stoff­mal­far­ben las­sen sich mit dem Stem­pel schö­ne und indi­vi­du­el­le Brot­deck­chen gestalten.

Info: Der Brot­s­tem­pel ist im Pas­sau­er Dom­la­den in zwei ver­schie­de­nen Grö­ßen erhält­lich. Zudem gibt es wei­te­re Pro­duk­te rund ums Brot backen, wie bei­spiels­wei­se Bücher.