Kirche vor Ort

Botschaft der Liebe und Hoffnung

Redaktion am 29.01.2025

Info Icon Foto: Rebecca Sürth

Am Sonntag, 26. Januar fand in der Heilig-Geist-Kirche in Burghausen ein außergewöhnlicher Gottesdienst statt: Der erste katholische Queer-Gottesdienst des Bistums Passau zog zahlreiche Gläubige, Unterstützer und Interessierte an. Unter dem Motto: „Jede:r ist Willkommen!“ stand der Abend im Zeichen der Vielfalt, des Respekts und der Inklusion. Zur Erklärung: Queer ist, in aller Kürze, ein Sammelbegriff für Menschen, die aus dem heterosexuellen Raster fallen (z.B. schwul, lesbisch oder bisexuell sind) oder sich nicht einer bestimmten Geschlechteridentität zuordnen.

Der Got­tes­dienst wur­de beglei­tet durch den Que­er-Seel­sor­ger der Diö­ze­se Pas­sau, Hans-Peter Eggerl und orga­ni­siert von der AG Que­er Burg­hau­sen“ des Bis­tums, die sich für die Gleich­be­rech­ti­gung und Akzep­tanz quee­rer Men­schen inner­halb der Kir­che ein­setzt. Wir möch­ten zei­gen, dass Glau­be und sexu­el­le Iden­ti­tät oder Ori­en­tie­rung kei­nen Wider­spruch dar­stel­len“, erklär­te Rebec­ca Sürth, Lei­te­rin der Selbst­hil­fe­grup­pe. Die Pre­digt hielt Micha­el Vogt, Diö­ze­san­seel­sor­ger der Katho­li­schen Land­volk­be­we­gung KLB. Kaplan Vogt beton­te, dass die Lie­be bedin­gungs­los sei: Wir alle sind Geschöp­fe Got­tes, und die­se Lie­be kennt kei­ne Aus­nah­men. Es ist wich­tig, Räu­me zu schaf­fen, in denen sich jeder Mensch will­kom­men und wert­ge­schätzt fühlt.“ Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de der Got­tes­dienst von Mit­glie­dern aus dem Cam­pus Chor Burg­hau­sen“ und dem Fein­klang Chor Neuöt­ting“, der moder­ne spi­ri­tu­el­le Lie­der wie bei­spiels­wei­se Heal the World“ von Micha­el Jack­son mit tra­di­tio­nel­len Ele­men­ten ver­band. In einem Gebet nach der Kom­mu­ni­on wur­den Hoff­nun­gen, Ängs­te vor Ableh­nun­gen, Schmerz aber auch Hoff­nung und Ver­söh­nung vor Gott gebracht.

Für vie­le der Anwe­sen­den war der Got­tes­dienst ein bedeu­ten­der Moment. Es hat so gut­ge­tan, einen Raum zu haben, in dem ich mei­nen Glau­ben leben kann, ohne Angst vor Ableh­nung zu haben“, beton­te einer der jun­gen Gläu­bi­gen, der sich selbst als schwul und katho­lisch iden­ti­fi­ziert. Die Ver­an­stal­tung stieß jedoch auch auf Kri­tik. Kon­ser­va­ti­ve Stim­men warn­ten davor, tra­di­tio­nel­le kirch­li­che Leh­ren zu ver­wäs­sern. Das Orga­ni­sa­ti­ons­team beton­te jedoch, dass es nicht dar­um gehe, die Leh­re zu ver­än­dern, son­dern die Bot­schaft von Lie­be und Akzep­tanz in den Mit­tel­punkt zu stel­len. Am Ende des Got­tes­diens­tes ver­sam­mel­ten sich die Teil­neh­men­den bei Spei­se und Geträn­ke im Haus der Begeg­nung, um den Abend in einem offe­nen Aus­tausch aus­klin­gen zu lassen. 

Der Que­er-Got­tes­dienst soll kei­ne ein­ma­li­ge Akti­on blei­ben. Die Orga­ni­sa­to­ren pla­nen, in Zukunft regel­mä­ßig ähn­li­che Ver­an­stal­tun­gen anzu­bie­ten. Wir träu­men von einer Kir­che die wirk­lich für alle da ist“, erklärt Rebec­ca Sürth. Den Got­tes­dienst in der Hei­lig-Geist-Kir­che sieht sie als muti­ges Zei­chen für die Mög­lich­keit eines Wan­dels inner­halb der katho­li­schen Kir­che. Die Fei­er habe dar­an erin­nert, dass Glau­be ein Raum der Hoff­nung, Hei­lung und Gemein­schaft sein kann – für alle Men­schen, unab­hän­gig von ihrer Iden­ti­tät oder Ori­en­tie­rung. Red

Fotos: Rebec­ca Sürth
Text: Rebec­ca Sürth / Redaktion

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