Bischof

Friedensgebet im Dom

Pressemeldung am 15.09.2022

220915 Go Di Frieden 8 Foto: Susanne Schmidt

Zur frühen Morgenstunde hatten sich heute zahlreiche Gläubige und Mitarbeitende des Bistums Passau im Dom eingefunden, um für den Frieden in der Ukraine zu beten. Bischof Stefan Oster rief die Gläubigen am Fest „Maria Schmerzen“, das die Kirche heute feiert, auf, „selbst Menschen des Friedens zu werden, weil wir an den Friedensfürsten glauben.“

Gera­de als Chris­ten wer­de uns durch das Lei­den des Herrn am Kreuz, durch das Mit­lei­den Mari­as mit ihrem Soh­ne ein Weg eröff­net wird, durch den wir Chris­tin­nen und Chris­ten in einen tie­fe­ren Frie­den fin­den kön­nen. Nichts von die­sem Lei­den hat das letz­te Wort. Das Leben siegt“, so der Bischof, der in sei­ner Pre­digt über die Prin­zi­pi­en katho­li­scher Sozi­al­leh­re, Soli­da­ri­tät, Sub­si­dia­ri­tät und Per­so­na­li­tät sprach.

Solidarisch, subsidiär und würdig

Soli­da­risch mit der Ukrai­ne zei­gen sich die Men­schen, in dem sie beten, spen­den, Geflüch­te­te auf­neh­men, wie es auch die Kir­che von Pas­sau getan hat und tut. Aber auch – und das ist ein beson­ders umstrit­te­ner Punkt – indem unser Land Waf­fen lie­fert an die Ukrai­ne. Natür­lich spü­ren wir, dass – wenn Waf­fen gelie­fert wer­den – der Krieg auch ver­län­gert wird und damit das Lei­den.“ Hier gehe es dann um Güter­ab­wä­gung, denn eine jede Nati­on habe auch das Recht, sich selbst gegen Aggres­so­ren zu ver­tei­di­gen. Wir erken­nen, dass die­ser Krieg ein beson­ders infa­mer Angriffs­krieg war und dass die Ukrai­ne das Recht hat sich zu ver­tei­di­gen. Und eben dar­in sind ande­re Natio­nen und auch wir in unse­rem Land soli­da­risch. In der Hoff­nung, dass wir dazu bei­tra­gen, dass die Ukrai­ne irgend­wann wie­der in Frie­den und selbst­be­stimmt – und nicht fremd­be­stimmt – leben kann“, sag­te der Bischof. Sub­si­dia­ri­tät bedeu­te in die­sem Fall auch, dass die euro­päi­schen Natio­nen nicht aktiv mit eige­nen Trup­pen, an die­sem Krieg teil­neh­men – um grö­ße­re, welt­wei­te Eska­la­ti­on zu ver­mei­den. Dafür aber wer­de die Ukrai­ne mate­ri­ell viel­fach unter­stützt, um die Situa­ti­on mili­tä­risch und gesell­schaft­lich durch­zu­ste­hen. Per­so­na­li­tät bedeu­te, dass die Wür­de des Men­schen geach­tet wird. 

Denn die Wür­de der Per­son lei­det in einem Krieg am meis­ten. Krieg ist immer eine Nie­der­la­ge für die Menschheit.”

Bischof Stefan Oster

Auf­ga­be der ande­ren Natio­nen und ihrer Insti­tu­tio­nen sei es des­halb unter ande­rem, den Schutz der Zivil­be­völ­ke­rung zu beob­ach­ten und Ver­bre­chen an der Zivil­be­völ­ke­rung irgend­wann hof­fent­lich zu ahn­den. Kri­tik übte Bischof Ste­fan am Ober­haupt der rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che. Ich hal­te es für einen dra­ma­ti­schen Miss­brauch von Reli­gi­on, wenn der ost­kirch­li­che Patri­arch Kyrill ver­sucht, die­sen Krieg auch durch reli­giö­se Argu­men­te zu recht­fer­ti­gen. Das ist dra­ma­ti­scher Miss­brauch des­sen, was wir glauben.“

220915 Go Di Frieden Foto: Susanne Schmidt / pbp

Frieden unter uns – Versöhnung mit Gott

Bischof Ste­fan zeig­te in sei­ner Pre­digt auf, dass es in unse­rem Glau­ben die Mög­lich­keit gibt, einen Frie­den zu fin­den, der blo­ßen Waf­fen­still­stand über­steigt.“ Auch wenn dies zunächst para­dox erschei­nen mag: Jesus, der das grau­sams­te Unrecht und den Tod erlei­det, ist der größ­te Frie­dens­stif­ter der Welt. Gera­de dadurch eröff­net er eine Tür zur Ver­söh­nung mit Gott. Wir glau­ben, dass es durch ihn und sein Kreuz die Mög­lich­keit für uns gibt, auch in den schwie­rigs­ten Situa­tio­nen unse­res Lebens in Frie­den und in der Ver­bun­den­heit zu blei­ben.“ Das habe Aus­wir­kun­gen auf unser all­täg­li­ches Mit­ein­an­der, so der Bischof, der als Bei­spiel die Wer­ke der leib­li­chen und der geis­ti­gen Barm­her­zig­keit nann­te. Dar­in sind wir Chris­ten unter ande­rem auf­ge­for­dert, Men­schen, von denen man belei­digt wird, zu ver­zei­hen und läs­ti­ge Men­schen, mit denen man sich schwer­tut, zu ertra­gen und zu ver­su­chen gera­de in ihnen auch das Gute zu sehen. Wir wol­len den Herrn bit­ten, dass wir dort, wo wir kon­kret leben und mit­ein­an­der han­deln, immer neu das Gute sehen und Men­schen des Frie­dens wer­den. Weil wir an DEN glau­ben, der der Frie­dens­stif­ter ist.“

Die Euro­päi­sche Bischofs­kon­fe­renz hat­te ange­regt, um das Fest Kreuz­erhö­hung des Herrn“, das die Kir­che in die­sen Tagen fei­er­te, in ganz Euro­pa für den Frie­den zu beten. Am Ende des Got­tes­diens­tes waren die Gläu­bi­gen zu einer kur­zen Anbe­tung eingeladen.

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