Bistum

Gedenkgottesdienst im Papstgeburtsort

Redaktion am 31.12.2023

311223 Gedenkgottesdienst Papst Marktl 4b Foto: bayer / pbp

Heute am 31. Dezember 2023 jährt sich der Todestag von Papst Benedikt XVI. zum ersten Mal. Zu seinem Gedenken wurde am Geburtsort in Marktl am Inn gemeinsam mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB ein Gottesdienst gefeiert. Pfarrer Peter Meister begrüßte dazu auch Ehrengäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft in der Pfarrkirche St. Oswald in Marktl.

Zu Beginn wür­dig­te Bischof Ste­fan Papst Bene­dikt als eine gro­ße Gestalt der Kir­che, eine gro­ße Gestalt unse­rer Hei­mat“, über die jedoch auch manch dunk­le Wol­ken“ in den letz­ten Jah­ren gezo­gen sei­en. Ich bin der tiefs­ten Über­zeu­gung, wenn wir in Gelas­sen­heit und Ruhe schau­en, was er uns hin­ter­las­sen hat, dann wür­den wir umso mehr mer­ken, wer da unter uns gelebt hat“, so Bischof Ste­fan. Er wird uns auch in Zukunft vie­les zu geben und zu sagen haben, bei all dem Reich­tum, den er uns hin­ter­las­sen hat.“

Tiefstmögliche Versöhnung von Gott, Mensch und Schöpfung

In sei­ner Pre­digt hob Oster her­vor, dass der Todes­tag Bene­dikts auf das Fest der Hei­li­gen Fami­lie fällt. Wir hören im Evan­ge­li­um, wie Josef und Maria ihren Sohn in den Tem­pel brin­gen.“ Dort wer­den alle männ­li­chen Erst­ge­bo­re­nen nach dem Gesetz Mose Gott geweiht. Der Sohn wur­de in den Tem­pel gebracht und man hat ihn in Form eines Opfers aus­ge­löst. Und auch eine Frau muss­te nach der Geburt ein Rei­ni­gungs­op­fer dar­brin­gen. Im Evan­ge­li­um wer­den zwei Tau­ben erwähnt, was zeigt, dass die Eltern Jesu arme Leu­te waren“, erklärt der Bischof. An die­sem Evan­ge­li­um wer­de aber auch deut­lich, was dem Theo­lo­gen Joseph Ratz­in­ger so wich­tig war, dass wir Jesus nur gemein­sam mit dem Alten Tes­ta­ment oder gemein­sam mit dem Glau­ben des ers­ten Vol­kes Got­tes, des jüdi­schen Vol­kes, ver­ste­hen kön­nen.“ Wir sehen wie Josef und Maria dem jüdi­schen Gesetz genü­ge tun, wol­len sie doch den Trä­ger des neu­en Bun­des in den Tem­pel brin­gen. Den, der die tiefst­mög­li­che Ver­söh­nung von Gott und Mensch und sei­ner Schöp­fung in Per­son dar­stellt“, so der Bischof. Auch Jesus ste­he ganz unter dem Gesetz des Mose, es wird immer wie­der deut­lich wie er sich dem Gesetz unter­wirft und doch sagt er von sich selbst, dass er die­se Gesetz erfül­len und über­bie­ten wird.

Hier können Sie sich die Predigt anhören:

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Christsein beginnt mit Begegnung

Für Joseph Ratz­in­ger war es immer wie­der nötig, auf das Alte Tes­ta­ment zu bli­cken. Die Geschich­te Isra­els zu ken­nen und damit tie­fer und bes­ser ver­ste­hen zu ler­nen, wer der­je­ni­ge ist, der aus sei­ner Geschich­te her­vor­geht“, erklärt Oster. Papst Fran­zis­kus habe ein Wort Bene­dikts zu einer Art Lieb­lings­wort aus­er­ko­ren“ und er zitiert es auch in sei­ner ers­ten gro­ßen Schrift Evan­ge­lii Gau­di­um“: Am Anfang des Christ­seins ste­he nicht ein ethi­scher Ent­schluss, auch nicht eine gro­ße Idee. Am Anfang des Christ­seins ste­he die Begeg­nung mit einem Ereig­nis mit einer leben­di­gen Per­son, die unse­rem Leben einen neu­en Hori­zont und damit eine ent­schei­den­de Rich­tung gebe. Im Text des Evan­ge­li­ums wer­de deut­lich, dass der alte Sime­on auf den ange­kün­dig­ten Mes­si­as hin­le­be, dass ihm offen­bar wird, dass er den Gesalb­ten sehen wird, bevor er stirbt. In dem alten Sime­on gehe ein hel­les Licht auf und füh­re ihn sofort ins Gebet. Er kann jetzt ster­ben, er hat den Erlö­ser gese­hen“, so der Bischof. Wir sehen hier, was per­sön­li­che Begeg­nung mit Jesus bedeu­tet und wie sie mög­lich ist. Sime­on sieht etwas Neu­es, etwas Unfass­ba­res mit­ten im schein­bar ganz All­täg­li­chen: Zwei arme Leu­te brin­gen ihren neu­ge­bo­re­nen Sohn in den Tem­pel.“ Sime­on sehe aber die Wirk­lich­keit hin­ter der Wirk­lich­keit“, weil er vor­be­rei­tet sei durch sein bis­he­ri­ges gläu­bi­ges Leben und weil er Sehn­sucht habe.

Simeon, der Gottsucher

Was sieht der alte Mann in der Begeg­nung mit Jesus, die für Bene­dikt so zen­tral ist für unser Christ­sein?“, fragt Bischof Ste­fan die Gläu­bi­gen. Sime­on sei ein Gott­su­cher, der den tie­fe­ren Sinn in den Din­gen und Ereig­nis­sen wahr­neh­men und deu­ten kön­ne. Sind wir denn auch Gott­su­cher? Haben wir Sehn­sucht nach der Begeg­nung mit Gott“, fragt der Bischof wei­ter. Wenn wir auf Sime­on schau­en, dann gehört min­des­tens Offen­heit, eine Bereit­schaft oder bes­ser noch eine Sehn­sucht dazu, um IHM begeg­nen zu wol­len.“ Es gehö­re weit mehr dazu als zu beschlie­ßen ab mor­gen ein guter Mensch zu sein.“ Bischof Ste­fan beton­te, dass viel­leicht der ein oder ande­re Gläu­bi­ge sich nun fra­gen könn­te, ob er oder sie über­haupt ein Christ, eine Chris­tin sei, wenn das Papst Bene­dikt so deu­te. Bischof Ste­fan beru­hig­te: Sie sind Gott bestimmt schon begeg­net“, in den Sakra­men­ten der Tau­fe, in der Kom­mu­ni­on, beim Lesen der Bibel in vie­len schö­nen Momen­ten und in vie­len Momen­ten, viel­leicht sogar denen, in denen Sie am meis­ten zu lei­den haben.“ Das Kind in der Krip­pe heißt Emma­nu­el: Das heißt: Gott geht nicht weg! Von sei­ner Sei­te ist Begeg­nung immer schon da“, so Oster. Aber von unse­rer Sei­te kom­me unser Gebet viel­leicht nicht in die Tie­fe, weil wir uns immer wie­der ablen­ken las­sen von den Rei­zen in die­ser Welt. Ich bin völ­lig über­zeugt, dass es das Her­zens­an­lie­gen unse­res ver­stor­be­nen Paps­tes Bene­dikt XVI. war, IHN anfan­gen las­sen, unse­rem Leben eine neue Rich­tung geben zu las­sen.“ Bischof Ste­fan sag­te zu den Gläu­bi­gen, die sich viel­leicht fra­gen, wie sie Papst Bene­dikt ein ehren­des Andenken bewah­ren, es wäre sein Wunsch, dass Sie ver­su­chen, in Begeg­nung mit IHM zu kom­men.“ Der Bischof been­de­te sei­ne Pre­digt mit den Wor­ten: Wir dürf­ten jetzt schon glau­ben, dass Papst Bene­dikt fest für sei­nen Geburts­ort und für sie alle betet. Gott seg­ne Sie.“

Sternsingeraussendung und Kindersegnung

Am Ende des Got­tes­diens­tes seg­ne­te Bischof Ste­fan Weih­rauch, Krei­de und Salz der Stern­sin­ge­rin­nen und Stern­sin­ger. Er dank­te für ihren wert­vol­len Dienst und sprach ein Segens­ge­bet über die vie­len jun­gen Men­schen, die mit gro­ßem Applaus in die Pfar­rei­en aus­ge­sen­det wur­den. Ich wün­sche euch offe­ne Türen und offe­ne Herzen“.

Und er rief ein Kind zu sich und stell­te es mit­ten unter sie und sprach: Wahr­lich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wer­det wie die Kin­der, so wer­det ihr nicht ins Him­mel­reich kommen.”

Mt 18, 2-3

Im Anschluss an die Zere­mo­nie fand auch noch eine Kin­der­seg­nung statt, bei der Bischof Ste­fan vor den ver­sam­mel­ten Eltern und Kin­dern mehr­mals beton­te, wie wich­tig Jesus die Kin­der immer gewe­sen sei­en und dass sei­ne Bot­schaft und Leh­re eben nicht nur für exklu­siv für Erwach­se­ne son­dern genau­so für die Kin­der zu hören und zu ver­in­ner­li­chen sei.

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