Bistumsblatt

„Einfach Mensch sein dürfen“

Redaktion am 21.05.2025

Info Icon Foto: Wolfgang Terhörst
Tatkraft und innere Ruhe: Abt Nikodemus Schnabel (47) leitet seit 2023 die deutschsprachige Benediktinerabtei Dormitio auf dem Zionsberg in Jerusalem und das Priorat Tabgha am See Genezareth.

Es war nicht leicht, aus Jerusalem nach Altötting zu kommen aufgrund der schwierigen Lage im Heiligen Land. Abt Nikodemus Schnabel von der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg hat die Strapazen trotzdem gerne auf sich genommen – er war Ehrengast bei der Jubiläumsfeier des Bayerischen Pilgerbüros. Im Gespräch verrät er seine Sorgen, aber auch, warum er sich so über die Wahl von Papst Leo XIV. freut.

Abt Niko­de­mus, die Lage im Hei­li­gen Land ist – wie­der ein­mal – dra­ma­tisch. Was bedeu­tet das für die Dor­mi­tio-Abtei selbst und wie bli­cken Sie vom Zions­berg umge­kehrt auf das Gesche­hen in Isra­el, in Gaza, im West­jor­dan­land und im Liba­non?

Abt Niko­de­mus: Seit dem 7. Okto­ber 2023 (dem Angriff der Hamas auf Isra­el, Anm. d. Red.) ste­hen wir unter enor­mer Her­aus­for­de­rung – und zwar in zwei­fa­cher Hin­sicht: Die eine neh­men wir sehr ger­ne an, das ist die pas­to­ral-seel­sorg­li­che. Unse­re Klös­ter in Jeru­sa­lem und in Tabgha am See Gene­za­reth sind Hoff­nungs­in­seln in einem Oze­an von Leid gewor­den, für Juden, Chris­ten und Mus­li­me glei­cher­ma­ßen. Wir haben sehr vie­le Seel­sor­ge-Gesprä­che, sehr vie­le Kon­zer­te und Aus­stel­lun­gen. Wir sagen auch immer wie­der zu Men­schen, kommt zu uns ins Klos­ter und bleibt eine Wei­le, wenn es euch gut­tut. Die zwei­te Her­aus­for­de­rung ist enorm und rein finan­zi­el­ler Natur. Wir leben von den Pil­gern und auch Tou­ris­ten – die sind weg­ge­bro­chen in einer Grö­ßen­ord­nung wie bei Coro­na. Ich kämp­fe um das Über­le­ben meiner ..

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