icons / 24px / close
Einstellungen erfolgreich gespeichert

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Mehr erfahren

Jugend

Jugendfußwallfahrt - Rück- und Ausblick

Stefanie Hintermayr am 04.02.2021

210226 Interview Matthias Geyer foto3 info-icon-20px Foto: Stefanie Hintermayr/pbp

Matthias Geyer, Geschäftsführer des Bischöflichen Jugendamts Passau, verabschiedet sich nach 30 Jahren als Mitorganisator der Jugendfußwallfahrt in den Ruhestand. Im Interview blickt er auf eine bewegende Zeit zurück und gibt einen Ausblick auf die Jugendfußwallfahrt 2021.

30 Jah­re ins­ge­samt, und davon 23 als Geschäfts­füh­rer des Bischöf­li­chen Jugend­amts Pas­sau, hat Mat­thi­as Gey­er die Jugend­fuß­wall­fahrt nach Alt­öt­ting beglei­tet, gelei­tet, mit­or­ga­ni­siert und vor allem auch mit­ge­prägt. Jetzt ist für ihn Schluss — er geht Ende Febru­ar in den wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand. Kein Ande­rer aus dem Orga-Team kann auf eine solch lan­ge Zeit von drei Jahr­zehn­ten auf die Jugend­fuß­wall­fahrt zurück­bli­cken, die zah­len­mä­ßig ihres­glei­chen sucht. Rund 4.000 Jugend­li­che und Jung­ge­blie­be­ne machen sich seit 1946 jedes Jahr an zwei Tagen auf den 90 Kilo­me­ter lan­gen Weg (von Pas­sau oder Oster­ho­fen aus) zur Got­tes­mut­ter Maria nach Alt­öt­ting. Für jeman­den, der die Jugend­fuß­wall­fahrt mit­or­ga­ni­siert, heißt es nicht umsonst: Nach der Wall­fahrt ist vor der Wall­fahrt. Für Mat­thi­as Gey­er gilt die­ser Satz schon seit 1989, dem Jahr sei­ner ers­ten Jugendfußwallfahrt.

563A6DBB-AEDE-4738-8C81-E863F838C192@3.00x

Ihnen entgeht ein toller Beitrag!

Ohne die Ver­wen­dung von Coo­kies kann die­ser Bei­trag nicht ange­zeigt wer­den. Coo­kies sind klei­ne Datei­en, die von Ihrem Web­brow­ser gespei­chert wer­den, um Ihnen ein opti­ma­les Erleb­nis auf die­ser Web­site zu bieten.

Erinnerungen an 1989

Ich war damals Jugend­re­fe­rent im Jugend­bü­ro Pas­sau“, erin­nert sich Gey­er. Es war damals wie heu­te selbst­ver­ständ­lich, dass alle im Jugend­bü­ro bei der Jugend­fuß­wall­fahrt mit­ar­bei­ten und betei­ligt sind.“ Er habe den Zug beglei­tet und Stra­ßen gesi­chert, was damals noch nicht so pro­fes­sio­nell wie heu­te gelau­fen ist. Das hat sich mit der Zeit ent­wi­ckelt“, meint Geyer.

Abseits der Strecke

Den Zug beglei­ten, Stra­ßen sichern, die Ver­sor­gung der Wall­fah­rer sicher­stel­len, Gepäck trans­por­tie­ren, Über­nach­tun­gen orga­ni­sie­ren, Sta­ti­os gestal­ten — all das und Vie­les mehr leis­ten die Orga­ni­sa­to­ren abseits der Stre­cke, im Hin­ter­grund. Es ist ein Full-Time-Job, der es schier unmög­lich macht, selbst mit­zu­lau­fen. Wir müs­sen ja vor allem mobil sein. Zwi­schen­fäl­le kön­nen schließ­lich immer wie­der pas­sie­ren“, erklärt Geyer.

Lebensstationen

Mit sei­ner Vita hat­te Mat­thi­as Gey­er die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen für das Orga-Team der Jugend­fuß­wall­fahrt. Nach dem Sozi­al­päd­ago­gik-Stu­di­um begann er 1988 als Jugend­pfle­ger im Jugend­bü­ro Pas­sau, wur­de dann 1988 Assis­tent der Jugend­amts­lei­tung und über­nahm schließ­lich 1998 die Geschäfts­füh­rung des Bischöf­li­chen Jugend­amts. Als sol­cher hat er die Pas­sau­er Rou­te bis dato gelei­tet — eine gro­ße Ver­ant­wor­tung, die im Lau­fe der Jah­re durch immer mehr Wall­fah­rer noch gestie­gen ist.

Einzug in die Basilika

Höhe­punkt der Jugend­fuß­wall­fahrt ist zwei­fels­oh­ne der Ein­zug in die Basi­li­ka St. Anna in Alt­öt­ting. Ein gro­ßes Hal­lo mit gro­ßer Freu­de und auch vie­len (Freuden-)Tränen gibt es zuvor an der Stamm­ham­mer Kreu­zung, wenn die bei­den Haupt­rou­ten Pas­sau und Oster­ho­fen auf­ein­an­der­tref­fen und sich mischen. Es ist jedes Mal sehr ergrei­fend, wenn wir mit Hal­le­lu­ja-Gesang über den Kapell­platz zur Basi­li­ka hin­un­ter­zie­hen, beglei­tet von den vie­len Men­schen, die die Wall­fah­rer begrü­ßen oder ihre Ange­hö­ri­gen und Freun­de abho­len“, erzählt Gey­er begeis­tert. Der Ein­zug selbst ist dann der Höhe­punkt, mit vie­len Freu­den­trä­nen und Umar­mun­gen. Das ist auch der Lohn für Vie­le, das geschafft zu haben. 90 Kilo­me­ter unter die Füße genom­men zu haben, ist schon eine ganz gro­ße Herausforderung.“

Wallfahrtskreuze Jufuwa foto1
Wallfahrtskreuze Jufuwa foto2
Wallfahrtskreuze Jufuwa foto3
Wallfahrtskreuze Jufuwa foto4

Die Wallfahrtskreuze

Etwas Beson­de­res bei der Jugend­fuß­wall­fahrt, sind die Wall­fahrts­kreu­ze, die es jedes Jahr neu und mit neu­em Design gibt, aller­dings erst seit 1989/90. Wir sam­meln das gan­ze Jahr über Kreuz­vor­schlä­ge und ent­schei­den dann aus den vie­len Ideen“, erklärt Gey­er. Das Kreuz wer­de dann meis­tens mit einer der Cari­tas-Werk­stät­ten im Bis­tum Pas­sau pro­du­ziert. Wir ver­su­chen immer ein Wall­fahrts­kreuz mit aktu­el­lem Bezug zur Jugend­ar­beit zu ent­wi­ckeln, mit eige­ner Geschich­te und eige­ner Bedeu­tung“, betont Geyer.

Jugendfußwallfahrt 2021

Bereits 2020 muss­te die Jugend­fuß­wall­fahrt, bedingt durch die Coro­na­pan­de­mie, erst­mals in ihrer Geschich­te abge­sagt wer­den. Und auch die­ses Jahr wird es kei­ne geben. Wir haben letz­tes Jahr schon reagiert und ver­sucht, die Wall­fah­rer ein Stück weit mit­zu­neh­men, mit Online­an­ge­bo­ten, weil es im Lock­down ja nicht anders ging“, so Gey­er. Heu­er wird es einen Wall­fahrts­zeit­raum (Mai bis Okto­ber) geben. In die­ser Zeit wol­len wir Gläu­bi­ge dazu ani­mie­ren, zu einem der wun­der­schö­nen Mari­en­wall­fahrts­or­te in unse­rem Bis­tum zu pil­gern, allein, zu Zweit, in Klein­grup­pen, in der Fami­lie, so wie es recht­lich erlaubt ist.“ So kön­ne Wall­fahrt wenigs­tens ein Stück weit mit­er­lebt wer­den. GETRENNT UNTER­WEGS — ABER VER­EINT IN MARIA: Unter die­sem Mot­to stellt die Bis­tum Pas­sau Jugend auf ihrer Inter­net­sei­te alle Mate­ria­li­en zur Ver­fü­gung, wie bei­spiels­wei­se Anlei­tun­gen, Gebe­te, Rou­ten und Vie­les mehr. Wir hof­fen, dass vie­le Leu­te die­ses Ange­bot wahr­neh­men“, meint Mat­thi­as Gey­er schließ­lich. Ich bin selbst ganz erstaunt, wie vie­le Mari­en­wall­fahrts­or­te, und auch Mate­ri­al dazu, es in unse­rem Bis­tum gibt.“