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Bistum

Großer Andrang beim Künstlergespräch

Redaktion am 08.06.2021

Michael Triegel 2 info-icon-20px Foto: Kleiner
Der Künstler Michael Triegel (vorne rechts) im Gespräch mit einem Betrachter seiner Werke.

Die Frage nach Gott steht bei dem renommierten Leipziger Maler Michael Triegel im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Mit seinen Werken ist heuer im Geburtshaus Joseph Ratzingers/Papst Benedikt XVI, eine hochkarätige Sonderausstellung mit dem Titel: „Dein Angesicht will ich suchen“ gestaltet worden.

Micha­el Trie­gel hat sich vor allem mit sakra­ler Kunst und als Papst­por­trä­tist einen guten Namen gemacht. Am Sonn­tag war er zu einem öffent­li­chen Künst­ler­ge­spräch zu Gast und mehr als 40 Leu­te lie­ßen sich die Gele­gen­heit nicht ent­ge­hen, den hoch­ka­rä­ti­gen Maler, Zeich­ner und Gra­fi­ker ken­nen­zu­ler­nen; eini­ge reis­ten sogar aus Mün­chen, Pas­sau und Regens­burg an. 

Ursprüng­lich war das Gespräch im Innen­hof des Geburts­hau­ses geplant, da spiel­te aber das Wet­ter nicht mit. Der Film­saal im Haus ist zu eng – so ent­schie­den sich der Theo­lo­gi­sche Lei­ter Dr. Franz Harin­ger und sein Team in Abspra­che mit Orts­pfar­rer Peter Meis­ter spon­tan, den Aus­tausch mit dem Künst­ler in die Pfarr­kir­che zu ver­le­gen. Danach konn­ten sich die Besu­cher in klei­ne­ren Grup­pen in der Aus­stel­lung ein Bild vom viel­fäl­ti­gen Werk machen. 

Dr. Harin­ger drück­te in sei­nem Will­kom­mens­gruß in der Kir­che sei­ne Freu­de dar­über aus, dass man einen so berühm­ten Künst­ler für die dies­jäh­ri­ge Schau mit rund 60 Aqua­rel­len, Gra­fi­ken, Radie­run­gen, Litho­gra­fien, Zeich­nun­gen, Gemäl­den gewin­nen konn­te. Außer­dem ging er auf die The­men in den ein­zel­nen Räu­men ein, wie etwa Leben und Tod, Schön­heit und Auf­er­ste­hung, Mensch und Geist.

Michael Triegel 3 Foto Bayer info-icon-20px Foto: Bayer/pbp

Micha­el Trie­gel, 1968 in Erfurt gebo­ren, bot einen Ein­blick in sei­nen künst­le­ri­schen Wer­de­gang und berich­te­te von Schlüs­sel­er­leb­nis­sen in sei­nem Schaf­fen — etwa von einem Erwe­ckungs­mo­ment in einer römi­schen Kir­che ange­sichts der über­wäl­ti­gen­den Schön­heit von Kunst und Licht. Da habe sei­ne Suche nach den grund­le­gen­den The­men mensch­li­chen Seins wie Glau­be und Zwei­fel, Leben, Leid und Tod, Schön­heit und Ver­gäng­lich­keit, Dun­kel­heit und Licht begonnen. 

Bekannt wur­de der Gegen­warts­künst­ler vor allem als Papst-Por­trä­tist: Das 2009 geschaf­fe­ne Por­trät des dama­li­gen Regens­bur­ger Bischofs Ger­hard Lud­wig Mül­ler berei­te­te Trie­gel den Weg für dem Auf­trag. Bei einer Audi­enz in Rom hat­te er Gele­gen­heit den Hei­li­gen Vater ein paar Stun­den zu skiz­zie­ren, aus­ge­führt hat er die Arbeit dann in sei­nem Ate­lier in Leipzig. 

Die bei­den Gemäl­de hän­gen im Insti­tut Papst Bene­dikt in Regens­burg und in der Deut­schen Bot­schaft beim Hei­li­gen Stuhl in Rom. Das Por­trät aus Regens­burg ist in der dies­jäh­ri­gen Son­der­aus­stel­lung im Geburts­haus zu sehen. So erzähl­te er auch von der Ent­ste­hung der Bil­der und erwähn­te, dass er sich schon zuvor mit Bene­dikt XVI. in sei­ner gan­zen Wider­sprüch­lich­keit beschäf­tigt habe und ihn nicht als Papst, son­dern ein­fach als Men­schen malen wollte. 

Wie sich die Betrach­ter der Son­der­schau sel­ber über­zeu­gen konn­ten, ste­hen sakra­le The­men im Fokus sei­nes Schaf­fens. Sein Werk steht im Span­nungs­feld zwi­schen christ­li­cher Bild­tra­di­ti­on, anti­ker Mytho­lo­gie und eige­nen Erfin­dun­gen. Trie­gel malt im alt­meis­ter­li­chen Stil und ori­en­tiert er sich an den Malern der ita­lie­ni­schen Renais­sance und des Manie­ris­mus. Die zeich­ne­ri­sche Prä­zi­si­on und das hand­werk­li­che Kön­nen wur­den dem viel­fach preis­ge­krön­ten Künst­ler mit zahl­rei­chen Aus­stel­lun­gen im In- und Aus­land in sei­nem Stu­di­um an der Hoch­schu­le für Gra­fik und Buch­kunst vermittelt.

Text: Moni­ka Kleiner

Michael Triegel 1 info-icon-20px Foto: Kleiner
Auch ein farbenfrohes Glasbild mit dem Jesuskind gehört zur Ausstellung. Der Künstler blickt gerade durch das Fenster.

Geöff­net ist das Geburts­haus am Mon­tag, Mitt­woch und Don­ners­tag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr, am Sams­tag und Sonn­tag sowie an Fei­er­ta­gen von 10 bis 16.30 Uhr durch­ge­hend. Für ange­mel­de­te Grup­pen sind Füh­run­gen auch außer­halb der Öff­nungs­zei­ten mög­lich. Infos und Anmel­dung unter www​.papst​haus​.eu, Mail: pasptgeburtshaus@​bistum-​passau.​de oder unter Tele­fon 08678/747680.