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Jugend

70. Landesversammlung der KLJB Bayern in Passau

Stefanie Hintermayr am 31.05.2019

190531_Landesversammlung-KLJB-Bayern_gruppenfoto-tammena info-icon-20px Heiko Tammena
Der neue KLJB-Landesvorstand, v. l. Benedikt Brandstetter, Stefan Gerstl, Landjugendseelsorgerin Julia Mokry, Landesgeschäftsführerin Maria Stöckl, Simone Grill, Antonia Kainz und Kristina Ducke.

Mehr Teilhabe bei der Digitalisierung auf dem Land fordert die Katholische Landjugendbewegung Bayern (KLJB). Der Grundsatzbeschluss dazu wurde bei der 70. Landesversammlung vom 30. Mai bis 2. Juni in Passau gefasst. Gewählt wurde auch: Antonia Kainz und Kristina Ducke sind die neuen Landesvorsitzenden. Ein besonders schönes Ereignis gab es am Freitagabend: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat vier Gruppen den Landjugendförderpreis verliehen.

Mehr Teil­ha­be und Par­ti­zi­pa­ti­on für die jun­ge Genera­ti­on for­dert die Land­ju­gend beim The­ma Digi­ta­li­sie­rung auf dem Land. Den Grund­satz­be­schluss der 70. KLJB-Lan­des­ver­samm­lung ver­ab­schie­de­ten rund 100 Dele­gier­te aus ganz Bay­ern vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 im Haus der Jugend in Pas­sau. Dazu pass­te das KLJB-Pro­jekt Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt.“, zu dem in Pas­sau ers­te For­schungs­er­geb­nis­se zur Fra­ge vor­ge­stellt wur­den, was jun­ge Men­schen auf dem Land hält, gehen oder zurück­keh­ren lässt.

Die Ver­samm­lung wähl­te zugleich zwei Stu­den­tin­nen als neue ehren­amt­li­che Lan­des­vor­sit­zen­de: Anto­nia Kainz (23) aus Vils­heim (Land­kreis Lands­hut) sowie Kris­ti­na Ducke (27) aus Peg­nitz (Land­kreis Bay­reuth). Bei­de waren zuvor bereits Diö­ze­san­vor­sit­zen­de bei der KLJB Mün­chen und Frei­sing bzw. KLJB Bamberg.

Frei­tag­abend wur­de im Rah­men der Lan­des­ver­samm­lung der Land­ju­gend­för­der­preis an vier Preis­trä­ger­grup­pen ver­lie­hen. Hubert Aiwan­ger, Staats­mi­nis­ter für Wirt­schaft, Lan­des­ent­wick­lung und Ener­gie, wür­dig­te die Grup­pen mit einer Lau­da­tio. Der ers­te Preis ging dabei an den KLJB-Kreis­ver­band Ebers­berg für das Pro­jekt Fair­plant“ zum nach­hal­ti­gen Bas­teln und Kochen.

Nachwahlen und Verabschiedungen im KLJB-Landesvorstand

Am Sams­tag stand bei der Lan­des­ver­samm­lung eine Nach­wahl von ehren­amt­li­chen Lan­des­vor­sit­zen­den an, nach­dem Juli­an Jaksch (Hutthurm, Diö­ze­se Pas­sau) und Chris­ti­na Kor­nell (Vol­kach, Diö­ze­se Würz­burg) nach drei Jah­ren aus beruf­li­chen Grün­den aus­schei­den und am Sams­tag­abend fei­er­lich ver­ab­schie­det werden.

Neu im Krei­se der wei­ter­hin fünf ehren­amt­li­chen Lan­des­vor­sit­zen­den ist die frü­he­re Diö­ze­san­vor­sit­zen­de bei der KLJB Mün­chen und Frei­sing, Anto­nia Kainz (23) aus Vils­heim (Land­kreis Lands­hut), die in Mün­chen stu­diert. Eben­falls gewählt wur­de Kris­ti­na Ducke (27) aus Peg­nitz (Land­kreis Bay­reuth), zuvor im KLJB­Diö­ze­san­vor­stand Bam­berg und lan­des­weit bereits Spre­che­rin im AK Inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät (AKIS). Bei einer ers­ten Klau­sur­ta­gung des Lan­des­vor­stands im Juli wer­den die Zustän­dig­kei­ten neu verteilt.

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Der neue KLJB-Landesvorstand, v. l. Benedikt Brandstetter, Stefan Gerstl, Landjugendseelsorgerin Julia Mokry, Landesgeschäftsführerin Maria Stöckl, Simone Grill, Antonia Kainz und Kristina Ducke.

Im Kon­fe­renz­teil der Lan­des­ver­samm­lung wur­den neben Ände­run­gen zur Sat­zung und Geschäfts­ord­nung aktu­el­le Posi­tio­nen der KLJB Bay­ern beschlos­sen, die der 26.000 Mit­glie­der star­ke katho­li­sche Ver­band in die Poli­tik ein­brin­gen wird:

Landjugend will bei Digitalisierung auf dem Land mitbestimmen

Beim The­ma Digi­ta­li­sie­rung auf dem Land“ geht es der KLJB vor­ran­gig dar­um, als jun­ge Genera­ti­on auf dem Land mit­re­den zu kön­nen, wenn die Poli­tik Wei­chen stellt. Die For­de­run­gen für die digi­ta­le Lebens- und Arbeits­welt wer­den im kom­men­den Jahr in Poli­tik und zustän­di­gen Minis­te­ri­en ein­ge­bracht. Lan­des­vor­sit­zen­der Bene­dikt Brand­stet­ter: Wir wol­len als Ver­tre­tung der jun­gen Genera­ti­on auf dem Land betei­ligt wer­den, wenn es um unser Leben und Arbei­ten auf dem Land in der Zukunft geht. Digi­ta­li­sie­rung gehört für uns bereits zum All­tag, wobei es immer noch gro­ße Unter­schie­de zwi­schen Stadt und Land bei der Infra­struk­tur gibt. Hier schla­gen wir Lösun­gen vor, die den Inter­net­zu­gang als Grund­ver­sor­gung bringt. Wir sehen es als unse­re Auf­ga­be, bei vie­len Ver­än­de­run­gen auf dem Land im Zeit­al­ter der Digi­ta­li­sie­rung nicht pas­siv zuzu­schau­en, son­dern unse­re Zukunft selbst zu gestalten.“

Beteiligung am Volksbegehren für Klimaschutz und Energiewende

Zudem wur­de beschlos­sen, das von zahl­rei­chen Ener­gie- und Umwelt­in­itia­ti­ven gestar­te­te Volks­be­geh­ren für Kli­ma­schutz und Ener­gie­wen­de in der Baye­ri­schen Ver­fas­sung als KLJB zu unter­stüt­zen. Vor­aus­sicht­lich noch 2019 wird es beim Innen­mi­nis­te­ri­um mit min­des­tens 25.000 Unter­schrif­ten ein­ge­reicht. Bei Zulas­sung will die KLJB dann in der zwei­ten Pha­se mit­hel­fen, 10% der Wahl­be­rech­tig­ten in ganz Bay­ern zur Unter­stüt­zung zu bringen.

KLJB will mehr Dialog für Naturschutz und Artenvielfalt

Zum The­ma Arten­viel­falt beschloss die KLJB eine Posi­ti­on, die die Rol­le des Jugend­ver­bands beschreibt: Die Land­ju­gend will in ihrer Bil­dungs­ar­beit den Dia­log zwi­schen Land­wirt­schaft und Natur­schutz wei­ter vor­an­brin­gen. Die KLJB will im Sin­ne des Run­den Tischs auf Lan­des­ebe­ne auch auf loka­ler Ebe­ne Gesprä­che för­dern, die für die jewei­li­ge Regi­on sinn­vol­le Maß­nah­men für Natur­schutz und Arten­viel­falt fin­den. Zudem wur­den For­de­run­gen auf­ge­stellt, dass über die Land­wirt­schaft hin­aus alle einen Bei­trag zu mehr Arten­viel­falt und Kli­ma­schutz leis­ten kön­nen, etwa in der Gar­ten­ge­stal­tung und beim kli­ma­scho­nen­den Verkehr.

Erste Ergebnisse der Studie „Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt“

Das vom baye­ri­schen Umwelt­mi­nis­te­ri­um unter­stütz­te Pro­jekt Stadt. Land. Wo? Was die Jugend treibt“ der KLJB mit dem isr (Insti­tut für Stadt- und Regio­nal­ma­nage­ment in Mün­chen) wird im Novem­ber 2019 mit einer Ver­öf­fent­li­chung abge­schlos­sen. Erst­mals zur Lan­des­ver­samm­lung konn­ten ers­te Ergeb­nis­se prä­sen­tiert und öffent­lich dis­ku­tiert wer­den: Was bewegt jun­ge Leu­te, auf dem Land in Bay­ern zu blei­ben? Was bewegt ande­re, vom Land in die Stadt zu zie­hen? Und was bewegt, aus der Stadt wie­der zurück aufs Land zu ziehen?

In einem Podi­um am Frei­tag dis­ku­tier­ten dazu Dr. Uwe Brandl, Prä­si­dent Baye­ri­scher Gemein­de­tag, Bür­ger­meis­ter Abens­berg; Tes­sa Gan­se­rer, MdL, Grü­ne, Mit­glied der Enquete­kom­mis­si­on Glei­che Lebens­ver­hält­nis­se in ganz Bay­ern“ bis 2018 und Prof. Dr. Joa­chim Vos­sen (Insti­tut für Stadt- und Regio­nal­ma­nage­ment), der die Stu­die im Auf­trag der KLJB Bay­ern lei­tet. Maria Stöckl (Lan­des­ge­schäfts­füh­re­rin KLJB Bay­ern) und Flo­ri­an Ober­mei­er (KLJB Ahol­ming) stell­ten die Sicht der Land­ju­gend dar.

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Wich­ti­ge Berei­che der Dis­kus­si­on und der ers­ten Ergeb­nis­se waren die beson­de­re Rol­le der Ver­ei­ne und Ver­bän­de bei der Bin­dung an die eige­ne Hei­mat, wobei die jun­ge Genera­ti­on hier eige­ne Vor­stel­lun­gen ein­brin­gen möch­te. Zudem feh­le der Land­ju­gend oft die poli­ti­sche Par­ti­zi­pa­ti­on, um die eige­ne Gemein­de mit gestal­ten zu kön­nen und eine Pla­nung, die an mehr als nur Ein­fa­mi­li­en­häu­ser denkt, etwa Wohn­for­men für jun­ge Leu­te in der Ausbildungsphase.

Pas­sen­de Impul­se von außen brach­ten die Work­shops des Stu­di­en­teils der Lan­des­ver­samm­lung am Frei­tag zum The­ma Stadt. Land. Wo?“ u. a. zur Ver­net­zungs­platt­form World­Wi­de­Wo­id“ (Jens Schlü­ter), zum Plan­spiel Per­spek­ti­ve Dorf“ (Georg Pohl), dem Pro­jekt Obacht Hei­mat“ des Baye­ri­schen Lan­des­ver­eins für Hei­mat­pfle­ge (Ste­pha­nie Heyl) und Jugend­be­tei­li­gung in Kom­mu­ne und Jugend­ver­band (Man­fred Wal­ter, Win­fried Pletzer).

Verleihung des Landjugendförderpreises

Alle zwei Jah­re wer­den mit dem Land­ju­gend­för­der­preis Aktio­nen und Pro­jek­te, die die KLJB berei­chert haben, gewür­digt. Der FILIB e.V. (För­der­ver­ein Inno­va­ti­ve Land­ju­gend­ar­beit in Bay­ern) stif­tet dafür Geld­prei­se im Gesamt­wert von 3.500 Euro, auf drei Sie­ger­grup­pen und einen Diö­ze­san­ver­band ver­teilt. Die Preis­ver­lei­hung 2019 wur­de ver­bun­den mit einem Rück­blick auf 70 Lan­des­ver­samm­lun­gen der KLJB Bay­ern seit 1950.

Eine Lau­da­tio von Hubert Aiwan­ger, MdL, Staats­mi­nis­ter für Wirt­schaft, Lan­des­ent­wick­lung und Ener­gie, wür­dig­te das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment aller vier Preis­trä­ger­grup­pen, die mit eige­nen Ideen das Leben auf dem Land berei­chert haben und den Bei­trag der Jugend­ver­bän­de zur Zukunft auf dem Land vor­bild­lich gelebt haben.

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Die vier Preisträgergruppen

  • Ers­ter Preis­trä­ger: KLJB­Kreis­ver­band Ebers­berg mit dem Pro­jekt: FAIR­PLANT – Nach­hal­tig bas­teln, wer­keln und kochen“ zum gemein­sa­men Bas­teln und Kochen mit öko­lo­gi­scher Vorbildwirkung
  • Zwei­ter Preis­trä­ger: KLJB­Kreis­ver­band Bad Kis­sin­gen mit dem Pro­jekt: Ahoi Pira­ten – Kei­ne Zeit für Land­rat­ten“ – ein seit 45 Jah­ren statt­fin­den­des Zelt­la­ger für Kin­der mit umfang­rei­chem Programm
  • Drit­ter Preis­trä­ger: KLJB Hop­fer­bach (Land­kreis Ost­all­gäu) mit dem Pro­jekt: Mensch-ärge­re-dich-nicht-Tur­nier” für die gan­ze Dorf­ge­mein­schaft, das vor­bild­lich zu Zusam­men­halt und Begeg­nung beiträgt
  • Son­der­preis für KLJB-Diö­ze­san­ver­bän­de: KLJB Diö­ze­san­ver­band Augs­burg mit dem AK Spi­ri­mo­bil und sei­nem Pil­ger-Pro­jekt: Ein Hut, ein Stock, ein Regen­schirm” – in einer Rei­he von selbst orga­ni­sier­ten Pil­ger­we­gen wur­de Kir­che auf dem Land leben­dig und vor­bild­lich gelebt.

Text + Fotos: Hei­ko Tammena