Einstellungen erfolgreich gespeichert

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Mehr erfahren

Das glauben wir

Stärkender Tag rund um die Bibel

Redaktion am 19.05.2022

20220518 105737 Foto: Uschi Friedenberger / pbb
Blumen für die Hauptreferentin (von links): Anja Wagner-Hölzl, Schulamtsdirektorin i.K., Franz Schneider, Bereichsleiter Schulen an der Regierung von Niederbayern, Prof. Dr. Sandra Huebenthal, Klaus Wiesmüller, Leiter der Schulischen Fortbildung von Religionslehrern im Bistum Passau und Rudolf Lentner, Schulrat i.K.

Ein Tag zum Auftanken, zum Sammeln und Austauschen neuer Ideen für den Religionsunterricht und zum Erleben von Gemeinschaft – das war der Lehrertag 2022 für staatliche und kirchliche Religionslehrkräfte aller Schularten aus dem Bistum.

20220518 120817 Foto: Uschi Friedenberger

Dass im Haus Spec­trum Kir­che am Mitt­woch ab 8.30 Uhr rund 60 Teil­neh­mer zusam­men­kom­men konn­ten, war kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Die­se Ver­an­stal­tung unter dem Mot­to Schrift“ wäre ja eigent­lich schon für das Jahr 2020 geplant gewe­sen, muss­te dann aber Coro­na-bedingt ver­scho­ben wer­den. Hin­ter­grund war die damals erschie­ne­ne revi­dier­te Ein­heits­über­set­zung der Bibel.

Nun war es aber end­lich soweit – und so fiel die Begrü­ßung durch Schul­amts­di­rek­to­rin i.K. Anja Wag­ner-Hölzl umso herz­li­cher aus: Es ist ein freu­di­ger Tag, weil man wie­der mit Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen zusam­men­kommt, was ein­fach berei­chernd ist. Der Leh­rer­tag soll auch ein Stär­kungs­tag sein, an dem die Kol­le­gen grad jetzt nach der Pan­de­mie-Pha­se wie­der ins Gespräch kom­men kön­nen.“ Die gro­ße Wert­schät­zung für die Arbeit der Reli­gi­ons­leh­rer schwang mit im Gruß­wort von Franz Schnei­der, Bereichs­lei­ter Schu­len an der Regie­rung von Nie­der­bay­ern, der den Leh­rern ganz beson­ders für ihre enga­gier­te Arbeit dank­te: „‘Der Herr ist mein Hir­te – mir wird nichts man­geln…‘ – Ich wün­sche Ihnen, dass Ihnen , wie es im Psalm 23 heißt, Gutes und Barm­her­zig­keit in Fül­le zur Ver­fü­gung ste­hen, um unse­ren Kin­dern und Jugend­li­chen (Herzens-)Bildung zu ermöglichen!“

Im Haupt­re­fe­rat unter­nahm Prof. Dr. San­dra Hue­ben­thal von der Uni­ver­si­tät Pas­sau mit den Zuhö­rern regel­rech­te exege­ti­sche Spa­zier­gän­ge im Wan­del der Zei­ten“. Die revi­dier­te Ein­heits­über­set­zung las­se bei ver­trau­ten Tex­ten wie­der neu auf­hor­chen, so ein Fazit von Prof. Hue­ben­thal: Es gibt ganz vie­le Stel­len, an denen text­nä­her über­setzt wird. Eine wun­der­ba­re Stel­le ist im Gala­ter­brief, wenn Pau­lus nicht mehr schreibt Gott, der mir sei­nen Sohn offen­bart hat‘, son­dern Gott, der sei­nen Sohn in mir offen­bart hat‘. Das in mir‘ steht im grie­chi­schen Text und erschließt uns die Chris­tus-Offen­ba­rung als mys­ti­sche Erfah­rung. Und plötz­lich haben wir einen Zugriff zum mys­ti­schen Pau­lus, der sich uns noch­mal ganz anders erschließt.“ Die Refe­ren­tin: Auch Bibel­aus­le­gung hat sich ver­än­dert, ins­be­son­de­re seit dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil. Hier gehen Ent­wick­lun­gen in der Lite­ra­tur- und Bibel­wis­sen­schaft mit kirch­li­chen Ent­wick­lun­gen par­al­lel.“ Zu dem gro­ßen Auf­trag von Leh­re­rin­nen und Leh­rern bei der Erschlie­ßung bibli­scher Tex­te mit Schü­lern beton­te sie: Leh­re­rin­nen und Leh­rern im Reli­gi­ons­un­ter­richt möch­te ich mit­ge­ben, sich des bun­ten Strau­ßes zu bedie­nen, mit­ein­an­der zu expe­ri­men­tie­ren, Bibel auf unter­schied­li­che Art und Wei­sen zu lesen, nicht danach zu fra­gen Was woll­te uns der Autor mit dem Text sagen?‘, son­dern Was ent­de­cken wir?‘ Katho­li­sche Bibel­aus­le­gung ist umfas­send, sie ist bunt, hat vie­le unter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten. Das ein­zi­ge, was sie nicht ist, ist naiv, wort­wört­lich. Aus der Bibel lässt sich kein direk­tes Lebens­pro­gramm ablei­ten. Die Tex­te sind Tex­te. Sie dür­fen nicht ein­fach in die Wirk­lich­keit hin­ein ver­län­gert werden!“

Erwei­tert und ver­tieft wur­de die The­ma­tik im Anschluss bei sechs Work­shops. Wie Kin­der und Jugend­li­che krea­ti­ve Zugän­ge zur Bibel fin­den kön­nen, wur­de zum Bei­spiel im Work­shop Bible Art Jour­na­ling“ unter­sucht. Dabei brach­te das Team von Stu­die­ren­den der Lern­werk­statt RU rund um Dr. Rudolf Sitz­ber­ger den Teil­neh­mern auf char­man­te Art und mit unter­schied­li­chen Sin­nes­ein­drü­cken nahe, bekann­te Bibel­tex­te ein­mal gestal­te­risch umzu­set­zen. Und so ging der Wunsch von Anja Wag­ner-Hölzl, es möge ein Stär­kungs­tag wer­den, in Erfül­lung. Grund­schul­leh­re­rin Mari­on Schar­rin­ger von der Grund- und Mit­tel­schu­le Per­les­reut resü­mier­te zum Bei­spiel: Für mich ist der Leh­rer­tag wie eine Oase. Im All­tag kommt man ja nicht dazu, inne zu hal­ten, über einen Text ohne Zeit­druck nach­zu­den­ken und zu malen.“ Die Reli­gi­ons­leh­re­rin in der 1. und 2. Klas­se: Der Leh­rer­tag ist auf alle Fäl­le wert­voll, weil man wie­der neue Sicht­wei­sen und Anre­gun­gen erhält für die prak­ti­sche Umsetzung!“ 

Die letz­te Stär­kung des Leh­rer­ta­ges war eine Eucha­ris­tie­fei­er mit Pfar­rer Mar­kus Kirch­mey­er, die von Kon­rad Raischl und Freun­den musi­ka­lisch gestal­tet wurde.

Text: Uschi Frie­den­ber­ger / pbb