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Kirche vor Ort

Mit der Bibel durchs Jahr

Tamina Friedl am 30.10.2020

2020 Grundschule Büchlberg5 1 info-icon-20px Foto: Friedl / pbp

Zwischen Händewaschen, Lüften und Mund-Nasen-Schutz kommt der Spaß in der Schule momentan zu kurz. Könnte man meinen. Die Grundschule Büchlberg zeigt, dass auch trotz Einschränkungen die spielerische und aktive Gestaltung des Schulalltags nicht komplett aufgegeben werden muss. Nachdem ein ursprünglich geplanter Gottesdienst im Freien nicht stattfinden konnte, hat sich Religionspädagogin Alexandra Friedl kurzerhand eine Alternative überlegt. Eine Alternative, die in eine Tasche passt und die sie zu den Kindern bringt.

Als Alex­an­dra Friedl das Klas­sen­zim­mer betritt, kommt erst­mal Ver­wir­rung auf. Wir haben doch jetzt eigent­lich Deutsch und nicht Reli­gi­on. Oder?“ Was folgt, steht so nicht im Stun­den­plan. Im Rah­men der Schul­pas­to­ral des Bis­tums Pas­sau orga­ni­siert Friedl an ihrer Grund­schu­le ein Pro­jekt, das ganz unter dem Mot­to Mit der Bibel durchs Jahr“ steht. Dabei berei­tet sie im Lauf des Schul­jahrs zusam­men mit allen Klas­sen ver­schie­de­ne Bibel­tex­te auf krea­ti­ve Art auf. Mit­ma­chen darf jeder. Schnell ist die anfäng­li­che Ver­wir­rung über­wun­den und die Vor­freu­de steigt an. Nor­ma­ler­wei­se wür­den die Grund­schü­ler mit ihrer Reli­gi­ons­leh­re­rin Tex­te und Lie­der ein­üben für Got­tes­diens­te oder Musi­cals, die gemein­sam auf­ge­führt wer­den. Da sich die ver­schie­de­nen Klas­sen auf­grund der Hygie­ne­vor­schrif­ten aber nicht ver­mi­schen dür­fen, ist ein sol­ches Gemein­schafts­pro­jekt die­ses Schul­jahr nicht mög­lich. Umso grö­ßer die Freu­de, als Alex­an­dra Friedl im Klas­sen­zim­mer auf dem Boden vor der Tafel ihre Tasche aus­räumt. Ker­zen, Tücher, eini­ge Blät­ter, Dor­nen. Die Schü­ler fan­gen an, zu raten, was sie erwartet. 

Bereits zwei Wochen zuvor haben sich die Schü­ler aller Klas­sen auf dem Schul­ge­län­de auf die Suche gemacht nach ver­schie­de­nen Unter­grün­den. Alles, was sie gefun­den haben, wur­de foto­gra­fiert. Dabei haben die Kin­der von Pflas­ter­stei­nen über Erd­bo­den bis hin zu Sand alles gefun­den, was die Schu­le zu bie­ten hat. In einer Foto­show pro­ji­ziert Friedl die Bil­der nun an die Wand. Am Ende des Vide­os erzählt sie schließ­lich die Geschich­te, um die es geht: die Geschich­te des Sämanns. Sie erklärt, dass Jesus den Jün­gern gesagt hat, sie kön­nen sich Gott wie einen Sämann vor­stel­len. Der Sämann sät sei­ne Samen auf ver­schie­de­ne Unter­grün­de. Fällt die Saat auf die Stra­ße, wird sie von Vögeln gefres­sen. Dor­nen erdrü­cken die Trie­be und zwi­schen Pflas­ter­stei­nen ver­bren­nen sie. Erst gute Erde lässt die Saat wach­sen. Auf die Fra­ge, was Gott denn aus­sät, fällt den Schü­lern vie­les ein: Freund­schaft, Hoff­nung, Schutz, Gebor­gen­heit und Lie­be. Alex­an­dra Friedl erklärt, dass auch die­se Saat mal auf schlech­tem Boden lan­den kann. Die Auf­ga­be der Men­schen sei es, sie wach­sen zu lassen.

Vor die­ser Auf­ga­be ste­hen auch die Kin­der jeden Tag, momen­tan ganz beson­ders. Was sie ver­mit­teln will, ver­packt Alex­an­dra Friedl für ihre Schü­ler in einer Ver­schnauf­pau­se inmit­ten des anstren­gen­den Schul­all­tags. Bei einem Spiel tre­ten zum Schluss zwei Kin­der gegen­ein­an­der an. Zwar muss auch hier Mas­ke getra­gen und alles zwi­schen­durch des­in­fi­ziert wer­den, aber was bleibt, ist vor allem der Spaß am Spiel. Am Platz tan­zen alle zu einem Lied, das die gan­ze Schu­le, so erzählt Friedl, seit Anfang des Schul­jah­res übe. Wohin man im Schul­haus auch gehe, irgend­wo höre man jeman­den das Lied pfei­fen. Den Refrain kön­nen alle aus­wen­dig: Du bist spit­ze, du bist geni­al. Jeman­den wie dich, den gibt es nicht noch­mal. So wie du bist, hat Gott dich aus­ge­dacht. Er hat dich wirk­lich wun­der­bar gemacht.”

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