Soziales

Neue Partnerschaftsprojekt des KDFB

Redaktion am 20.10.2021

Oktober21 claireamitie Foto: Plechinger
Schwester Louise Ndione aus der Diözese Thies, Leiterin von „Claire Amitié“ (Mitte), war im Rahmen des Monats der Weltmission zu Gast im Bistum Passau und berichtete aus erster Hand vom Wirken der Ausbildungsstätte. Die Diözesanvorsitzende Bärbel Benkenstein-Matschiner (6.v.r.) begründete, warum sich der KDFB für diese neue Frauenpartnerschaft entschieden hat.

Frauensolidarität kennt keine Grenzen – angetrieben von dieser Überzeugung setzt sich der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau seit jeher für Frauenprojekte in der Einen Welt ein. Nachdem zuletzt eine intensive Frauenpartnerschaft mit Brasilien gelebt wurde, wird der KDFB künftig das missio-Projekt „Claire Amitié“ in der Diözese Thies im Senegal unterstützen.

Der Start der neu­en Frau­en­part­ner­schaft wur­de im Rah­men eines Ken­nen­lern­abends im Haus der Jugend“ in Pas­sau began­gen. In der Haus­ka­pel­le bete­ten die Teil­neh­me­rin­nen gemein­sam mit Schwes­ter Loui­se Ndio­ne, die Clai­re Ami­tié“ lei­tet und im Rah­men des Monats der Welt­mis­si­on zu Gast im Bis­tum Pas­sau war, die Frau­en­gebets­ket­te. Anschlie­ßend folg­ten Ein­bli­cke in das Pro­jekt Clai­re Ami­tié“, das vor allem ein Ziel ver­folgt: Jun­ge Sene­ga­le­sin­nen aus schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen sol­len befä­higt wer­den, ein selbst­stän­di­ges und selbst­ver­ant­wort­li­ches Leben zu füh­ren. Der Schlüs­sel dafür ist immer Bil­dung“, beton­te die KDFB-Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Bär­bel Ben­ken­stein-Mat­schi­ner. Sie selbst hat­te das Aus­bil­dungs­zen­trum bei einer Dele­ga­ti­ons­rei­se Anfang 2020 besucht. Ich habe leben­di­ge, selbst­be­wuss­te, stol­ze und fröh­li­che Frau­en ken­nen­ge­lernt. Es war ein beein­dru­cken­der Auf­ent­halt“, erin­ner­te sich Ben­ken­stein-Mat­schi­ner zurück. Bis die Frau­en aller­dings ihr Lachen wie­der­fin­den, ver­geht viel Zeit. Lei­te­rin Loui­se Ndio­ne schil­der­te, dass die Schü­le­rin­nen in der Regel aus Fami­li­en kom­men, in denen sie Gewalt und auch Miss­brauch erle­ben. Eine soli­de Schul- und Berufs­aus­bil­dung bleibt den Mäd­chen ver­wehrt, da vie­le von ihnen schnell ver­hei­ra­tet wer­den oder schon früh zum Lebens­un­ter­halt der Fami­lie bei­tra­gen müssen. 

Hier setzt Clai­re Ami­tié“ an: In der katho­li­schen Aus­bil­dungs­stät­te absol­vie­ren über 140 Frau­en eine drei­jäh­ri­ge, staat­lich aner­kann­te Berufs­aus­bil­dung. Sie ler­nen kochen, backen, schnei­dern und wer­den in Fächern wie Mathe­ma­tik oder Eng­lisch unter­rich­tet, damit sie sich spä­ter eine beruf­li­che Zukunft auf­bau­en kön­nen. Mäd­chen, die Trau­ma­ti­sches erlebt haben, wer­den zudem wöchent­lich von psy­cho­lo­gi­schem Fach­per­so­nal betreut. Die Mis­si­on sei, allen Schü­le­rin­nen – unab­hän­gig davon, ob ein Mäd­chen Chris­tin oder Mus­li­ma ist – zu beglei­ten und zu för­dern, so Schwes­ter Loui­se Ndio­ne. Grund­sätz­lich wies sie auch dar­auf hin, dass das Zusam­men­le­ben bei­der Reli­gio­nen im Sene­gal ver­gleichs­wei­se gut funk­tio­nie­re und bei Clai­re Ami­tié“ mit den ört­li­chen Ima­men zusam­men­ge­ar­bei­tet werde. 

Im Lau­fe des Ken­nen­lern­abends wur­de auch dank zwei­er Fil­me, die Ein­bli­cke in den All­tag der Schü­le­rin­nen gaben, deut­lich: Das Kon­zept funk­tio­niert, Clai­re Ami­tié“ leis­tet Hil­fe zur Selbst­hil­fe und bedeu­tet für jun­ge Frau­en die Ein­tritts­kar­te in ein selbst­be­stimm­tes Leben. Lei­te­rin Loui­se Ndio­ne berich­te­te bei­spiels­wei­se von einer jun­gen Frau, die nach Clai­re Ami­tié“ eine eige­ne Recy­cling­fir­ma gegrün­det hat­te. Eine ande­re mach­te sich mit einem Kin­der­gar­ten selbst­stän­dig. Erfolgs­ge­schich­ten, die Hoff­nung schen­ken. Wir Frau­en vom KDFB in Pas­sau möch­ten in Zukunft jun­ge Frau­en im Sene­gal unter­stüt­zen, damit die­se ihr Leben selbst gestal­ten kön­nen. Ganz nach dem Mot­to der Frau­en­so­li­da­ri­tät. Ich freue mich auf die Zusam­men­ar­beit. Herz­lich Will­kom­men in unse­rer Mit­te!“, sag­te die Diö­ze­san­vor­sit­zen­de Bär­bel Ben­ken­stein-Mat­schi­ner. Zum Auf­takt der neu­en Part­ner­schaft spen­de­te der KDFB 1.000 Euro an Clai­re Ami­tié“. Wei­te­re Zuwen­dun­gen wer­den fol­gen. Gemein­sam mit unse­ren Zweig­ver­ei­nen wer­den wir unser neu­es Part­ner­schafts­pro­jekt stets im Blick behal­ten“, ver­sprach Benkenstein-Matschiner.

Text: Mareen Mai­er / Katho­lisch Deut­scher Frauenbund

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