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Das glauben wir

Dafür oder dagegen?

Redaktion am 13.05.2022

220515 Predigt Kirchgessner title Foto: Stefanie Hintermayr/pbp

"Ja, dann möchte ich auch dabei sein!" So heißt es in einem bekannten Gospel, in dem es um den Himmelreich Gottes geht. Wer schon möchte nicht auf ewig befreit sein von Leid und Trauer, Mühsal und Angst? Das Gute dabei: Jeder entscheidet sich selbst im Leben für oder gegen Gott. Mehr dazu von Domvikar Bernhard Kirchgessner, Leiter des Exerzitien- und Bildungshauses Spectrum Kirche Passau-Mariahilf in seiner Predigt zum 5. Sonntag der Osterzeit am 15. Mai 2022.

Geht es Ihnen auch so wie mir? Was der­zeit auf der Welt pas­siert, die Mas­sa­ker in der Ukrai­ne, das Nie­der­bren­nen christ­li­cher Dör­fer in Myan­mar, die grau­sa­me Miss­ach­tung der Men­schen­rech­te in vie­len Län­dern die­ser Erde schrei­en nach Gerech­tig­keit. Eines muss bei allen Demo­kra­ten com­mon sen­se sein. Wenn der Spuk in der Ukrai­ne vor­bei ist, müs­sen die Ver­ant­wort­li­chen vor Ort, aber auch der Schläch­ter aus dem Kreml und sein ser­vi­ler Adju­tant, der Patri­arch, wie damals in Nürn­berg vor das Tribunal. 

Man kann nun fra­gen: War­um greift Gott da nicht ein? Aber der Gott und Vater Jesu Chris­ti ist kein Deus ex machi­na, der vom Him­mel Blit­ze zucken lässt und alles Böse sofort rächt. Doch wer meint, er wür­de unge­scho­ren davon­kom­men, wird beim Jüngs­ten Gericht ein böses Erwa­chen erle­ben. Dann schlägt die Stun­de gött­li­cher Gerech­tig­keit. Spä­tes­tens dann, das sagt uns die heu­ti­ge Lesung aus der Offen­ba­rung des Johan­nes, wird das Gute über das Böse siegen.

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Got­tes Müh­len mögen lang­sam malen, aber treff­si­cher. Johan­nes klei­det dies in die wun­der­ba­re Meta­pher des neu­en Jeru­sa­lem, einer hei­li­gen Stadt, die sich in Pracht und Herr­lich­keit vor unse­ren Augen ent­fal­ten wird — und wir mit­ten drin. Die Woh­nung Got­tes unter den Men­schen, so ver­kün­det die Stim­me vom Him­mel. ER wird für immer in unse­rer Mit­te zel­ten, wir wer­den sein Volk sein und er, GOTT, wird für immer mit uns sein. Trä­nen, Trau­er, Kla­ge und Müh­sal gehö­ren dann ein für alle Mal der Ver­gan­gen­heit an, denn Gott macht alles neu.

In einem Gos­pel heißt es: ja, dann möch­te ich auch dabei sein!“. Ganz ehr­lich: ich auch. Doch wie kom­me ich an die­sen Punkt? Was muss ich tun, um auf der Sei­te jener zu ste­hen, die dabei sein dür­fen? Auf die­se Fra­ge gibt uns das heu­ti­ge Evan­ge­li­um eine knap­pe und kla­re Ant­wort: Liebt ein­an­der, wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr ein­an­der lie­ben.“ Eine drei­fa­che Lie­be führt uns also ans Ziel: Die Lie­be zu uns selbst, die Akzep­tanz mei­ner selbst mit der Ver­pflich­tung, stets an den eige­nen Feh­lern zu arbei­ten; die Lie­be zum Nächs­ten und natür­lich die Lie­be zu Gott. Dazu geben wir selbst im Lauf des Lebens den Startschuss.

Es geht also um etwas in die­sem Leben, wie Bischof Ste­fan zurecht immer wie­der betont. Es geht nicht nur um etwas, es geht um alles oder nichts: Lau­fe ich nach dem Start­schuss dem Gott und Vater Jesu ent­ge­gen, lan­de ich am Ende in sei­nen weit geöff­ne­ten, sich mir ent­ge­gen­stre­cken­den Armen, oder lau­fe ich von ihm weg ins Dun­kel, ins Ver­der­ben, dort­hin, wo Hass statt Lie­be herrscht?

Damit Sie mich nicht miss­ver­ste­hen: Ich muss vor Gott nichts leis­ten um mein Ziel zu erlan­gen, ich kann mir den Him­mel auch nicht erkau­fen, ich darf ihn mir viel­mehr schen­ken las­sen. Aber ein­mal im Leben muss ich mich ent­schei­den, wie, wofür und mit wem ich leben möch­te: mit oder gegen Gott, für oder gegen die Lie­be. Wer sich für Gott ent­schei­det, steht auf der Sei­te der Sie­ger, auf der Sei­te der Lie­be, auf der Sei­te des Friedens.

Bern­hard Kirch­gess­ner
Lei­ter Exer­zi­ti­en- und Bil­dungs­haus Spec­trum Kir­che Passau