Das glauben wir

„Was ER euch sagt, das tut!“

Redaktion am 17.01.2025

Info Icon Foto: Bayer / pbp

Auf die Stimme Gottes zu hören und seinen Willen zu tun klingt oft wie ein schneller und einfacher Ratschlag. Domvikar Bernhard Kirchgessner zeigt in seinem Impuls zum Sonntag eine Möglichkeit auf, wie dies wirklich gelingen kann.

Skan­dal! Der Wein ging aus! Hoch­zeits­gäs­te saßen auf dem Tro­cke­nen!“ So oder ähn­lich wür­de heu­te eine Bou­le­vard­zei­tung titeln, wenn bei einer Pro­mi Hoch­zeit der Wein aus­gin­ge und man den Gäs­ten nur noch Lei­tungs­was­ser vor­set­zen wür­de. Doch so groß war der Skan­dal bei der Hoch­zeit zu Kana vor 2000 Jah­ren gar nicht. Damals fei­er­te man eine Woche lang mit wech­seln­den Gäs­ten, da konn­ten die Geträn­ke, spe­zi­ell der Wein, schon mal knapp wer­den.

Die Mut­ter Jesus weiß in die­ser unan­ge­neh­men Situa­ti­on Rat: Geht zu Jesus, fragt ihn, was er euch dann sagt, das tut!“ So geschieht es, doch Jesus kon­tert: Was geht das mich an? Ich bin hier Gast nicht Bräu­ti­gam! Schließ­lich aber han­delt er: Er lässt sechs gro­ße Ampho­ren mit Was­ser befül­len, den Som­me­lier tes­ten und die­ser fragt mit hoch­ge­zo­ge­nen Augen­brau­en und erstaun­tem Blick nach der Her­kunft des guten Wei­nes. Über die Wein­sor­te lässt sich nun treff­lich spe­ku­lie­ren. Ich tip­pe auf einen Cuvée aus Syrah und Caber­net Sauvignon.

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Skan­dal! Der Kir­che gehen die Mit­glie­der aus!“ So könn­te man die Erzäh­lung des Johan­nes­evan­ge­li­ums heu­te fort­schrei­ben. Der Aus­zug hat vie­le Grün­de mit denen sich klu­ge Köp­fe beschäf­ti­gen. Doch min­des­tens genau­so wich­tig wie die Erfor­schung der Grün­de, ist die Fra­ge, was man dage­gen tun kann. Auch hier geben vie­le Köp­fe mehr oder min­der klu­ge Antworten. 

Einen leicht zu über­se­hen­den, unge­mein wich­ti­gen Rat, für die aktu­el­le Situa­ti­on kön­nen wir dem heu­ti­gen Evan­ge­li­um ent­neh­men, den Rat der Mut­ter Jesu: Was er euch sagt, das tut!“ Wie das gemeint ist, ver­deut­licht eine köst­li­che Anek­do­te, die aus dem Leben des papa buo­no, Papst Johan­nes XXIII. über­lie­fert ist. Befragt, wie er bei so gro­ßer Ver­ant­wor­tung für die Kir­che denn noch ruhig schla­fen kön­ne, ant­wor­te­te er, er habe in der Tat lan­ge schlecht geschla­fen, bis er sein Nacht­ge­bet wie folgt geän­dert habe: 

Herr, es ist 23 Uhr, ich bin müde. Es ist dei­ne Kir­che, küm­me­re dich dar­um. Gute Nacht.“

Ja, es ist in der Tat sei­ne, nicht unse­re Kir­che. ER ist der HERR, nicht wir, nicht ein­mal der Bischof noch der Papst. Wir sind nur sei­ne Sprach­roh­re, oft­mals rau­schen­de Mikro­pho­ne. Wäre es für uns per­sön­lich wie für die Kir­che nicht an der Zeit, auf Mari­ens Rat zu hören: Was ER euch sagt, das tut!“
Kön­nen wir Men­schen über­haupt hören, was er uns sagt, und wenn ja, wie geht das? Eine Ant­wort auf die Fra­ge nach dem wie“ habe ich durch die Arbeits­wei­se der römi­schen Welt­syn­ode gelernt:

  1. Gleich­ge­sinn­te kom­men zusammen
  2. Alle lesen einen bibli­schen Text
  3. Danach schwei­gen alle, nichts wird zerredet.
  4. Wer mag, wie­der­holt einen als mar­kant wahr­ge­nom­men Satzes. 
  5. Alle hören auf­ein­an­der hören
  6. Die Grup­pe ruft instän­dig den Hei­li­gen Geist an und
  7. schließt die Zusam­men­kunft mit einem Gebet ab.

Das ist wahr­lich kein Wun­der­re­zept, ermög­licht jedoch die lei­se Stim­me des HERRN heu­te zu hören und sei­nen Wil­len für Kir­che, Welt und mich selbst zu erken­nen. Danach sind wir gefragt unse­ren Eigen­wil­len zu über­win­den und sei­nen Wil­len in die Tat umzu­set­zen, wie wir im Vater Unser beten: DEIN Wil­le gesche­he, wie im Him­mel so auf Erden.


Text: Dom­vi­kar Dr. Bern­hard Kirchgessner

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