Das glauben wir

Sei Zeuge!

Pressemeldung am 11.12.2020

Info Icon Foto: Bayer / pbp

Zeuge eines Ereignisses zu sein ist meistens keine sehr leichte Sache. Es bedarf eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem Erlebten und den Mut seine Stimme zu erheben und für die Wahrheit einzutreten. Auch Christus braucht unsere Stimme, um seine Worte zu bezeugen, mehr dazu von Dr. Bernhard Kirchgessner, Leiter des Exerzitien- und Bildungshauses Spectrum Kirche Passau, in seiner Predigt zum 3. Adventssonntag am 13. Dezember 2020.

Erin­nern Sie sich noch an die Fern­seh­se­rie König­lich-Baye­ri­sches Amts­ge­richt, gespielt von vie­len längst ver­stor­be­nen Schau­spie­lern, baye­ri­schen Ori­gi­na­len? Eine Sen­dung, die wohl den Ü 50 unter uns noch ver­traut sein dürf­te. In die­ser Sen­dung, spiel­te der Gerichts­die­ner eine beson­de­re Rol­le. Er hat­te auf Geheiß des Amts-rich­ters die Zeu­gen auf­zu­ru­fen. Dabei bedien­te er sich zunächst einer Pri­se aus der Schnupf­ta­bak­do­se und sodann des stets glei­chen Spruchs: Die Zeu­gin Wall­ner Babet­te, Kell­ne­rin zu Dürl­ling“. Und dann folg­te stets ein Geh wei­da, mir san dro.“

Ein Zeu­ge ist eine natür­li­che Per­son, die zu einem auf­zu­klä­ren­den Sach­ver­halt eige­ne Wahr­neh­mun­gen bekun­den kann“, so for­mu­liert es Wiki­pe­dia. Zeu­gen braucht es vor Behör­den und bei Gericht, bei der Abfas­sung von Urkun­den und bei reli­giö­sen Fei­ern (Trau­zeu­gen).

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Zu einer beson­de­ren Spe­zi­es Zeu­gen gehört der Täu­fer Johan­nes. Schon als Kind im Mut­ter­schoß war er via Mama Eli­sa­beth Jesus begeg­net. Ver­brieft ist die Begeg­nung am Jor­dan anläss­lich der Tau­fe Jesu sowie das Zeug­nis des Johan­nes für das Licht, wie das heu­ti­ge Evan­ge­li­um belegt. Wir kön­nen von Johan­nes her sagen: Die Hei­li­ge Schrift kennt reli­giö­se Zeu­gen, die das, was sie gese­hen, gehört und mit Jesus erlebt haben, bezeu­gen, und unter Umstän­den – wie Ste­pha­nus – die­ses Zeug­nis mit dem Leben bezah­len. Der reli­giö­se Zeu­ge gibt also wider, was er selbst ver­nom­men oder auf­grund des wah­ren Zeug­nis­ses ande­rer erfah­ren hat.

In die­sem Sin­ne sind alle Chris­tin­nen und Chris­ten reli­giö­se Zeu­gen. Ich fra­ge: Sind wir Chris­tin­nen und Chris­ten noch Zeu­gen für das Licht“? Reflek­tie­ren wir durch unser Leben noch etwas vom Licht, das von Chris­tus aus­geht? Von Papst Paul VI stammt der Aus­spruch: Der heu­ti­ge Mensch hört lie­ber auf Zeu­gen als auf Gelehr­te, und wenn er auf Gelehr­te hört, dann des­halb, weil sie Zeu­gen sind“.

Wir brau­chen die Gelehr­ten, wir brau­chen die Theo­lo­gie. Noch drin­gen­der aber brau­chen wir Men­schen, die mit ihrer gan­zen Exis­tenz die Wahr­heit des Evan­ge­li­ums bezeu­gen. Papst Bene­dikt bekennt im Vor­wort sei­ner Jesus­tri­lo­gie eben­so schlicht wie kraft­voll: Für mei­ne Dar­stel­lung Jesu bedeu­tet dies vor allem, dass ich den Evan­ge­li­en traue.“ Trau­en auch wir der Hei­li­gen Schrift? Ver­trau­en wir Jesus von Naza­ret? Und wenn wir ihnen trau­en, geben wir auch Zeug­nis davon?

Papst Fran­zis­kus schreibt in EVAN­GE­LII GAU­DI­UM: Es wird von uns nicht ver­langt, dass wir makel­los sind, son­dern viel­mehr, dass wir immer im Wach­sen begrif­fen sind, dass wir in dem tie­fen Wunsch leben, auf dem Weg des Evan­ge­li­ums vor­an­zu­schrei­ten, und den Mut nicht ver­lie­ren.“ (EG Nr. 151) Und er spricht uns Mut zu mit den Wor­ten: Jeder Christ ist in dem Maß Mis­sio­nar (sprich Zeu­ge), in dem er der Lie­be Got­tes in Jesus Chris­tus begeg­net ist.“ (EG Nr. 120)

Das ist doch ein guter Maß­stab für uns: Wer der Lie­be Got­tes in Chris­tus in sei­nem Leben spür­bar begeg­net ist – ich hof­fe ein jeder von uns -, der lege Zeug­nis davon ab. Mit ande­ren Wor­ten: Geh wei­da, mir san dro!“

Ihr Msgr. Dr. Bern­hard Kirch­gess­ner
Lei­ter von Spec­trum Kir­che - Exer­zi­ti­en- und Bil­dungs­haus auf Mariahilf

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