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Das glauben wir

Herz im Himmel

Redaktion am 25.06.2021

210627 Predigt Striedl Title WEB info-icon-20px Foto: Bayer/pbp

Fachkräfte sind rar, im volkswirtschaftlichen Bereich spricht man hierbei immer vom Fachkräftemangel. Auch die Kirche ist um Nachwuchs bemüht, um junge Menschen die sich dazu berufen fühlen das Wort Gottes zu verkündigen. Mehr dazu von Dompropst em. Hans Striedl in seiner Predigt zum 13. Sonntag im kirchlichen Jahreskreis am 27. Juni 2021.

In der ver­gan­ge­nen Woche hat­te ich ein schö­nes Erleb­nis: Ich durf­te mit einer gan­zen Rei­he von Pries­ter­ju­bi­la­ren mit unse­rem Bischof einen fest­li­chen Got­tes­dienst im Dom fei­ern – wun­der­schön gestal­tet von der Dom­mu­sik. Der Bischof hat herz­li­che Wor­te des Dan­kes und der Aner­ken­nung aus­ge­spro­chen für unse­ren Dienst in den ver­gan­ge­nen Jahrzehnten. 

Frei­lich war die­se Freu­de etwas getrübt, weil wir heu­er kei­nen Neu­pries­ter fei­ern kön­nen. An die­sem Wochen­en­de wäre die Pries­ter­wei­he gewe­sen. Bei einem Tref­fen mit Freun­den habe ich dann gefragt, war­um heu­te der Pries­ter­be­ruf so wenig gefragt ist. Jemand hat dar­auf geant­wor­tet: Ihr Pries­ter habt nun ein­mal mit Din­gen zu tun, die den Durch­schnitts­men­schen wenig inter­es­sie­ren: Das ist Gott – und das sind Din­ge, denen man mög­lichst aus dem Weg gehen möch­te: näm­lich Krank­heit – Not – Ster­ben – Tod.“

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Da ist etwas dran! Tat­säch­lich hat der Pries­ter neben dem Arzt am häu­figs­ten mit Ster­ben und Tod zu tun. Selbst die 70/80 Pro­zent der Getauf­ten, die nicht mehr zur Kir­che gehen und nur noch schwa­che Kon­tak­te zur Pfarr­ge­mein­de haben, sind der Ansicht: Wenn‘s ans Ster­ben geht, soll der Pries­ter zur Stel­le sein. Sie haben noch eine vage Erin­ne­rung dar­an: Wenn der Arzt vom Ster­be­bett zurück­tritt, ver­fügt der Pries­ter noch über Wor­te und Zei­chen, die über den Tod hinausweisen.

Jemand aus der Run­de hat gesagt: Pries­ter fal­len nicht vom Him­mel – sie erwach­sen einer Fami­lie, die dafür den Grund gelegt hat. Ich ver­ges­se nie den Bischof Klaus Hem­mer­le. Er hat ein­mal zu die­sem The­ma gesagt: Mein Bischofs­ring ist zusam­men- geschmie­det aus den Ehe­rin­gen mei­ner ver­stor­be­nen Eltern. d.h. Dort, wo lie­be­vol­ler und schen­ken­der Geist in der Fami­lie den Boden berei­tet, wo mit­ein­an­der gebe­tet wird, wo das Meß­op­fer gefei­ert wird, dort wird der Altar nie ohne Pries­ter sein!“

Ich möch­te hin­zu­fü­gen: Neben dem Eltern­haus, neben der eige­nen Fami­lie trägt die gan­ze Umge­bung dazu bei, ob sich ein jun­ger Mensch traut JA“ zu sagen, wenn er spürt, dass Gott ihn für sei­ne Kir­che braucht.
Viel­leicht hört mich jetzt ein jun­ger Mensch, der um die­se Ent­schei­dung ringt. Ich möch­te Dir das Wort des Hl. Don Bosco ans Herz legen:“ (Ich sags auf Bay­risch): s‘Herz im Him­mel – und d‘Füß auf der Erd!“ Bleib stets in guter Ver­bin­dung mit dem Herr­gott und küm­me­re Dich um die Men­schen in Dei­ner Umgebung!

Und eines ver­spre­che ich Dir: Ich bete für Dich!

Hans Striedl
Dom­propst em.