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Bischof

Kapuziner aus St. Magdalena verabschiedet

Redaktion am 04.10.2021

211003 Verabschiedung Kapuziner Altoetting Foto3 RD info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner

147 Jahre lang lebten und wirkten die Kapuziner im Altöttinger Kloster St. Magdalena. Nun ziehen sie sich ins verbleibende Kloster St. Konrad zurück. Am 3. Oktober haben sie sich nun endgültig aus St. Magdalena verabschiedet – mit einer sehr besinnlichen Feier in der St. Anna-Basilika.

Psalm­wor­te, (Friedens-)Gebete, Gedan­ken, Lie­der, ein Lob­preis, Fran­zis­kus‘ Son­nen­ge­sang“ – abwech­selnd tru­gen ein­zel­ne Kapu­zi­ner­brü­der Schrit­te im Leben und Ster­ben des hei­li­gen Fran­zis­kus vor. Den offi­zi­el­len Abschied gestal­te­ten sie als eine Tran­si­tus­fei­er im Geden­ken an den Tod des hei­li­gen Grün­ders des Ordens der Fran­zis­ka­ner, aus dem auch die Kapu­zi­ner her­vor­gin­gen. Ein biss­chen Weh­mut schwang sicher­lich mit, den­noch war der Abschied in ers­ter Linie ein besinn­li­cher, ein geist­li­cher – mit der Bot­schaft, dass es nach dem Tod längst nicht vor­bei ist, und dass jedem Abschied auch ein neu­er Anfang innewohnt.

Dass der Tod nicht das Ende, son­dern ein Auf­bruch in ein grö­ße­res Leben“ sei, beton­te auch Pas­saus Bischof Ste­fan Oster in sei­ner Pre­digt. Der hei­li­ge Fran­zis­kus sei ein Meis­ter die­ses grö­ße­ren Lebens“ gewe­sen. Dies bedeu­te jedoch noch lan­ge nicht, dass das Los­las­sen für Ordens­leu­te ein­fach sei – im Gegen­teil: Auch Ordens­leu­te fas­sen Fuß, gewin­nen Hei­mat“, beton­te Oster, der selbst einem Orden, dem der Sale­sia­ner, ange­hört. Dass die Kunst des Los­las­sens gera­de für das geist­li­che Leben wich­tig sei, ver­deut­lich­te Oster mit einem Zitat des iri­schen Autors Cli­ve Stap­les Lewis: Nichts, was du nicht los­ge­las­sen hast, wird dir jemals wirk­lich gehö­ren.“ Der Bischof erklär­te: Lie­be und Ver­trau­en ent­ste­hen nur, wenn man den ande­ren los­las­sen kann, wenn einem der Ande­re in Frei­heit begeg­nen kann.“ Der hei­li­ge Fran­zis­kus habe ver­stan­den, dass Gott schenkt, damit wir wei­ter ver­schen­ken“ und dass Lie­be sich ver­meh­re, wenn man sie ver­schenkt. Der Bischof äußer­te sich außer­dem dank­bar für die gute Zahl an Ordens­leu­ten im Bis­tum“ und dabei auch für die Kapu­zi­ner, die Armut leben, weil sie Zeug­nis geben, dass sie von einem grö­ße­ren Reich­tum berührt sind“.

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Dank­bar äußer­te sich der Bischof auch, dass die Kapu­zi­ner dem Wall­fahrts­ort Alt­öt­ting treu blei­ben. Auch wenn sie St. Mag­da­le­na ver­las­sen, bleibt ihnen ja noch die Wir­kungs­stät­te des hei­li­gen Bru­ders Kon­rad. Der schei­den­de Guar­di­an und stell­ver­tre­ten­de Wall­fahrts­rek­tor, P. Nor­bert Schlen­ker, infor­mier­te am 2. Okto­ber: Die in Alt­öt­ting ver­blei­ben­den 18 Brü­der sind nun dabei, in St. Kon­rad sich neu zusam­men zu fin­den und unter neu­en Vor­zei­chen ihre Arbeit zu leisten.“

An die­sem Sams­tag­abend fand in der Basi­li­ka eine Vor­abend­mes­se mit Ver­ab­schie­dung von P. Nor­bert (ab Janu­ar 2014 in Alt­öt­ting) und des bis­he­ri­gen Pfört­ners von St. Mag­da­le­na (ab Mai 2011), Br. Ernst-Kon­rad Macken­b­rock, statt – P. Nor­bert wech­selt ins ältes­te Klos­ter der Deut­schen Kapu­zi­ner­pro­vinz in Wer­ne im west­fä­li­schen Müns­ter­land; Br. Ernst-Kon­rad ins Klos­ter zum Mit­le­ben“ in Stüh­lin­gen im süd­li­chen Schwarzwald.

P. Nor­berts Pre­digt war ein per­sön­li­cher Rück­blick und dar­über hin­aus eine geist­li­che Bot­schaft, die mehr vom Gedan­ken des Auf­bruchs als des Abschieds geprägt war: Ich habe unse­ren Wall­fah­rern bei Begrü­ßun­gen immer wie­der gesagt, dass Pil­gern und Wall­fah­ren zei­chen­haft eine Absa­ge an jede Form von Unbe­weg­lich­keit sein soll­ten. Immer wie­der gilt es, auf­zu­bre­chen und den Weg neu mit dem Herrn zu gehen – das braucht die Kir­che unse­rer Tage ganz not­wen­dig“, sag­te er und stell­te außer­dem fest: Franz von Assi­si, den wir heu­te fei­ern, ist ein spre­chen­des Bei­spiel für die­se Beweg­lich­keit.“ Den hei­li­gen Ordens­grün­der zitier­te er u.a. mit Wor­ten, die die­ser am Ende sei­nes Lebens sag­te: Brü­der, lasst uns end­lich anfan­gen, denn wir haben bis­her sehr wenig getan!“

211003 Verabschiedung Kapuziner Altoetting Foto1 RD info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner

Zahl­rei­che Besu­cher nah­men an den bei­den Fei­er­lich­kei­ten teil. Zur Tran­si­tus­fei­er kamen u.a. der Pro­vin­zi­al der Deut­schen Kapu­zi­ner­pro­vinz, Br. Chris­to­pho­rus Goe­der­eis, Bischof em. Wil­helm Schraml, Stadt­pfar­rer Prä­lat Klaus Metzl, Dekan Heri­bert Schau­er, Stifts­ka­no­ni­ker, vie­le Freun­de der Kapu­zi­ner, und aus dem öffent­li­chen Leben MdL Mar­tin Huber, Land­rat Erwin Schnei­der und Bür­ger­meis­ter Ste­phan Ant­wer­pen. Im Rah­men der Vor­abend­mes­se bedank­ten sich bei den Kapu­zi­nern und vor allem bei P. Nor­bert für die gute Zusam­men­ar­beit u.a. Richard Mödl für den Initia­tiv­kreis Jun­ge Wall­fahrt Alt­öt­ting und Bern­hard Mei­ler für die Regens­bur­ger Fußwallfahrt.

Die Tran­si­tus­fei­er gestal­te­ten die Scho­la Autin­gen­sis musi­ka­lisch, die Vor­abend­mes­se ein Ensem­ble der Alt­öt­tin­ger Kapell­sing­kna­ben und der Mäd­chenkan­to­rei. Am Sams­tag­abend fand nach dem Got­tes­dienst eine Lich­ter­pro­zes­si­on statt.

Text: Micha­el Glaß
Fotos: Ros­wi­tha Dorfner