Das glauben wir

Theologie für die Gegenwart

Pressemeldung am 24.11.2022

Prof eter Huenermann Foto: Universität Passau
Im Rahmen des Jubiläums "400 Jahre akademische Tradition in Passau" sprach der Theologe Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Hünermann über eine „Theologie für die Gegenwart“.

Im Rahmen der Feierlichkeiten „400 Jahre akademische Tradition in Passau“ präsentierte der renommierte Theologe Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Hünermann seine Gedanken zu einer „Theologie für die Gegenwart“. Der Vortrag im Audimax der Universität Passau war Teil der aktuellen Ringvorlesung zum Jubiläum.

Pro­fes­sor Dr. Dr. h.c. mult. Peter Hüner­mann the­ma­ti­sier­te in sei­nem Vor­trag das grund­sätz­li­che Pro­blem des alten Typus‘“ Theo­lo­gie und des­sen feh­len­den Bezug zum kon­kre­ten Leben von Men­schen und ihren exis­ten­ti­el­len Fra­gen. Die Bri­sanz und die Aktua­li­tät des The­mas wur­den bereits in der Begrü­ßungs­re­de von Prof. Dr. Wer­ner Game­rith, Beauf­trag­ter der Uni­ver­si­täts­lei­tung für Nach­hal­tig­keit, und in der anschlie­ßen­den Lau­da­tio des ehe­ma­li­gen Lehr­stuhl­in­ha­bers für Dog­ma­tik, Prof. Dr. Her­mann Sting­lham­mer, deut­lich. Sting­lham­mer ist Schü­ler Hüner­manns und stell­te das Leben und Wir­ken des Tübin­ger Theo­lo­gen vor. 

Die leb­haf­ten Debat­ten, die das Gespräch zwi­schen der uni­ver­si­tä­ren Theo­lo­gie, der Gemein­schaft der Gläu­bi­gen und den Ver­tre­tern der amt­li­chen Kir­che auf dem Syn­oda­len Weg“ in Deutsch­land bestim­men, mach­ten deut­lich, so Pro­fes­sor Hüner­mann, dass der Typus einer Theo­lo­gie ewi­ger Wahr­hei­ten“, wie er in der Ver­gan­gen­heit vor allem durch das kirch­li­che Lehr­amt favo­ri­siert wur­de, an sei­ne Gren­ze gekom­men ist. Über 2000 Jah­re habe im west­li­chen Den­ken ein fes­tes Welt­bild die Wis­sen­schaf­ten domi­niert. Die kos­mi­sche Per­spek­ti­ve des Aris­to­te­les soll­te auch Jahr­hun­der­te spä­ter die katho­li­sche Glau­bens­leh­re prägen.

Im Zuge der so genann­ten sprach­ana­ly­ti­schen Wen­de (engl. lin­gu­is­tic turn) im 20. Jahr­hun­dert sei das abend­län­di­sche Den­ken von Grund auf neu bewer­tet worden.

Fort­an wur­de der Spra­che eine zen­tra­le Rol­le zuge­schrie­ben. Bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten wie der Phi­lo­soph Lud­wig Witt­gen­stein deu­ten Spra­che als unaus­weich­li­che Bedin­gung des Denkens.”

Theologe Hünermann

Fort­an wur­de der Spra­che eine zen­tra­le Rol­le zuge­schrie­ben. Bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten wie der Phi­lo­soph Lud­wig Witt­gen­stein deu­ten Spra­che als unaus­weich­li­che Bedin­gung des Den­kens. Die Refle­xi­on des eige­nen Den­kens wird im Tenor des 20. Jahr­hun­derts folg­lich zur Sprach­kri­tik. Dar­über hin­aus gewinnt zudem die Prag­ma­tik an Ein­fluss, Spre­chen wird als Han­deln gewer­tet. Die­ser Umbruch lässt auch Ansät­ze der Theo­lo­gie nicht unbe­rührt“, so der Theo­lo­ge Hüner­mann. Ein Umden­ken im Sprach­sys­tem schaf­fe eine Wen­de hin zu einem neu­en Typus von Theo­lo­gie, der das kul­tur- und epo­chen­über­grei­fen­de Phä­no­men des Für-wahr-Hal­tens, dass das hier noch nicht alles ist“, bes­ser ver­ste­hen lässt. 

In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on fass­te Hüner­mann sein Anlie­gen zusam­men: Er woll­te zei­gen, wie aus inner­theo­lo­gi­schen Grün­den her­aus eine Denk­wei­se mög­lich wer­den kann, die sich als eine geschicht­lich dimen­sio­nier­te Aus­le­gung des Glau­bens in der Zeit begreift; näm­lich als eine dia­lo­gi­sche Gestalt von Theo­lo­gie, die das Wahr-Sein“ des Glau­bens unter den Bedin­gun­gen der jewei­li­gen Zeit und Kul­tur begreift.

Text: Uni­ver­si­tät Passau

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