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Kirchenführer der Pfarrkirche


 

Kirchenführer der Pfarrkirche "Simon und Judas Thaddäus", Moos, Ortsteil Kurzenisarhofen

Für die Pfarrei Isarhofen gibt es einen "Kirchenführer" der in der Kirchenverwaltung aufliegt.

 

 

Verehrte Besucher unserer Pfarrkirche!

Ich darf Sie recht herzlich einladen, über unsere Kirche zu staunen und diesen Raum der Stille und des Gebetes auf sich wirken zu lassen. Vor vielen Jahrhunderten haben glaubende Menschen dieses Kunstwerk geschaffen, zur Ehre Gottes, um das Geheimnis Gottes ein Stück auf unserer Erde sichtbar werden zu lassen.

Mögen auch Sie darin die Nähe Gottes erfahren und die Begegnung mit Gott suchen.

Urkundlich erwähnt wurde die Pfarrei Isarhofen zum ersten mal im Jahre 1224. Der heutige Kirchenbau wurde unter Abt Johann IV. von Niederalteich und unter Graf Warmund von Preysing, dem damaligen Grafen von Moos, errichtet. Die Kirche wurde in den Jahren 1624 -1628 errichtet, mitten in der Schreckenszeit des Dreißig-jährigen Krieges. Die Kirche ist eine Anlage mit starken Wandpfeilern und Tonnengewölbe mit Stichkappen.

Der Turm wurde in den Jahren 1646 -1649 hinzugefügt und erhielt erst in den Jahren 1836 -1846 seine heutige Gestalt. Eine größere Veränderung erfuhr der Innenraum unserer Pfarrkirche im Jahre 1890, als das Langhaus durch Architekt Schott aus München mit der Stuckdecke neu gestaltet wurde. Die letzte Außenrenovierung unserer Pfarrkirche wurde im Jahr 2002 durchgeführt. Die Maßnahmen betrafen die Reinigung und Ausbesserung des Turmes, Ausbesserung und Neueindeckung des Daches und neue Farbgestaltung der Außenfassade, die sich an Befunduntersuchungen alter Anstriche unserer Kirche orientierte.

Der überaus prächtige Hochaltar im Stil der Spätrenaissance stammt aus der Zeit vor 1636. In diesem Jahr heiratete Graf Warmund von Preysing zum dritten Mal und dieses Wappen der dritten Gemahlin fehlt am Hochaltar. Im Mittelpunkt des Hochaltares thront Maria mit dem Christuskind auf den Wolken des Himmels, als Königin der Apostel, wie in der angebrachten Inschrift zu lesen ist. Zu Füßen der Madonna stehen die beiden Patrone unserer Pfarrei und unserer Pfarrkirche, die beiden Apostel

Simon und Judas Thaddäus.

Als Hinweis auf sein Martyrium hält Simon die Säge in der Hand, Judas Thaddäus die Keule. Das Kirchenpatrozinium wird am 28. Oktober gefeiert. Im Auszug des Hochaltares befindet sich die Statue der hl. Anna, der Mutter Marias. Sie wird gezeigt mit ihrer Tochter Maria, dargestellt bereits als junges Mädchen und mit dem Kind Jesus auf dem Arm, vom Volksmund als „Anna selbdritt" bezeichnet. An der linken Seite des Hochaltares steht die Statue Johannes des Täufers, auf der rechten Seite die Statue des Apostels Johannes Evangelista.

Blickt man im Chorraum in die Höhe, so fällt die reiche Stuckierung der Decke auf, die ebenso aus der Erbauungszeit der Kirche stammt. An der Schnittstelle der Wände zur Decke sind umlaufend verschiedene Engelgestalten zu sehen, welche die Leidenswerkzeuge Christi in der Hand halten. Darunter, noch an den Seitenwänden, zeigen sich die Stuckreliefs vier großer Ordensmänner.

An der linken Seite der hl. Franz v. Assisi, Begründer des Franziskanerordens und der hl. Dominikus, Gründer des Dominikanerordens.

An der rechten Seite sind die Bildnisse des hl. Ignatius v. Loyola, Gründer des Jesuitenordens, und des hl. Bernhard v. Clairvaux, Gründer des Zisterzienserordens.

In der Mitte der Stuckdecke ist die Krönung Marias im Himmel dargestellt, aufgenommen in die Herrlichkeit Gottes, Hoffnung und Ziel unseres eigenen irdischen Pilgerweges. Um diesen Mittelpunkt angeordnet sind die Stuckarbeiten der vier großen abendländischen Kirchenväter. Auf der linken Seite der hl. Ambrosius, dargestellt mit Hirtenstab und Buch, gefolgt vom hl. Hieronymus mit Kardinalshut und Löwe. Auf der rechten Seite der hl. Papst Gregor der Große, mit Hirtenstab und Tiara, der päpstlichen Krone vergangener Zeiten, anschließend der hl. Bischof Augustinus mit einem kleinen Kind zu seinen Füßen.

Weiterhin befinden sich an der Decke des Chorraumes die Stuckreliefs der Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas. Das Bildnis des vierten Evangelisten Johannes fehlt.

An der Ostseite der Stuckdecke fallen weitere farbig gefasste Wappen auf. Hier hat sich Graf Warmund v. Preysing, Erbauer der Kirche, verewigen lassen. Darunter befinden sich die Wappen seiner drei Gemahlinnen, die im Laufe der Jahre immer wieder eingefügt wurden.

Wir lenken nun unseren Blick vom Chorraum weg, hin zu den beiden Seitenaltären. Sie stammen weitgehend ebenso aus der Erbauungszeit unserer Kirche, hervorzuheben die Arbeit der gewundenen Säulen, mit Weinlaub geschmückt. Die beiden Altarbilder stammen mit einiger Sicherheit nicht mehr aus der Erbauungszeit, sondern wurden in späterer Zeit eingefügt. Das Altarbild des rechten Seitenaltares zeigt die mystische Vermählung der hl. Katharina von Siena mit dem Jesuskind, am linken Seitenaltar findet sich das Martyrium des hl. Sebastian aus dem 18. Jh., vermutlich von Franz Anton Rauscher geschaffen.

Die beiden Glasgemälde im Chorraum wurden im Jahre 1888 von der Hofglasmalerei F. X. Zettler, aus München, geliefert. Sie zeigen die Darstellungen Herz Jesu und Herz Mariens.

An der Nordseite der Kirche befindet sich der Taufstein, eine Renaissanceanlage aus der Kirchenbauzeit. Der Holzdeckel mit geschnitzter Gruppe zeigt die Taufe Jesu durch Johannes d. Täufer.

Neben dem Taufstein verdient auch die fast lebensgroße Kreuzigungsgruppe Beachtung. Das Kreuz mit Corpus stammt aus der Holzschnitzerei Hintersberger aus Aholming, geschaffen im Jahre 1998. Es handelt sich dabei um eine Schenkung an die Pfarrkirchenstiftung.

Die nebenstehenden alten Statuen von Maria, der Mutter Jesu, und dem Apostel Johannes stammen aus der Barockzeit, wohl um das Jahr 1720.

Ebenso eine ansprechende Arbeit ist der Opferstock. Er befindet sich an der Emporenseite unserer Kirche. Es handelt sich dabei um eine Arbeit aus Sandstein mit den Reliefs der Gottesmutter und der beiden Kirchenpatrone Simon und Judas Thaddäus, geschaffen im 17. Jh. Das große Bild der Kreuzigung Jesu, gleich oberhalb des Opferstockes, wurde um 1770 von dem Niederalteicher Maler Franz Anton Rauscher (1731 -1777) geschaffen.

Eine Besonderheit unserer Pfarrkirche stellen auch die zahlreichen, in die Wand eingelassenen, Grabsteine dar. Einige besonders hervorzuhebende Grabsteine werden im Folgenden genauer vorgestellt.

Im Chorraum an der rechten Seite, befindet sich der Grabstein, aus rotem Marmor, des Erbauers der Kirche, Johann Warmund von Preysing, der im Jahre 1648 verstorben ist. Aus der Inschrift geht hervor, dass sein Sohn Ferdinand Albrecht dieses Denkmal am 17. September 1671 setzen ließ. Auffallend ist im Chorraum weiterhin das große klassizistische Denkmal aus grauem Marmor, nach heutigem Empfinden unverhältnismäßig in den Raum gesetzt. Es ist das Denkmal für Johann Kaspar II. und seinen Bruder Maximilian Grafen von Preysing, gest. 1836.

 

An der nördlichen Schiffwand befinden sich weitere bedeutende Grabsteine. Beim Taufstein eine Rotmarmorplatte mit Ehewappen und Inschrift: " Ao domini 1562 Jahr Sonntag nach Michaelis starb die edle und tugendhafte Frau Ursula geborene Trainerin zum Mos des edlen und vesten Hans Lienhart von Seiboltstorf zu Ritterswördh fürstlichen Pfleger zu Tegkendorf ehliche Hausfrau salig. Got der Her woll ir und allen glaubigen Seln genedig und bermherzig seyn."

Bedeutendes Grabmal des Stefan Trainer, in der Nähe des nördlichen Seitenaltares: Der Verstorbene ist in Rüstung und mit Streitkolben dargestellt, neben seinem rechten Fuß sein Wappen.

Die Umschrift auf dem Plattenrand lautet:

" ANNO MDLXV ( 1565) DEN XXII. MAY STARB UND LIEGT HIE BEGRABEN, DER EDL UND

VEST STEFFAN TRAINER IN MOS, NEUSLING, ZULLING, HARBURG FR. BAY. KAMMERRATH

UND PFLEGER ZU ROTENBURG DEM GOTT GNAD."