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Bistum

Deutsche Bischofskonferenz richtet Betroffenenbeirat ein

Pressemeldung am 18.12.2019

20181113 Frauenseelsorge 5464 info-icon-20px pbp/ Simona Kehl

Aufruf zur Mitarbeit: Betroffene von sexuellem Missbrauch im Raum der katholischen Kirche in Deutschland sind zur Mitarbeit im Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz eingeladen.

Als Kon­se­quenz aus der im Sep­tem­ber 2018 ver­öf­fent­lich­ten Stu­die Sexu­el­ler Miss­brauch an Min­der­jäh­ri­gen durch katho­li­sche Pries­ter, Dia­ko­ne und männ­li­che Ordens­an­ge­hö­ri­ge im Bereich der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz“ (MHG-Stu­die) rich­tet die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz einen Betrof­fe­nen­bei­rat ein. Damit soll die Ein­bin­dung von Betrof­fe­nen sexua­li­sier­ter Gewalt wei­ter aus­ge­baut und insti­tu­tio­na­li­siert werden.

Für Betrof­fe­ne von sexu­el­lem Miss­brauch durch Kle­ri­ker und sons­ti­ge Beschäf­tig­te im kirch­li­chen Dienst wird es zukünf­tig die Mög­lich­keit geben, ihre Per­spek­ti­ven und Posi­tio­nen im Betrof­fe­nen­bei­rat bei der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz ein­zu­brin­gen. Der Bei­rat ori­en­tiert sich an den Stan­dards ent­spre­chen­der Gre­mi­en des Unab­hän­gi­gen Beauf­trag­ten für Fra­gen des sexu­el­len Kin­des­miss­brauchs (UBSKM) und der Erz­diö­ze­se Köln. Er soll die Arbeit der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz in der Aus­ein­an­der­set­zung mit sexu­el­lem Miss­brauch beglei­ten und gemein­sam mit den zustän­di­gen Gre­mi­en über Arbei­ten in die­sem Bereich bera­ten. Damit soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die Sicht der Betrof­fe­nen bei Prä­ven­ti­on, Inter­ven­ti­on und Auf­ar­bei­tung von sexu­el­lem Miss­brauch ver­stärkt ein­be­zo­gen wird.

Auf­ruf zur Mitarbeit

Bis zum 7. Febru­ar 2020 kön­nen Per­so­nen, die von sexu­el­lem Miss­brauch im Raum der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land betrof­fen sind, ihr Inter­es­se an der Mit­ar­beit mit­tei­len. Auch Ange­hö­ri­ge und gesetz­li­che Betreue­rin­nen und Betreu­er sind zur Mit­ar­beit ein­ge­la­den. Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen sowie ein For­mu­lar zur Inter­es­sen­be­kun­dung sind auf der Inter­net­sei­te www​.dbk​.de (The­men­sei­te Sexu­el­ler Miss­brauch) verfügbar.

Die Durch­füh­rung des Aus­wahl­pro­zes­ses liegt in den Hän­den eines Gre­mi­ums, das sich aus unab­hän­gi­gen Exper­ten der Wis­sen­schaft und der Poli­tik, des Mit­ar­bei­ter­stabs des UBSKM, Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern von Betrof­fe­nen sowie Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Deut­schen Bischofs- und Ordens­obern­kon­fe­renz zusammensetzt. 

Der Beauf­trag­te für Fra­gen des sexu­el­len Miss­brauchs im kirch­li­chen Bereich und für Fra­gen des Kin­der- und Jugend­schut­zes der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, Bischof Dr. Ste­phan Acker­mann, ist dank­bar, dass der Betrof­fe­nen­bei­rat bald Gestalt anneh­men und damit eine wei­te­re Ver­pflich­tung aus der MHG-Stu­die umge­setzt wird: Die Erfah­run­gen der letz­ten Jah­re haben uns klar gezeigt, dass die Auf­ar­bei­tung und Prä­ven­ti­on von sexu­el­lem Miss­brauch wirk­sam nur gemein­sam mit den Betrof­fe­nen gelin­gen kann. Ich bin zuver­sicht­lich, dass der Betrof­fe­nen­bei­rat hier­für eine hilf­rei­che Ein­rich­tung ist.“

Text: Pres­se­mel­dung Deut­sche Bischofskonferenz

Miss­brauch: päpst­li­ches Geheim­nis” auf­ge­ho­ben

Erst am 17. Dezem­ber hat der Vati­kan bekannt gege­ben, dass Papst Fran­zis­kus das soge­nann­te päpst­li­che Geheim­nis“ im Fall von Miss­brauch durch Pries­ter auf­ge­ho­ben hat. Die Maß­nah­me führt nach einem Bericht von Vati­an News dazu, dass Aus­sa­gen in Kir­chen­pro­zes­sen auch an zivi­le Behör­den gehen. Außer­dem kön­nen in Zukunft kir­chen­recht­lich geschul­te Lai­en in Miss­brauchs­pro­zes­sen als Anwäl­te auf­tre­ten, eine Rol­le, die bis­her Pries­tern vor­be­hal­ten war. Hier der Link zum gan­zen Artikel: