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Bistum

Domorgelsanierung - Chororgel

Stefanie Hintermayr am 29.01.2021

210120 Domchor Spieltischausbau foto3 Foto: Stefanie Hintermayr/pbp

2021 wurde mit der Sanierung der Chororgel im Altarraum des Passauer Stephansdoms begonnen. Dazu wurde der Spieltisch in die Berliner Orgelbauwerkstatt zur Überarbeitung transportiert. In einem Video gibt Orgelbauer Jürgen Magiera Einblick in die Arbeiten der fünfjährigen Domorgelsanierung.

Früh­jahr 2021: Es geht plan­mä­ßig vor­an mit der Sanie­rung der Dom­or­gel im Pas­sau­er Ste­phans­dom. Die Chor­or­gel im Altar­raum wird aus­ge­baut, ertüch­tigt, dem künf­ti­gen Klang­kon­zept ange­passt und über­ar­bei­tet, und tech­nisch auf den neu­es­ten Stand gebracht. Sie ver­fügt als ein­zi­ge der ins­ge­samt fünf Teil­or­geln über einen eige­nen mecha­ni­schen Spiel­schrank. Infol­ge­des­sen wird der Spiel­tisch von der zustän­di­gen Ber­li­ner Orgel­bau­werk­statt Karl Schu­ke aus­ge­baut, nach Ber­lin trans­por­tiert, und dort auf Vor­der­mann gebracht. Eine zeit­in­ten­si­ve Akti­on im Zuge der Chor­or­gel­sa­nie­rung, unter der Lei­tung von Orgel­bau­er Jür­gen Magie­ra. Er hat Ste­fa­nie Hin­ter­mayr die Details dazu direkt vor Ort im Ste­phans­dom erklärt und gezeigt:

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Der Spieltischausbau konkret

Der Spiel­tisch der Chor­or­gel geht auf Rei­sen“ nach Ber­lin, zur Orgel­bau­werk­statt Karl Schu­ke. Zum Trans­port wird er in sei­ne Ein­zel­tei­le zer­legt. Der Spiel­tisch wird umge­ar­bei­tet, um dem neu­en Orgel­kon­zept gerecht zu wer­den und einen moder­nen Stand der Tech­nik zu errei­chen“, erklärt Magie­ra. Kon­kret heißt das: Die Kla­via­tu­ren wer­den aus­ge­baut und reno­viert, und alle Ein­zel­tei­le, die für die Klang­far­ben aus­schlag­ge­bend sind, ent­spre­chend erneu­ert. Sechs Wochen dau­ert allein der Umbau des Spiel­tischs, die Reno­vie­rung der Chor­or­gel ca. drei Monate.

Die zeitintensive Orgelsanierung

Fünf Jah­re sind für die Sanie­rung der gesam­ten Dom­or­gel ange­setzt. Und die­ser Zeit­ho­ri­zont ist allein schon des­halb ein­leuch­tend, wenn man die gigan­ti­schen Dimen­sio­nen der welt­größ­ten Dom­or­gel betrach­tet. Sie zählt mit ihren fünf Teil­or­geln ins­ge­samt 17.974 Pfei­fen, und der Gene­ral­spiel­tisch auf der Orgel­em­po­re gan­ze 233 Regis­ter. Es gibt zahl­rei­che elek­tro­ni­sche Ver­bin­dun­gen, die zwin­gend berück­sich­tigt wer­den müs­sen. Und das ist auch der zwei­te Haupt­grund für die Sanie­rungs­dau­er von 5 Jah­ren: die Tech­nik. Aktu­ell befin­det sich die Dom­or­gel tech­nisch auf dem Stand von vor 40 Jah­ren, als sie (1978 bis 1981) klang­lich umge­stal­tet wur­de. Durch die Gene­ral­sa­nie­rung jetzt wird sie auf den neu­es­ten tech­ni­schen Stand gebracht. Die vor­ge­se­he­ne neue Anla­ge ist, bedingt durch die Berück­sich­ti­gung neu­es­ter tech­ni­scher Ent­wick­lun­gen, auch wesent­lich kom­for­ta­bler für den Orga­nis­ten“, erklärt Magie­ra einen wei­te­ren Positiveffekt.

Die zukünftige Domorgel

Das Ziel der Orgel­sa­nie­rung ist eine klang­li­che Annä­he­rung an ihren Ori­gi­nal­zu­stand von 1928, der Stein­mey­er-Orgel“, betont Magie­ra. Die tech­ni­sche Über­ar­bei­tung ist des­halb erfor­der­lich, um für die nächs­ten Jahr­zehn­te Betriebs­si­cher­heit und Kom­fort zu gewähr­leis­ten. Und eine Ver­grö­ße­rung der Orgel ist auf­grund der Grö­ße des Doms und sei­ner kir­chen­mu­si­ka­li­schen Bedeu­tung auch ange­zeigt.“ Die Orgel wird schließ­lich um ein drei­ge­teil­tes Solo­werk und ein klei­nes Chor­be­gleit­werk erwei­tert. Die bei­den neu­en Bal­kon­or­geln wer­den nach Abschluss der Chor­or­gel­sa­nie­rung als Nächs­tes in das Kir­chen­schiff ein­ge­baut. Danach wer­den die Epis­tel- und die Evan­ge­li­en­or­gel saniert. Die Haupt­or­gel auf der Orgel­em­po­re wird erst zum Schluss als Letz­tes erneu­ert. Plan­mä­ßig im Jahr 2025 wird die erneu­er­te, erwei­ter­te und tech­nisch hoch­mo­der­ne Dom­or­gel, mit neu­em tech­nisch-klang­li­chem Kon­zept (ange­lehnt an das Klang­kon­zept der Stein­mey­er-Orgel von 1928), zum ers­ten Mal zu hören sein.

Für Fachleute - Dispositionen Fernorgel und Chororgel

Fernorgel – Disposition 2021

I. Manu­al C‑c4 aus­ge­baut bis c5

1. Sali­cio­nal 16′ 1928 

2. Princi­pal 8′ 1928 

3. Rohr­ge­dackt 8′ 1928 

4. Flû­te har­mo­ni­que 8′ 1928 

5. Vio­la da Gam­ba 8′ 1928 

6. Vio­la céles­te 81928, ab c0 

7. Orches­tral Strings I‑IV 8′ Neu (Casa­vant)

8. Gei­gend Princi­pal 4′ 1928 

9. Hohl­flö­te 4′ 1928 

10. Octa­vin 2′ 1928 

11. Pro­gres­sio har­mo­ni­ca III‑V 2 2/31928 

12. Har­mo­nia aethe­rea IV 2′ 1993 

13. Cor­n­opean 81993, aus ehem. Trom­pe­te 8′, C‑H neue Becher 

14. Vox huma­na 8′ 1928 

15. Tremu­lant

16. Glo­cken

Pedal C‑g1

17. Kon­tra­bass 16′ 1928 

18. Sub­bass 16′ 1928 

19. Princi­pal 8′ 1928 

20. Posau­ne 16′ 1993 

Chororgel – Disposition 2021

I. Haupt­werk C‑c4

1. Unter­satz 16′ aus neu­er Reihe 

2. Quin­ta­de 16′ 1928 

3. Princi­pal 8′ 1980 

4. Rohr­flö­te 8′ 1928 

5. Octa­ve 4′ 1980 

6. Spitz­f­lö­te 4′ 1980 

7. Quin­te 2 2/31980 

8. Superoc­ta­ve 2′ 1970 

9. Mix­tur V‑VII 1 1/31980 

10. Trom­pe­te 16′ 1928 

11. Trom­pe­te 8′ (aus HW Haupt­or­gel, 1980

II. Ober­werk C‑c4

12. Nacht­horn­ge­dackt 8′ 1928 

13. Violflö­te 8′ 1980 

14. Princi­pal 4′ 1980 

15. Block­flö­te 4′ 1980 

16. Rohr­pfei­fe 2′ 1980 

17. Nacht­horn 1′ 1980 

18. Ses­quial­te­ra II 2 2/31980 

19. Scharff IV 1′ 1960 

20. Ran­kett 16′ 1928 

21. Krumm­horn 8′ 1928 

22. Tremu­lant

III. Posi­tiv C‑c4

23. Barem 8′ 1980 

24. Rohr­flö­te 4′ 1980 

25. Princi­pal 2′ 1980 

26. Nas­at 1 1/31980 

27. Cym­bel III 1/3′ 1980 

28. Vox huma­na 8′ 1928 

29. Tremu­lant

Pedal C‑g1

30. Unter­satz 32′ aus neu­er Rei­he, C‑H akus­tisch (neu Schuke) 

31. Princi­pal 16′ 1928 

32. Sub­bass 16′ 1928 

33. Unter­satz 16′ aus neu­er Reihe 

34. Pra­es­tant 8′ 1980 

35. Holzoc­ta­ve 8′ 1928 

36. Gedackt 8′ 1928 

37. Octa­ve 4′ 1980 

38. Siff­lö­te 2′ 1928 

39. Rausch­pfei­fe IV 2 2/31980 

40. Posau­ne 16′ 1980 

41. Dul­ci­an 16′ 1980 

42. Trom­pe­te 8′ 1928 

43. Kla­ri­ne 4′ aus Trom­pe­te 8´HW ChO (1958)

Kop­peln: III-II, III‑I, II‑I, III‑P, II‑P, I‑P

FO-III, FO-II, FO‑I, FO‑P

Sub-Kop­peln: I, II, II‑I, III, III-II, III‑I

Super-Kop­peln: I, II, II‑I, I, III, III-II, III‑I, II‑P, I‑P, III‑P

Regis­ter­fes­sel

Fes­te Kom­bi­na­tio­nen: pp, p, mf, f, ff, T, T FO, T ChO

Set­zer (neu)