Bistum

Erbarmen Gottes für das eigene Sprechen und Handeln

Thomas König am 17.11.2019

429A9606 info-icon-20px Foto: Thomas König

Bischof Dr. Stefan Oster SDB hat am Sonntag in der Andreaskapelle in Passau eine Andacht gefeiert. Anlass war der Gebetstag für Opfer sexuellen Missbrauchs. Das Bistum Passau setzte damit ein Zeichen der Solidarität mit Opfern, die sexuellen Missbrauch oder auch jede andere Art von Missbrauch erlebt haben.

Der Got­tes­dienst war der zen­tra­le Bestand­teil des Gebets­tags, mit dem man auch heu­er einer Anre­gung von Papst Fran­zis­kus folg­te. Die­ser Tag soll auch ein Bei­trag zur Sen­si­bi­li­sie­rung für die­se The­ma­tik in Kir­che und Gesell­schaft sein. Wir möch­ten an die­sem Tag ganz beson­ders die Opfer in den Blick neh­men. Wir möch­ten für sie beten, wir möch­ten mit ihnen beten. Wir möch­ten sagen, wir sind an eurer Sei­te“, so Dom­de­kan Dr. Hans Bauernfeind.

Wir brau­chen das Erbar­men Got­tes für unser eige­nes Spre­chen und Handeln.”

Bischof Dr. Stefan Oster SDB

Für eine Kul­tur der Ach­tung sprach sich Bischof Dr. Ste­fan Oster zu Beginn der Andacht aus. In sei­ner Pre­digt mach­te der deut­lich, dass Mani­pu­la­ti­on von Spra­che der Anfang von Miss­brauch sei. Weil der Mensch im Her­zen meist nicht heil sei, sei er so sehr auf die heil­sa­me Gegen­wart des Wor­tes Got­tes, auf Jesus Chris­tus, ange­wie­sen. Wir brau­chen das Erbar­men Got­tes für unser eige­nes Spre­chen und Han­deln“, so der Bischof.

Zu Beginn hat­te Bis­tums­blatt-Chef­re­dak­teur Wolf­gang Krin­nin­ger über den Zusam­men­hang von Wort und Wir­kung gespro­chen. Er appel­lier­te dar­an, Kin­dern und Jugend­li­chen so viel Ermu­ti­gung wie nur mög­lich zu geben, wenn es dar­um geht, Nein zu sagen. Sie brau­chen unse­ren Zuspruch, unse­re Für­sor­ge, unser Vor­bild, damit sie stark wer­den“, so Krin­nin­ger. Wer ernst­ge­nom­men wer­de, kön­ne auch ande­ren Men­schen gegen­über bes­ser sei­ne eige­ne Mei­nung ver­tre­ten oder Miss­fal­len und Ableh­nung kundtun.

Wor­te wir­ken. Sie drin­gen in den Kopf, das Herz, die See­le ein. Sie eupho­ri­sie­ren, wecken Urtrie­be, ver­lei­hen unge­ahn­te Kräf­te. Wor­te machen hörig. Sie machen ande­re mund­tot, sie zer­stö­ren Men­schen. Täter wis­sen das. Miss­brauch­stä­ter mani­pu­lie­ren die Gefüh­le und die Wahr­neh­mung der Betroffenen.”

Wolfgang Krinninger, Chefredakteur Passauer Bistumsblatt

Grenz-Psalm war ein Text von Dr. Andrea Pichlmei­er, der Lei­te­rin des Refe­rats Bibel­pas­to­ral, über­schrie­ben, den Dom­de­kan Dr. Hans Bau­ern­feind als Ant­wort­psalm auf die Lesung vor­trug. Sprich: Licht! Denn dein Wort macht sicht­bar, was wir nicht sehen wol­len“, heißt es dar­in. Und wei­ter: Sprich: Leben! Dein Wort ist mäch­tig, es ermäch­tigt, Ja zu sagen und Nein. Nein zu jedem Miss­brauch, jeder Zwei­deu­tig­keit, jeder Grenzüberschreitung.“

Vor dem Schluss­se­gen und dem Vater­un­ser spra­chen alle gemein­sam ein Gebet, in dem Gott um Kraft, Mut und Bei­stand gebe­ten wurde. 

Die musi­ka­li­sche Gestal­tung der Andacht lag in den Hän­den von Dom­ka­pell­meis­ter Andre­as Unter­gug­gen­ber­ger an der Orgel, den Text der Lesung sprach Bet­ti­na Sturm.

Hier kön­nen Sie den Gebets­text des Abends und auch den Bei­trag zur Macht des Wor­tes“ nachlesen:

Hin­ter­grund des Gebets­ta­ges
Die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz folg­te auch in die­sem Jahr der Anre­gung von Papst Fran­zis­kus und lud zum Gebets­tag für Opfer sexu­el­len Miss­brauchs ein. Die­ser fin­det seit 2015 in zeit­li­cher Nähe zum Euro­päi­schen Tag zum Schutz von Kin­dern vor sexu­el­ler Aus­beu­tung und sexu­el­lem Miss­brauch“ (18. Novem­ber 2019) statt, der vom Euro­pa­rat initi­iert wurde.

Text: Wolf­gang Krinninger/​pbp

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