Bild: Susanne Simperl / pbp
Mit vielen bewegenden Eindrücken im Gepäck hat die Delegation des Bistums Passau um Bischof Stefan Oster SDB ihren letzten Besuchstag in der Diözese Karonga verbracht. Heute, am Samstag, tritt die Reisegruppe die Rückreise über die Hauptstadt Lilongwe nach Deutschland an.
Der Freitag begann mit der Feier der Heiligen Messe in der Pfarrei St. Thomas Morus. Im Anschluss kam es zu zahlreichen herzlichen Begegnungen mit Gläubigen und Vertretern der örtlichen Kolpingfamilien. Dabei wurde einmal mehr die wachsende Verbundenheit zwischen den Menschen vor Ort und den Gästen aus Passau spürbar.
Am Nachmittag stand die Begegnung mit den Pfadfinderinnen und Pfadfindern der Diözese auf dem Programm. Die jungen Menschen engagieren sich in besonderer Weise für die Schwächsten der Gesellschaft. Sie setzen sich für ihre Gemeinschaft ein, pflanzen beispielsweise Obstbäume an Schulen oder unterstützen Bedürftige durch die Verteilung von Lebensmitteln in Krisenzeiten.
Anschließend besuchte die Delegation den Radiosender Tuntufye FM Radio des Bistums Karonga. Der Sender erreicht insbesondere die Menschen in den ländlichen Regionen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Bildung und Aufklärung. Neben Präventions- und Informationsprogrammen vermittelt er auch katholische Inhalte und stärkt so die Verbindung der Menschen zur Kirche.
Christine Krammer, Leiterin des Referates Weltkirche im Bistum Passau, erinnerte daran, dass die Verbindung zwischen Passau und Karonga bereits seit mehreren Jahren besteht. Besonders die Kolpingfamilien fördern seit 2017 intensiv ein landwirtschaftliches Projekt in der Diözese und konnten dadurch zahlreiche Menschen erreichen. Auch der Ausbau des diözesanen Radiosenders wurde mit Unterstützung aus Passau vorangebracht. Ziel war es, die Reichweite des Programms zu vergrößern, damit auch Menschen in abgelegenen Bergregionen und kleinen Dörfern Zugang zu Bildungs‑, Präventions- und pastoralen Angeboten erhalten.
„Die Kirche hier ist eine Kirche, in der die Menschen ganz viel Hoffnung haben, tiefen Glauben haben.”
Zum Abschluss der Reise zog Bischof Stefan Oster ein tief bewegtes Fazit. Besonders beeindruckt habe ihn der lebendige Glaube der Menschen in Malawi. „Die Kirche hier ist eine Kirche, in der die Menschen ganz viel Hoffnung haben, tiefen Glauben haben“, sagte der Passauer Bischof. Trotz großer materieller Not und schwieriger Lebensbedingungen erlebe er die Menschen voller Freude, Dankbarkeit und Zuversicht.
Gerade in einem der ärmsten Länder der Welt werde deutlich, welche tragende Kraft der Glaube entfalten könne. „Die Menschen halten einfach daran fest“, so Oster. Die Begegnungen hätten ihn tief berührt und ihm gezeigt, wie Kirche in einem völlig anderen Umfeld gelebt werde.
Für die Zukunft wünscht sich der Bischof eine weitere Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Diözesen. Es gehe darum, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. „Ich bin wirklich bereit, da zu unterstützen, bei allen Herausforderungen, die wir selber haben“, betonte Oster. Die Erfahrungen dieser Reise seien für ihn eine Ermutigung, den eingeschlagenen Weg der Partnerschaft weiterzugehen und dort zu helfen, wo Unterstützung dringend benötigt wird.
„Da sind wir miteinander verbunden – im Glauben, aber auch in der Begegnung und im guten Miteinander.”
Auch Christine Krammer blickt dankbar auf die vergangenen Tage zurück. Ihr Fazit seien „viele bunte und lebendige Eindrücke“, aber auch Fragen, die die Reise mit sich gebracht habe. Vor allem die Begegnungen mit den Menschen vor Ort würden bleiben: „Die netten, lieben und fröhlichen Menschen hier – das ist das Wesentliche dieser Reise.“ Für sie sei die Partnerschaft mit Karonga ein lebendiges Beispiel für Weltkirche: „Da sind wir miteinander verbunden – im Glauben, aber auch in der Begegnung und im guten Miteinander.“
Mit diesem Ausblick endet der Besuch der Passauer Delegation in Karonga. Zurück bleiben viele Begegnungen, neue Freundschaften und die Erfahrung eines Glaubens, der auch unter schwierigen Bedingungen Hoffnung schenkt und Menschen miteinander verbindet.
Redaktion: Susanne Simperl, Armin Berger








