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Kirchenaustritte: Wie kann Evangelisierung gelingen?

Pressemeldung am 30.06.2020

Bild Dom Bildquelle Anna Hofmeister info-icon-20px Foto: Anna Hofmeister / pbp

Vor wenigen Tagen haben die deutschen Bistümer die Zahlen zur Kirchenstatistik 2019 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass viele Menschen die Kirche verlassen haben, im Bistum Passau insgesamt 4281 Frauen und Männer. Bischof Stefan Oster SDB ist sich sicher, dass es deshalb in Zukunft insgesamt noch stärker als heute um das persönliche Zeugnis der Gläubigen gehen wird.

Die Grün­de für einen Kir­chen­aus­tritt sind auch im Bis­tum Pas­sau viel­fäl­tig und viel­schich­tig. Es gibt ja inzwi­schen in Deutsch­land auch eini­ge wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen, die sich mit die­sen Fra­gen beschäf­ti­gen und uns Aus­kunft geben. Natür­lich spie­len The­men wie die Kir­chen­steu­er oder gro­ße, auch medi­al bun­des­weit geführ­te Debat­ten um The­men wie Frau­en­pries­ter­tum und die kirch­li­che Sexu­al­mo­ral eine Rol­le; auch der Umgang der Kir­che mit sexu­el­lem Miss­brauch oder man­cher Finanz­skan­dal. Aller­dings neh­men wir auch wahr, dass die­se Debat­ten häu­fig nur der Trop­fen sind, der das Fass zum Über­lau­fen bringt. Ent­schei­den­der ist, dass die­sem Schritt zumeist eine schon län­ge­re Pha­se der Ent­frem­dung vor­aus­geht. Vie­le Men­schen ent­fer­nen sich in unse­rer Gesell­schaft inner­lich von Gott und der Kir­che. Und wäh­rend vie­le frü­her wie selbst­ver­ständ­lich in gläu­bi­ge Pra­xis und reli­giö­ses Wis­sen hin­ein­ge­wach­sen sind, wach­sen sie heu­te eher wie selbst­ver­ständ­lich hin­aus. Bischof Ste­fan Oster sagt: Und wenn wir ehr­lich sind, dann haben wir als Kir­che auch hier Ver­säum­nis­se: Uns gelingt es nicht all­zu gut, die Schön­heit und Tie­fe des christ­li­chen Glau­bens auch in sei­ner intel­lek­tu­el­len und spi­ri­tu­el­len Dimen­si­on heu­te neu zu ver­mit­teln, so dass Men­schen von heu­te sich ange­spro­chen füh­len wür­den. Wir set­zen viel­fach noch immer stark auf Metho­den, die in volks­kirch­lich gewach­se­nen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten funk­tio­niert haben, aber heu­te längst an ihre Gren­zen gekom­men sind. Hier ist eine ech­te Such­be­we­gung nötig.“

Bischof Oster ist über­zeugt, dass es heu­te dar­um gehen muss, Wege zu fin­den, wie den Men­schen ihre kon­kre­ten Lebens­er­fah­run­gen auf einem gläu­bi­gen Hin­ter­grund neu gedeu­tet wer­den kön­nen, wie sie so spi­ri­tu­el­le Erfah­run­gen in gläu­bi­ger Gemein­schaft machen und auf die­sem Weg dann auch inhalt­lich mit dem Evan­ge­li­um ver­traut gemacht wer­den können.Im Bis­tum Pas­sau wur­de des­halb vie­les auf den Weg gebracht. Die Jugend­ar­beit nimmt einen hohen Stel­len­wert ein. Es lau­fen zahl­rei­che Pro­jek­te, um jun­gen Men­schen in den Glau­ben zu hel­fen, aber auch kir­chen­fer­ne­re und suchen­de Men­schen zu unter­stüt­zen, in den christ­li­chen Glau­ben hin­ein­zu­fin­den. Ins­be­son­de­re die Fra­ge, wie heu­te Evan­ge­li­sie­rung neu gelin­gen kann, beschäf­tigt vie­le Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen im Bis­tum. Natür­lich setzt auch Bischof Oster per­sön­lich auf neue Wege wie die sozia­len Medi­en oder kon­kre­te For­ma­te der Begeg­nung, um Men­schen, vor allem auch jün­ge­re, zu errei­chen. Die­se Tätig­kei­ten, und in jün­ge­rer Zeit auch die regel­mä­ßi­gen Live-Über­tra­gun­gen von Pon­ti­fi­k­al­got­tes­diens­ten wäh­rend des Lock­downs infol­ge von Covid-19, sto­ßen auf brei­te Zustim­mung und gro­ße Dank­bar­keit. Sicher wird es in Zukunft ins­ge­samt noch stär­ker als heu­te um das per­sön­li­che Zeug­nis der­je­ni­gen Gläu­bi­gen gehen, die ent­schie­den und enga­giert aus ihrem Glau­ben leben und des­halb für ande­re da sein wol­len“, so der Bischof.