Jugend

Zu Besuch in Kuna Nega - Bischof Stefan bei Indígenas

Stefanie Hintermayr am 23.01.2019

Tag 2 des WJT Panama 2019: Vor-Ort-Besuch bei den Kunas für Bischof Stefan - Sie gehören zur indigenen Minderheit der Bevölkerung Panamas.

Von den Wol­ken­krat­zern zu den Hüt­ten: Über den Müll­ber­gen krei­sen gro­ße, schwar­ze Vögel. Direkt dane­ben ducken sich fla­che, aber lie­be­voll gebau­te Häus­chen zwi­schen tro­pi­schen Bäu­men. Die Häu­ser waren zuerst da. Seit den frü­hen 70er Jah­ren gibt es die Gemein­de Kuna Nega nahe Pana­ma Stadt. Den Ort grün­de­ten Ange­hö­ri­ge des indi­ge­nen Volks der Kuna, die man­gels Per­spek­ti­ven aus ihrem ter­ri­to­ria­len Gebiet auf dem San-Blas-Archi­pel in die Groß­stadt aus­ge­wan­dert waren. Zwölf Pro­zent der rund 4 Mil­lio­nen Ein­woh­ner Pana­mas sind Indí­ge­nas. Das Volk der Kuna gehört mit etwa 100.000 Ange­hö­ri­gen zu deren gro­ßen Grup­pen, cir­ca 70.000 davon leben in und um Pana­ma Stadt. Den­noch wird ihnen bis heu­te die Par­ti­zi­pa­ti­on in Pana­mas Gesell­schaft erschwert.

98 Pro­zent der Indi­ge­nen Pana­mas leben in extre­mer Armut, erklärt Ste­phan Jent­gens, Geschäfts­füh­rer des Latein­ame­ri­ka­hilfs­werks Adve­ni­at. Schwie­ri­ge Gesund­heits­be­din­gun­gen und vor allem schlech­te Per­spek­ti­ven bezüg­lich Bil­dung und Beruf kenn­zeich­nen den All­tag der Kuna. Eine gro­ße Her­aus­for­de­rung besteht für sie fer­ner dar­in, ihre eige­ne Iden­ti­tät, ihre Kul­tur und ihre Wer­te im neu­en Umfeld zu bewah­ren. Die Kuna pfle­gen eine star­ke Bin­dung an die Natur, wel­cher durch die Fol­gen mensch­li­cher Aus­beu­tung mehr und mehr die Grund­la­ge ent­zo­gen wird. Sie ken­nen kein Pri­vat­ei­gen­tum und neh­men der Erde nur, was sie ihr wie­der zurück­ge­ben kön­nen. Die Bewoh­ner von Kuna Nega spre­chen eine eige­ne Spra­che und prak­ti­zie­ren inner­halb ihres christ­li­chen Glau­bens nach wie vor tief­ge­hen­de spi­ri­tu­el­le Riten, von denen die deut­sche Dele­ga­ti­on bei ihrem Besuch berüh­ren­den Ein­druck erhielt. Es ist bewe­gend zu sehen, wie die Kuna, beson­ders auch die Jun­gen, ihre kul­tu­rel­le Iden­ti­tät bewah­ren wol­len – und gleich­zei­tig ihre Chan­cen in einer Gesell­schaft suchen, die die­se Iden­ti­tät auch bedroht“, sagt Bischof Ste­fan Oster nach dem Besuch der Gemein­de und deren herz­li­chen Empfang.

Weil der Welt­ju­gend­tag für alle jun­ge Men­schen gemacht ist, hat das Hilfs­werk Adve­ni­at die Teil­nah­me vie­ler Kuna an dem Fest durch Spen­den ermög­licht. Außer­dem hat­ten Pana­mas Gäs­te im Vor­pro­gramm die Gele­gen­heit, ver­schie­de­ne Hilfs­pro­jek­te zu besu­chen und sich mit den kras­sen Gegen­sät­zen des Lan­des aus­ein­an­der­zu­set­zen. Beim offi­zi­el­len Eröff­nungs­got­tes­dienst des dies­jäh­ri­gen Welt­ju­gend­tags, der zwi­schen Meer und Stadt an der Cin­ta Cos­te­ra statt­fand, rief Pana­mas Erz­bi­schof José Dom­in­go Ulloa Men­die­ta den in ihrer Glau­bens­freu­de ver­ein­ten jun­gen Men­schen zu: Ein hei­lig­mä­ßi­ges Leben ist in jeder Kul­tur möglich!“

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