2019 Frauenseelsorge 3

Schöpfungsorientierte Waldnutzung

Das Bischöfliche Ordinariat Passau verwaltet in der Diözese Passau seit den 1980er Jahren durch das Referat Stiftungen und Liegenschaften der Bischöflichen Finanzkammer 135 waldbesitzende Stiftungen verstreut über die gesamte Diözese mit einem Waldflächenanteil von ca. 1.300 Hektar.

1998 wur­de Mat­thi­as Drex­ler (Dipl. Ing. FH) als ers­ter forst­lich aus­ge­bil­de­ter Sach­be­ar­bei­ter der Bischöf­li­chen Finanz­kam­mer ein­ge­stellt. Vor Ort wur­den die Pfrün­de- und Son­der­stif­tungs­wäl­der bis zum Jahr 2005 über Betriebs­lei­tungs- und Betriebs­aus­füh­rungs­ver­trä­ge von der ehe­ma­li­gen Bay­er. Staats­forst­ver­wal­tung betreut (durch 8 Forst­äm­ter und 31 Forst­dienst­stel­len). Die Wald­be­wirt­schaf­tung soll­te damals nach den Grund­sät­zen der natur­ge­mä­ßen“ Wald­wirt­schaft erfolgen.

Im Zuge der baye­ri­schen Forst­re­form 2005 wur­de die Bewirt­schaf­tung der Stif­tungs­wäl­der auf Anra­ten des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums mit­tels Wald­pfle­ge­ver­trä­gen an die ört­li­chen Wald­be­sit­zer­ver­ei­ni­gun­gen über­tra­gen (11 Wald­be­sit­zer­ver­ei­ni­gun­gen im Diö­ze­san­ge­biet). Die oft stark zer­split­ter­ten und klein­flä­chi­gen Stif­tungs­wäl­der der Diö­ze­se Pas­sau wer­den somit von einer Viel­zahl und immer wie­der auch wech­seln­den Forst­leu­ten vor Ort betreut.

Um dem Wunsch nach einer umfas­send natur­na­hen und schöp­fungs­be­wah­ren­den Wald­nut­zung trotz die­ser schwie­ri­gen Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur mehr Gewicht zu ver­lei­hen, wur­de in der Bischöf­li­chen Finanz­kam­mer 2011 beschlos­sen, kon­kre­te, zeit­ge­mä­ße, ver­bind­li­che und über­prüf­ba­re Grund­la­gen für den Umgang mit den Stif­tungs­wäl­dern ent­wi­ckeln zu lassen.

Die neu­en, kon­se­quent natur­nah und natur­schutz­ori­en­tiert ver­fass­ten Leit­li­ni­en für eine SCHÖP­FUNGS­ORI­EN­TIER­TE WALD­NUT­ZUNG set­zen sich zusam­men aus

  • den Beson­de­ren Betriebs­zie­len für den Kir­chen­wald der Diö­ze­se Pas­sau sowie
  • dem Bio­Holz­Kon­zept als Kon­kre­ti­sie­rung der zen­tra­len The­men Bio­top­bäu­me, Tot­holz und Bodenfruchtbarkeit.

Die Leit­li­ni­en wur­den 2011 durch Peter Lang­ham­mer ent­wi­ckelt. Der sich im Auf­trag der bischöf­li­chen Finanz­kam­mer Pas­sau mit Mat­thi­as Drex­ler und wei­te­ren Prak­ti­kern und Wis­sen­schaft­lern in die­sem Bereich kon­ti­nu­ier­lich fort­bil­det. Sie basie­ren auf dem jeweils aktu­el­len For­schungs­stand und den betrieb­li­chen Erfah­run­gen und wer­den regel­mä­ßig aktua­li­siert. Ihre Umset­zung wird seit 2015 unter ande­rem durch das Bio­Holz-Pro­jekt wis­sen­schaft­lich begleitet.

Auf Grund­la­ge die­ser Leit­li­ni­en haben zwei wei­te­re Sach­ver­stän­di­ge in den Jah­ren 2012 – 2014 eine aktu­el­le forst­li­che Pla­nung und Wald­in­ven­tur (Forst­ein­rich­tungs­ope­ra­te) als kon­kre­te Ziel­vor­ga­be für die Wald­be­hand­lung bis zum Jahr 2024 erstellt.

2019 Bistum Pfarreien Umwelt Schöpfungsorientierte Waldnutzung

Am 19.11.2014 wur­den die neu­en Leit­li­ni­en für eine SCHÖP­FUNGS­ORI­EN­TIER­TE WALD­NUT­ZUNG sowie die dar­auf basie­ren­den Forst­ein­rich­tungs­ope­ra­te offi­zi­ell durch den Pas­sau­er Bischof Ste­fan Oster zusam­men mit Staats­mi­nis­ter Hel­mut Brun­ner den ört­li­chen Wirt­schaf­tern über­ge­ben und der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt (Arti­kel in der Süd­deut­schen Zei­tung vom 29.11.2014).

In der Aus­ga­be 3/2016 der Zeit­schrift Schö­ner Baye­ri­scher Wald” (Arti­kel) wur­de das Wald­be­wirt­schaf­tungs­kon­zept der Diö­ze­se Pas­sau eben­so vor­ge­stellt wie in der Aus­ga­be 2/2016 der Zeit­schrift Natio­nal­park” (Arti­kel).

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Matthias Drexler

Verwaltung