Das glauben wir

Fast ein Weihnachtsmärchen

Pressemeldung am 19.12.2019

Weihnachtskrippe draussen info-icon-20px Foto: pixabay

Oh, wie hatten sie doch den ganzen Tag über geschuftet und gewerkelt, der Herbergswirt und seine tüchtige Frau aus Bethlehem, denen ein Engel prophezeit hatte, in ihrem Stall werde bald der Messias geboren werden.

Als ers­tes haben sie schon mal den alten Och­sen aus dem Stall ent­fernt, weil sei­ne sehr leib­haf­te Gegen­wart doch sicher eine Zumu­tung für einen Mes­si­as wäre. Dann muss­te aus­ge­mis­tet wer­den. Und was da nicht alles zuta­ge kam! Mist der letz­ten Jah­re. Fri­scher Mist. Ein­ge­trock­ne­ter Mist. Mis­ter, der Teil des Stall­bo­dens gewor­den war. Und dann erst der vie­le Staub, die Hin­ter­las­sen­schaf­ten der ver­schie­de­nen Stall­be­woh­ner aus den letz­ten Jah­ren und ein Geruch, der erst am spä­ten Nach­mit­tag erträg­lich wur­de. Als die Son­ne unter­ge­gan­gen war, stan­den der Her­bergs­wirt und sei­ne Frau stolz vor ihrem Stall. Jetzt konn­te dort der Mes­si­as gebo­ren wer­den. Sorg­sam ver­rie­gel­ten sie das Gebäu­de und gin­gen schlafen. 

Als bei­de am nächs­ten Tag die Stall­tür öff­ne­ten, hät­te sie bald der Schlag getrof­fen. Eine bei­ßen­de Duft­no­te begrüß­te sie und als sich ihre Augen an die Düs­ter­keit gewohnt hat­ten, sahen sie ein Cha­os, das noch schlim­mer aus­sah als ges­tern. Nach einem Tag wei­te­rer mühe­vol­ler Arbeit wird der Stall ver­rie­gelt. Doch am nächs­ten Mor­gen herrsch­te dort wie­der pures Chaos. 

End­lich kam der Tag, den der Engel den der Engel den bei­den pro­phe­zeit hat­te. Doch wie­der stan­den sie trotz aller Mühe vor einem ent­setz­li­chen Durch­ein­an­der. War es der Wirt oder doch etwa sei­ne Frau, jeden­falls schall­te es plötz­lich Der Och­se!“ durch den Stall. Den Och­sen, ja, den hat­ten sie doch vor ein paar Tagen in einen Ver­schlag gesperrt. Als er wie­der an sei­nem ange­stamm­ten Platz im Stall stand und genüss­lich das Heu aus der Fut­ter­krip­pe ver­schlang, da erschien ein arm­se­li­ges Paar an der Stall­tür mit Namen Maria und Josef, die um eine Unter­kunft baten…

Weih­nach­ten ist weni­ger ein per­fek­tes MACHEN, son­dern viel­mehr ein SEHEN, WAHR­NEH­MEN und WERT-SCHÄT­ZEN in einem ande­ren, einem beson­de­ren, in einem neu­en Licht.

Text: Andre­as Kindermann