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Das glauben wir

Not versteckt sich!

Redaktion am 22.09.2022

220925 Niederlaender Thumb Bild: Screenshot pbp

Am Montag startet die Herbstsammlung der Caritas. „Not versteckt sich“, das ist eine Erfahrung der Caritas. Wir begegnen der Not anderer nicht mehr so offen wie früher. Es gibt sie trotzdem und auch der Sozialstaat kann nicht alles regeln. Darüber spricht in der Predigt zum Caritassonntag, Caritasvorstand Diakon Konrad Niederländer, am 26. Sonntag im Jahreskreis.

Zur­zeit erle­ben wir eine enor­me Stei­ge­rung der Ener­gie­kos­ten, eine hohe Infla­ti­on und immer höhe­re Lebens­hal­tungs­kos­ten. Die Sche­re zwi­schen Arm und Reich geht noch wei­ter aus­ein­an­der. Die­se Kluft ist aber kei­ne neue Erschei­nung des 21. Jahr­hun­derts, das zei­gen uns die Lesungs­tex­te des kom­men­den Sonn­tags, den wir als Cari­tas-Sonn­tag begehen.

Schon im 8. Jahr­hun­dert vor Chris­tus klagt der Pro­phet Amos die Rei­chen der Ober­schicht Isra­els offen an. Er ermahnt die Selbst­si­che­ren auf ihren Bet­ten aus Elfen­bein, die sich bei der Fleisch­be­schaf­fung bedie­nen kön­nen, wie sie wol­len. Ihr Inter­es­se rich­tet sich auf das Fei­ern von Fes­ten und die Pfle­ge ihrer Kör­per. Einen Blick für die Not ande­rer ken­nen sie nicht.

Ähn­li­che Zustän­de beschreibt Jesus in sei­nem Gleich­nis: Drin­nen hin­ter der Tür ein Rei­cher, er fei­ert täg­lich rau­schen­de Fes­te. Drau­ßen ein Armer namens Laza­rus, er hun­gert und sehnt sich nach den Abfäl­len. Sein ein­zi­ger Trost sind die Hun­de, die an sei­nen offe­nen Geschwü­ren lecken. Nach sei­nem Tod wird er von den Engeln in Abra­hams Schoß getra­gen und der Rei­che lei­det in der Unter­welt qual­vol­le Schmer­zen, heißt es im Evangelium.

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Ist es ein Trost für die Armen die­ser Welt, dass es erst nach dem Tod einen gerech­ten Aus­gleich gibt? Haben nicht vor allem die Armen – aber auch wir alle – ein Recht auf ein lebens­wer­tes Leben vor dem Tod? Eine Ant­wort fin­den wir im Namen Laza­rus“; er heißt über­setzt: Gott hilft“!
Der Arme wird uns also als ein Mensch vor­ge­stellt, der ganz aus der Hoff­nung auf Gott lebt und des­sen Hoff­nung sich schließ­lich erfüllt: er wird getrös­tet und in Abra­hams Schoß – als Aus­druck für das Para­dies — getra­gen.

Wenn auch wir aus die­ser Hoff­nung leben, dann kann uns die Not des Ande­ren und die Not der Welt nicht gleich­gül­tig sein. Dann kön­nen wir uns nicht damit abfin­den, dass Men­schen buch­stäb­lich mit einem Leib vol­ler Geschwü­re leben müs­sen und ihren Hun­ger nicht ein­mal mit dem stil­len kön­nen, was vom Tisch der Rei­chen her­un­ter­fällt.
Not ver­steckt sich“, das ist eine Erfah­rung unse­rer Cari­tas. Wir begeg­nen der Not ande­rer nicht mehr so offen wie frü­her. Es gibt sie trotz­dem und auch der Sozi­al­staat kann nicht alles regeln.
Es gibt sie, die Kran­ken, die Ein­sa­men, die Behin­der­ten, Unter­drück­ten und Aus­ge­grenz­ten. Es gibt sie, die Kin­der, die auf­grund der sozia­len und finan­zi­el­len Situa­ti­on kei­nen Schul­ab­schluss oder kei­ne Aus­bil­dung machen kön­nen. Es gibt sie, die Frau­en und Män­ner, die auf der Flucht sind, die kei­ne Arbeit fin­den, die benach­tei­ligt und auf Hil­fe ange­wie­sen sind.

Ich dan­ke allen von Her­zen, die sich für die­se Men­schen enga­gie­ren, unse­ren ehren­amt­li­chen und haupt­amt­li­chen Mit­ar­bei­ten­den der Cari­tas und allen, die in die­sen Tagen und dar­über hin­aus durch ihr Gebet, Ihre Mit­hil­fe oder durch ihre Spen­de die Diens­te der Cari­tas unter­stüt­zen.

Gott hilft“- auch durch uns! Dann haben auch die Armen und Benach­tei­lig­ten ein lebens­wer­tes Leben vor dem Tod. Dann kön­nen sie durch uns spü­ren, dass wir die Bot­schaft des Evan­ge­li­ums ernst neh­men. Dann kön­nen auch wir gewiss sein, dass unse­re Zukunft nicht in der Unter­welt liegt, son­dern im Schoß Abra­hams. Dann kann der Name Laza­rus auch Trost und Zuver­sicht für unser eige­nes Leben sein.

Dia­kon Kon­rad Nie­der­län­der
Bischöf­lich Beauf­trag­ter Cari­tas Bis­tum Passau


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