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Soziales

Spatenstich bei der Caritas

Wolfgang-Christian Bayer am 17.04.2019

190416_News_Spatenstich_Caritas
Beim Spatenstich für den Neubau der Caritas-Werkstatt am Bahnhof (WaB) in Altötting v.li.n.r.: Landrat Erwin Schneider, Staatssekretär Stephan Mayer, der Landtagsabgeordnete Dr. Martin Huber, 2. Bürgermeister Wolfgang Sellner, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Bezirksrätin Gisela Kriegl, Caritasdirektor Michael Endres, Prälat Günther Mandl, Architekt Robert Maier, die Caritasaufsichtsräte Wolfgang Beier und Renate Braun, Lothar Müller, Vorsitzender Werkstattrat WaB, Astrid Wegerbauer, Caritas-Abteilungsleiterin Behindertenhilfe/Psychiatrie und Ludwig Haunolder, Leiter der Ruperti-Werkstätten

Künftige Werkstatt am Bahnhof in Altötting schafft 72 Arbeitsplätze. Diözesan-Caritasdirektor Michael Endres: "Inklusion für Menschen mit psychischer Behinderung."

Die Cari­tas schafft Arbeits­plät­ze für Men­schen mit see­li­scher Behin­de­rung. Am Diens­tag, 16. April, war Spa­ten­stich für die Werk­statt am Bahn­hof (WaB) in Alt­öt­ting. Die Ein­rich­tung, die zu den Ruper­ti Werk­stät­ten gehört, soll 72 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern sowie 15 in der Beglei­tung täti­gen Per­so­nen Platz bieten.

Cari­tas­vor­stand und Diö­ze­san-Cari­tas­di­rek­tor Micha­el End­res beton­te dabei: Man wol­le Men­schen in die Mit­te unse­rer Gesell­schaft holen, die ohne Hil­fe am Ran­de und abseits unse­rer Arbeits­ge­sell­schaft ste­hen“. Dem Cari­tas­ver­band für die Diö­ze­se Pas­sau e.V. als Trä­ger sei es ein gro­ßes Anlie­gen, Men­schen, die von einer see­li­schen Behin­de­rung oder einer psy­chi­schen Erkran­kung betrof­fen sind, ein Ange­bot zu machen“, um über eine beruf­li­che Beschäf­ti­gung in einer Werk­statt Teil der Gesell­schaft zu blei­ben. Der Spa­ten­stich in der Mit­te der Stadt am Bahn­hof set­ze ein kon­kre­tes Zei­chen für Inklu­si­on, unter­strich Cari­tas­di­rek­tor End­res vor Ver­tre­tern aus Poli­tik und Behör­den sowie am Bau betei­lig­ter Pla­ner und Fir­men den gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Auftrag.

Mit der neu­en Werk­statt, so der Cari­tas­vor­stand Micha­el End­res, ermög­li­che der Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band arbeits­tech­nisch und päd­ago­gisch maß­ge­schnei­der­te Hil­fen zur Reha­bi­li­ta­ti­on und Inte­gra­ti­on von Men­schen mit psy­chi­schen Beein­träch­ti­gun­gen und see­li­schen Behin­de­run­gen in das Arbeits­le­ben. Dies bei einem geplan­ten Bud­get von 4,7 Mil­lio­nen Euro. 

Auf rund 850 qm Arbeits­flä­chen in dem zwei­ge­schos­si­gen Neu­bau mit einer Gesamt­nutz­flä­che von rund 2300 qm ent­ste­hen ent­spre­chend den Eig­nun­gen der Mit­ar­bei­ten­den sowie den Anfor­de­run­gen an Platz und Sicher­heit neue Arbeits­plät­ze. Der Bedarf dafür ist hoch und steigt. Die ursprüng­lich 45 Plät­ze sind der­zeit bereits über­be­legt. In den letz­ten Jah­ren gab es, so der Lei­ter der Ruper­ti-Werk­stät­ten, Lud­wig Haunol­der, War­te­zei­ten von bis zu einem Jahr, obwohl die Auf­nah­me in die WfbM nach der Ent­las­sung aus einer Fach­kli­nik sofort not­wen­dig gewe­sen wäre. Für Men­schen mit psy­chi­scher Erkran­kung müss­ten zeit­nah Lösun­gen gefun­den wer­den, um ihnen einen gere­gel­ten Tages­ab­lauf, eine Auf­ga­be und Aner­ken­nung zu bie­ten. Ohne Arbeits­platz ver­schlech­te­re sich das Krank­heits­bild. Die Wie­der-ein­glie­de­rung in den Arbeits­markt wer­de zuneh­mend schwie­ri­ger. Umso mehr freut ihn jetzt der Start des Neu­baus. Die Fer­tig­stel­lung des ers­ten Bau­ab­schnit­tes und der Umzug sind für Früh­jahr 2020 geplant, die end­gül­ti­ge Fer­tig­stel­lung für den Herbst 2020.

Beim Spa­ten­stich ging Cari­tas­di­rek­tor Micha­el End­res auch dar­auf ein, dass die Belan­ge und Anlie­gen der Nach­bar­schaft trotz bau­recht­lich bereits fixer Pla­nun­gen auf­ge­nom­men wur­den. Man habe gemein­sam eine Lösung gesucht und gefun­den. Der Archi­tekt Robert Mai­er erläu­ter­te die funk­tio­na­le Bau­wei­se des schlan­ken zwei­ge­schos­si­gen Bau­kör­pers mit einem ein­ge­schos­si­gen kür­ze­ren nörd­li­chen An-bau­trakt. Das sei eine Lösung, die den Bedürf­nis­sen der Nut­zer als auch dem Schutz­in­ter­es­se der Anlie­ger gerecht werde.

In der Werk­statt am Bahn­hof, 1993 als Teil der Ruper­ti Werk­stät­ten und eine der ers­ten Ein­rich­tun­gen für psy­chisch belas­te­te Men­schen in Bay­ern gegrün­det, wird für regio­nal und inter­na­tio­nal täti­ge Fir­men kon­fek­tio­niert, ver­packt und mon­tiert. Arbeits­plät­ze wer­den im Bereich Elek­tro­mon­ta­ge, Laser­be­ar­bei­tung, Gra­vur, Braille­schrift, Metall und beim Arbei­ten mit voll­au­to­ma­ti­schem Cut­ter ange­bo­ten. Es ste­hen zudem Haus­wirt­schaft, Lager und Ver­wal­tung zur Ver­fü­gung. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen wer­den vom Sozi­al­päd­ago­gi­schen Dienst indi­vi­du­ell beglei­tet und gefördert.

Zukunfts­wei­sen­de Einrichtung!”

Josef Mederer, Bezirkstagspräsident von Oberbayern

Den Neu­bau haben Ver­tre­ter aus der Poli­tik aus­drück­lich gewür­digt. Ste­phan May­er, der par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär beim Bun­des­mi­nis­ter des Innern für Bau und Hei­mat, erklär­te, dass die Erfolgs­ge­schich­te der Cari­tas für Men­schen mit Behin­de­rung in Alt­öt­ting im Zen­trum fort­ge­schrie­ben wer­de. Er nut­ze den Anlass, um gene­rell dar­auf hin­zu­wei­sen, wie die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen sich der Belan­ge anneh­men wür­den. Er begrüß­te unter dem Bei­fall der Gäs­te nach­drück­lich die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes, dass Men­schen mit Behin­de­rung, für die eine recht­li­che Betreu­ung in allen Ange­le­gen­hei­ten ein­ge­setzt ist, bereits zur Euro­pa­wahl das Wahl­recht erhal­ten. Für den Staats­se­kre­tär zeig­te auch die Debat­te um die Zulas­sung von nicht­in­va­si­ven Prä­na­tal­tests (NIPT) als Regel­leis­tung der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und damit ver­bun­den die Fra­ge nach Hin­wei­sen auf Tri­so­mie 21, wie grund­sätz­lich sich die Poli­tik über Pro­ble­me von Men­schen mit Behin­de­rung über Par­tei­gren­zen hin­weg austausche.

Josef Mede­rer, der Bezirks­tags­prä­si­dent von Ober­bay­ern, sprach von einer Wei­chen­stel­lung für Men­schen mit Han­di­caps“ und einer zukunfts­wei­sen­den Ein­rich­tung“, die Teil­ha­be ermög­li­che. Die Lage im Zen­trum unter­strei­che dies. Für eine rich­tig ver­stan­de­ne Inklu­si­on, sei­en auch sol­che Werk­stät­ten für Men­schen mit Behin­de­rung nötig. Der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Mar­tin Huber, unter­strich die selbst-ver­ständ­li­che Teil­ha­be am gesell­schaft­li­chen Leben. Die neue Ein­rich­tung bie­te dafür eine Grund­fes­te im wahrs­ten Sinn des Wor­tes. Hier wür­den die betrof­fe­nen Men­schen erfah­ren, dass sie ein wert­vol­ler und wert­schöp­fen­der Teil der Gesell­schaft sind, sag­te der frü­he­re Zivil­dienst­leis­ten­de in den Ruper­ti-Werk­stät­ten. Land­rat Erwin Schnei­der beton­te die drin­gend nöti­ge Auf­sto­ckung der Plät­ze. Die Ein-rich­tung sei eine gro­ße Hil­fe für die Betrof­fe­nen. Mit Blick auf die Pla­nungs­pha­se dank­te er der Cari­tas dafür, die Anlie­gen der Nach­barn ein­be­zo­gen zu haben. 

Für Wolf­gang Sell­ner, den 2. Bür­ger­meis­ter der Stadt Alt­öt­ting, ist der Neu­bau ein wei­te­res Bei­spiel dafür, wie die Cari­tas für die Men­schen baue. Am Bahn­hof ent­ste­he mit der Werk­statt eine Hei­mat für Men­schen mit Handicap. 

Der Wall­fahrts­rek­tor und Stadt­pfar­rer, Prä­lat Gün­ther Mandl, wür­dig­te den Platz, den Men­schen mit Han­di­cap in Alt­öt­ting, dem Her­zen Bay­erns“, hät­ten. Mit vie­len Ein­rich­tun­gen sei die Cari­tas für sie da. Er erbat Got­tes Segen für das Gelin­gen der Bauarbeiten.

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Beim Spatenstich für den Neubau der Caritas-Werkstatt am Bahnhof (WaB) in Altötting v.li.n.r.: Landrat Erwin Schneider, Staatssekretär Stephan Mayer, der Landtagsabgeordnete Dr. Martin Huber, 2. Bürgermeister Wolfgang Sellner, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Bezirksrätin Gisela Kriegl, Caritasdirektor Michael Endres, Prälat Günther Mandl, Architekt Robert Maier, die Caritasaufsichtsräte Wolfgang Beier und Renate Braun, Lothar Müller, Vorsitzender Werkstattrat WaB, Astrid Wegerbauer, Caritas-Abteilungsleiterin Behindertenhilfe/Psychiatrie und Ludwig Haunolder, Leiter der Ruperti-Werkstätten