2019 Umwelt Kircliches Umweltmanagement

Kirchliches Umweltmanagement

Kirchliches Umweltmanagement bedeutet innerhalb der Kirche glaubwürdig, nachhaltig und wirtschaftlich zu leben und zu handeln. So wie es auch Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato si von uns Christen fordert.

Als Kir­che müs­sen wir uns dar­an mes­sen las­sen was wir sel­ber tun.”

Es brauch also eine inner­kirch­li­che Kon­se­quenz um auf die Zei­chen der Zeit zu ant­wor­ten. Die­se Zei­chen sind momen­tan eher nega­tiv belegt und äußern sich in gesell­schaft­li­chen Kri­sen, unglei­cher Ver­tei­lung und pro­ble­ma­ti­schen Umweltentwicklungen.

Papst Fran­zis­kus beschreibt die Zusam­men­hän­ge wie folgt: “… Es gibt eine wirk­li­che öko­lo­gi­sche Schuld – beson­ders zwi­schen dem Nor­den und dem Süden – im Zusam­men­hang mit Ungleich­ge­wich­ten im Han­del […] und mit dem im Lau­fe der Geschich­te von eini­gen Län­dern prak­ti­zier­ten unpro­por­tio­nier­ten Ver­brauch der natür­li­chen Ressourcen.(51)”

Aus die­sem Grund for­dert er ein Umden­ken bei jedem Ein­zel­nen: Es geht schlicht dar­um, den Fort­schritt neu zu defi­nie­ren. Eine tech­no­lo­gi­sche und wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, die nicht eine bes­se­re Welt und eine im Gan­zen höhe­re Lebens­qua­li­tät hin­ter­lässt, kann nicht als Fort­schritt betrach­tet wer­den. (194)”

Und gibt Hoff­nung: Die Mensch­heit besitzt noch die Fähig­keit zusam­men­zu­ar­bei­ten, um unser gemein­sa­mes Haus auf­zu­bau­en. (13)”

Eine Antwort auf die „Zeichen der Zeit“ ist das Kirchliche Umweltmanagement

Umwelt­ma­nage­ment ist jedoch kei­ne kirch­li­che Erfin­dung, son­dern ist eigent­lich aus der Wirt­schafs­welt über­nom­men. Kirch­li­ches Umwelt­ma­nage­ment ori­en­tiert sich an der euro­päi­schen Öko-Audit-Ver­ord­nung EMAS (Eco-Manage­ment und Audit-Sche­me) und an den Vor­ga­ben der inter­na­tio­na­len Norm DIN RN ISO 14001 ff. 

Der Grü­ne Gockel“ (wie wir das Manage­ment inner­kirch­lich nen­nen) ent­spricht also voll natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Nor­men. Wer den Grü­nen Gockel erwirbt (ganz gleich ob Pfar­rei, Bil­dungs­haus oder kirch­li­che Ein­rich­tung) ver­pflich­tet sich, die Umwelt­leis­tun­gen über das gesetz­li­che Maß hin­aus zu ver­bes­sern und kon­ti­nu­ier­lich zu opti­mie­ren. Unter Ein­be­zie­hung aller Betei­lig­ten und der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit sei­ner Umwelt – so wie es auch der Gockel im ech­ten Leben macht – weist er auf Miss­stän­de hin und ermög­licht so eine nach­hal­ti­ge Verbesserung.

Papst Fran­zis­kus gibt auch hier kla­re und kon­struk­ti­ve Hand­lungs­emp­feh­lun­gen: Dar­um ist es drin­gend gebo­ten, poli­ti­sche Pro­gram­me zu ent­wi­ckeln, um in den kom­men­den Jah­ren den Aus­stoß von Koh­len­di­oxid und ande­ren stark ver­un­rei­ni­gen­den Gasen dras­tisch zu redu­zie­ren, zum Bei­spiel indem man die Ver­bren­nung von fos­si­len Kraft­stof­fen ersetzt und Quel­len erneu­er­ba­rer Ener­gie ent­wi­ckelt. (26)”

Die Felder für nachhaltiges kirchliches Handeln sind breit gestreut und nicht nur auf technische Innovationen beschränkt

  • Lit­ur­gie, Ver­kün­di­gung und geist­li­ches Leben 
  • Bil­dung
  • Dia­ko­ni­sches Handeln 
  • Umgang mit kirch­li­chem Grundeigentum 
  • Bau­en und Renovieren
  • Nut­zung von Roh­stof­fen und Energie 
  • Ein­kau­fen und Beschaffen 
  • Abfall, Emis­sio­nen, Abwasser 
  • Mobi­li­tät
  • Umgang mit Geldanlagen 
  • Mit­ar­bei­ten­de
  • Schöp­fungs­ver­ant­wor­tung in Poli­tik und Gesellschaft 

Ausbildungskurse Kirchlicher Umweltauditor

Im Aus­bil­dungs­kurs zum Kirch­li­chen Umwelt­au­di­tor im Bis­tum Pas­sau erler­nen Sie in vier Modu­len die Fähig­keit um ein Umwelt­ma­nage­ment­sys­tem auf­bau­en und pro­fes­sio­nell betreu­en zu kön­nen. Schritt­wei­se wird so eine sys­te­ma­ti­sche Vor­ge­hens­wei­se erlernt, die es den Refe­ra­ten, Pfar­rei­en und ande­ren kirch­li­chen Insti­tu­tio­nen ermög­licht ihre Umwelt­leis­tun­gen in allen bedeut­sa­men Berei­chen zu ver­bes­sern. Betrach­tet wer­den sowohl alle umwelt­re­le­van­ten Kos­ten für Hei­zungs­en­er­gie, Strom, Was­ser, Abfall und Beschaf­fung als auch die dazu­ge­hö­ri­gen recht­li­chen Vorschriften.

Am Ende der Aus­bil­dung sind die Kurs­teil­neh­me­rin­nen und Kurs­teil­neh­mer befä­higt, Manage­ment­sys­te­me nach EMAS, bzw. Grü­ner Gockel zu beglei­ten und einzuführen. 

Die Aus­bil­dung wird getra­gen vom Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Umwelt und Gesund­heit in Zusam­men­ar­beit mit den baye­ri­schen Bis­tü­mern. In Pas­sau wird die Aus­bil­dung durch­ge­führt und beglei­tet von der Katho­li­scher Erwach­se­nen­bil­dung und dem diö­ze­sa­nen Umweltbeauftragten.

Anfra­gen kön­nen Sie jeder­zeit an das Umwelt­re­fe­rat richten.

Das "Kirchliche" am Kirchlichen Umweltmanagement

Das beschreibt Pfar­rer Klaus Brey­er, ehe­ma­li­ger Pro­jekt­lei­ter Kirch­li­ches Umwelt­ma­nage­ment — Grü­ner Hahn” wie folgt:

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Wir helfen Ihnen gerne.

Josef Holzbauer

Josef Holzbauer

Umweltreferent