2019 Umwelt Laudato Si Intro

Laudato si

Die Schöpfung bewahren und weltweiter sozialer Ungerechtigkeit begegnen – in seinem Schreiben Laudato si hat Papst Franziskus dies in aller Klarheit als originäre Aufgaben von Kirche beschrieben.

Doch wie lässt sich die­se Auf­ga­be hier bei uns im Bis­tum Pas­sau bewäl­ti­gen? Mit die­ser Fra­ge beschäf­tigt sich die Arbeits­grup­pe Lau­da­to si”. Sie ist im Bis­tum Pas­sau dafür ver­ant­wort­lich kon­kre­te Vor­schlä­ge, für die prak­ti­sche Umset­zung der gleich­na­mi­gen Enyzkli­ka von Papst Fran­zis­kus, zu erstellen.

Netzwerk Umweltarbeit in der Pfarrei

Bereits 1996 wur­den die Öko­lo­gi­schen Leit­li­ni­en für die Diö­ze­se Pas­sau erlas­sen und 2008 aktua­li­siert. Es ist ein öko­lo­gi­sches Gesamt­kon­zept, in dem Lebens- und Hand­lungs­si­tua­tio­nen der Kir­che unter christ­li­cher Mit­ver­ant­wor­tung für die Schöp­fung dar­ge­stellt sind.

Der­zeit macht sich die Diö­ze­se Pas­sau dar­an, im Zuge der neu instal­lier­ten Arbeits­grup­pe Lau­da­to si, eine Bestands­auf­nah­me auf dem Hin­ter­grund der öko­lo­gi­schen Leit­li­ni­en, der Prin­zi­pi­en der Gemein­wohl­öko­no­mie und der Aus­sa­gen der Enzy­kli­ka Lau­da­to si durch­zu­füh­ren. Ziel ist die Ein­füh­rung eines Gemein­wohl­ori­en­tier­ten kirch­li­chen Umwelt­ma­nage­ments im Bis­tum Passau”.

Bistum Passau macht Nägel mit Köpfen

Nicht nur reden, son­dern han­deln: Die­sen Vor­satz hat sich das Bis­tum Pas­sau in Sachen Umwelt auf die Fah­nen geschrie­ben. Zwei Jah­re hat die Arbeits­grup­pe Lau­da­to si Bestands­auf­nah­me gemacht. Nun ist die Umwelt-AG des Bis­tums auf der Ziel­ge­ra­den: Bei einem Tref­fen am 5. Juli wer­den die kon­kre­ten Vor­schlä­ge auf den Tisch gelegt. Und dann wird bei jedem ein­zel­nen ent­schie­den, ob und wie er umge­setzt wer­den kann. Bei einem Vor­ge­spräch von Umwelt­re­fe­rent Josef Holz­bau­er mit Gene­ral­vi­kar Dr. Klaus Metzl, dem Lei­ter der Arbeits­grup­pe, wur­de sofort klar: Das Bis­tum will in Sachen Schöp­fungs­ver­ant­wor­tung Nägel mit Köp­fen machen.

Arbeitsgruppe Laudate si unter der Leitung des Generalvikar Dr. Klaus Metzl

  • Diö­ze­san­bau­meis­ter Jochen Jarzombek
  • Umwelt­be­auf­trag­ter Josef Holzbauer
  • Vor­sit­zen­de des SA Berufs- und Arbeits­welt Ange­li­ka Görmiller
  • Vor­sit­zen­der des SA Schöp­fung und Umwelt Her­bert Schwoshuber
  • Geschäfts­füh­re­rin des KDFB Kath­rin Plechinger
  • Finanz­di­rek­tor Dr. Josef Sonnleitner
  • Vor­sit­zen­de des BDKJ Maria Schmid
  • Geschäfts­füh­rer des Diö­ze­san­ra­tes Peter Oberleitner
  • Ver­tre­te­rin des Diö­ze­sanca­ri­tas­ver­ban­des Ingrid Aldozó-Entholzner
  • Ver­tre­ter des Diö­ze­san­steu­er­aus­schus­ses Hel­mut Wurm
  • Lei­te­rin Pres­se­stel­le Moni­ka Zieringer

Lau­da­to si, mi Signo­re – Gelobt seist du, mein Herr, sang der hei­li­ge Fran­zis­kus von Assi­si. In die­sem schö­nen Lob­ge­sang erin­ner­te er uns dar­an, dass unser gemein­sa­mes Haus wie eine Schwes­ter ist, mit der wir das Leben tei­len, und wie eine schö­ne Mut­ter, die uns in ihre Arme schließt“. Mit die­sen Wor­ten beginnt Papst Fran­zis­kus sei­ne Umwelt-Enzy­kli­ka Lau­da­to si“. Und der Hei­li­ge Vater fügt hin­zu: Die­se Schwes­ter schreit auf wegen des Scha­dens, den wir ihr auf­grund des unver­ant­wort­li­chen Gebrauchs und des Miss­brauchs der Güter zufü­gen, die Gott in sie hin­ein­ge­legt hat.“

Die Schreie der Natur hören und Schöp­fungs­ver­ant­wor­tung über­neh­men – das will auch das Bis­tum Pas­sau künf­tig noch stär­ker als bis­her. Bereits vor zwei Jah­ren wur­de auf­grund zwei­er Anträ­ge des Diö­ze­san­ra­tes die Umwelt-AG“ Lau­da­to si ins Leben geru­fen. Und die­se Arbeits­grup­pe hat nach inten­si­ver Bestands­auf­nah­me nun etli­che Zie­le und Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung formuliert.

2019 Bistum Pfarreien Umwelt Laudatosi

Josef Holz­bau­er, Umwelt­re­fe­rent des Bis­tums, bil­det zusam­men mit Ange­li­ka Gör­mil­ler und Peter Ober­leit­ner die Steue­rungs­grup­pe der Umwelt-AG. Dazu kom­men Fach­leu­te aus den Kate­go­ri­en Lit­ur­gie und Ver­kün­di­gung, Bil­dung, Bau­en und Ener­gie, Bewirt­schaf­tung kirch­li­cher Häu­ser und Ein­rich­tun­gen, kirch­li­che Grund­stü­cke, Büro und Beschaf­fung sowie Ver­kehr und Mobi­li­tät. In die­sen Ein­zelab­tei­lun­gen hat man sich laut Josef Holz­bau­er gefragt: Was wird bereits getan im Sinn unse­rer öko­lo­gi­schen Leit­li­ni­en, im Sin­ne der Gemein­wohl­öko­no­mie und was wird getan im Sin­ne der Enzy­kli­ka Lau­da­to si?“

Der Umwelt­re­fe­rent zum Sta­tus Quo im Bis­tum: In man­chen Berei­chen, wie zum Bei­spiel bei der schöp­fungs­ori­en­tier­ten Wald­be­wirt­schaf­tung und mit dem Bio­holz-Kon­zept, sind wir schon jetzt ganz vor­ne dran. Nach­hol­be­darf gibt es noch im Bereich kirch­li­cher Beschaf­fung – ange­fan­gen vom Recy­cling­pa­pier bis hin zu Ein­kauf jeg­li­cher Art, natür­lich auch in den Pfar­rei­en, zum Bei­spiel bei Pfarr­fes­ten. Bezieht man die Lebens­mit­tel aus der Regi­on?“ Ent­schei­den­der Tag ist nun der 5. Juli. Da wer­den die Vor­schlä­ge aus der Arbeits­grup­pe Umwelt abge­stimmt, so Josef Holz­bau­er: Wel­che die­ser Zie­le wol­len wir umset­zen? Wo gehen wir zuerst dran?“

Gene­ral­vi­kar Dr. Klaus Metzl, der Chef der Arbeits­grup­pe Umwelt, beton­te: Natür­lich star­ten wir mit der AG Lau­da­to si nun nicht bei Null, wir haben bereits vor Jah­ren öko­lo­gi­sche Leit­li­ni­en ver­ab­schie­det. Da sind wir gut unter­wegs. Bei Pfarr­hof- oder sons­ti­gen Reno­vie­run­gen zum Bei­spiel gehört eine ener­ge­ti­sche Ertüch­ti­gung mit dazu. Bei­spie­le sind auch die Umstel­lung auf rege­ne­ra­ti­ve Ener­gi­en. In der Ver­wal­tung wer­den wir immer mehr vom Papier weg­kom­men. Und selbst­ver­ständ­lich prak­ti­zie­ren alle unse­re Bil­dungs­häu­ser für die Küche einen regio­na­len Ein­kauf. Die Enzy­kli­ka Lau­da­to si von Papst Fran­zis­kus war nun jedoch zusätz­lich ein Schwung-Geber, um die Sor­ge für die Umwelt noch­mal zu verstärken.“

Dem Gene­ral­vi­kar liegt Lau­da­to si“ ohne­hin per­sön­lich am Her­zen: Weil ich sel­ber ein Gart­ler bin, weil ich gern in der Natur unter­wegs bin und wenn ich aus dem Büro kom­me, dann gibt‘s nichts Schö­ne­res als einen blü­hen­den Gar­ten – die schö­ne Schöp­fung, wie wir sie von Gott anver­traut bekom­men haben!“

Klar ist: Um Umwelt­schutz im Bis­tum noch kon­se­quen­ter umset­zen zu kön­nen, muss man zunächst auch Geld in die Hand neh­men. Dr. Klaus Metzl ließ kei­nen Zwei­fel dar­an: Wir wis­sen ganz genau, da müs­sen wir auch inves­tie­ren! Das eine oder ande­re wird sich dann aber auch mit­tel- oder lang­fris­tig bezahlt machen – zum Bei­spiel bei der Umstel­lung von Heizungen.“

Eine Grat­wan­de­rung. Deut­lich wur­de jedoch bereits beim Gespräch des Umwelt­re­fe­ren­ten mit dem Gene­ral­vi­kar: Wenn es um die Schöp­fungs­ver­ant­wor­tung – ver­bun­den mit der sozia­len Ver­ant­wor­tung – geht, zie­hen die Fach­leu­te und Ver­ant­wort­li­chen ganz klar an einem Strang!