Streiflichter durch die Geschichte des Bistums


    Katholische Kirche von Passau. Das ist eine Glaubensgemeinschaft, bunt und vielfältig, schöpferisch und aktiv, biblisch gesagt, Volk Gottes unterwegs. Die Christen in unserem Landstrich leben weltoffen und traditionsbewusst, menschenfreundlich und bodenständig. Lebendig im festen Bewusstsein, dass der Geist Gottes sie leitet und begleitet. Ihren Auftrag versucht die Kirche seit altersher in drei Feldern zu erfüllen: Martyria = Glaubensverkündigung, Liturgia = Gottesdienst, Diakonia = Dienst am Menschen. So vollzieht sich kirchliches Leben, verkündigend, feiernd, helfend, unterwegs mit den Menschen, für die Menschen, auf dem Weg zu Gott hin.

    Schon Jahrhunderte vor der eigentlichen Gründung des Bistums beginnt die Geschichte des Christentums im Land an der Donau. Bereits um 300 bekannten sich römische Bewohner zum Glauben. Dafür stehen der heilige Florian, der Wanderbischof Valentin und der heilige Severin, der als Staatsmann und religiöser Führer der durch Germanen bedrängten Bevölkerung zu Hilfe kommt. Bonifatius gründete 739 das Bistum Passau.

    Weit hinab nach Ungarn entwickelte die Passauer Kirche ihr Leben und durfte sich einst mit 42000 km² als das flächenmäßig größte Bistum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation fühlen. Im Lauf der Zeit entstanden dann aber die Bistümer Wien und Wiener Neustadt, Linz und St. Pölten. Das Bistum Passau verlor sechs Siebtel seines früheren Gebietes. Die Säkularisation 1803 beendete die weltliche Herrschaft der Passauer Bischöfe.

    Mit Bischof Karl Josef v. Riccabona begann der seelsorgerliche Wiederaufbau. Durch eine schwere und bewegte Zeit, von 1936 - 1968, führte Bischof Simon Konrad Landersdorfer, ein Benediktiner, das Bistum. Mit seinem Nachfolger, Dr. Antonius Hofmann, kam seit längerem wieder ein Passauer Diözesanpriester auf den Bischofsstuhl. 1984 übergab Bischof Hofmann das Bistum an den damaligen Bischofskoadjutor, Dr. Franz Xaver Eder. Bischof Eder war der 83. Oberhirte des Bistums. Seit Februar 2002 war Wilhelm Schraml 84. Bischof von Passau. Bischof em. Wilhelm Schraml wurde im  November 2013 vom Bistum Passau nach Annahme des Rücktrittsgesuches durch Papst Franziskus  verabschiedet. In der Zeit der Sedisvakanz leitete der Diözesanadministrator Prälat Dr. Klaus Metzl die Diözese. Am 24.5. 2014 wurde Dr. Stefan Oster,  ein Salesianer Don Boscos,  zum 85. Bischof von Passau im Stephansdom zum neuen Bischof geweiht.

    Heute zählt die Diözese zu den kleineren Bistümern in Deutschland. Rund eine halbe Million Katholiken bilden in dem Gebiet vom Wallfahrtsort Altötting über das niederbayerische Hügelland bis hinein in den Bayerischen Wald, eine relativ geschlossene katholische Bevölkerung. Zugleich wird aber der Austausch mit den evangelischen Christen großgeschrieben. So entstand in Bad Griesbach das erste ökumenische Kirchenzentrum in Bayern.

    Mit dem Aufbruch in Osteuropa hat sich ein reger Kontakt zur Nachbardiözese Budweis entfaltet. Enge Verbindungen bestehen hinunter nach Ungarn, zur Diözese Veszprem. Die weltumspannende Einheit der Kirche ist fest im Bewusstsein der Katholiken. Seit langem wirken Missionare und Schwestern aus dem Bistum Passau in aller Welt, ein Seelsorgsteam etwa in Brasilien.

    Das Bistum Passau schaut seit seiner Errichtung auf eine mehr als 1250jährige Geschichte zurück und im Blick auf die Christen, die hier leben, darf man zuversichtlich sein, dass die Kirche von Passau jung und kraftvoll genug ist, um auch im anbrechenden 3. Jahrtausend den Menschen aus dem Glauben heraus wirksam zu dienen.