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Finanzen


 

 Plan-Gewinn- und Verlustrechnung 2017

 

 Die Diözese Passau legt für das laufende Jahr eine ausgeglichene Planrechnung vor und rechnet mit einem Bilanzgewinn von 0 Euro. Es ist die zweite Plan-Gewinn- und Verlustrechnung, die die Diözese seit der Umstellung von der Kameralistik auf den Standard des Handelsgesetzbuches (HGB), veröffentlicht.

„Strukturell gibt es bei den beiden Plan-Gewinn- und Verlustrechnungen markante Unterschiede, so dass beide nicht direkt miteinander verglichen werden können“, betont Finanzdirektor Dr. Josef Sonnleitner. Bei der Erstellung des Jahresabschlusses 2015 nach HGB-Standard mussten wir andere Zuordnungen vornehmen. Für 2017 rechnet die Diözese mit betrieblichen Erträgen von rund 120 Millionen Euro, davon machen die Einnahmen aus Kirchensteuer rund 95 Millionen Euro aus. „Den Gesamteinnahmen stehen betriebliche Aufwendungen in Höhe von rund 137 Millionen Euro gegenüber“, so Sonnleitner. Daraus ergibt sich ein negatives Betriebsergebnis von rund 17 Millionen Euro, das unter anderem durch Entnahmen aus Rücklagen ausgeglichen wird. „Zu diesem negativen Ergebnis kommt es nicht etwa durch eine schwierige wirtschaftliche Lage, sondern lediglich dadurch, dass eine sehr große Zahl an Bauprojekten nach der Umstellung auf HGB-Standard erst in diesem Jahr erfolgswirksam abgebildet wird“, erklärt Sonnleitner. Natürlich habe man die Bauprojekte „bereits in der alten Systematik berücksichtigt und auch Rücklagen dafür gebildet. Die Projekte konnten bis dato lediglich noch nicht abgearbeitet werden“, so Sonnleitner. Die Diözese plane insgesamt mit geringeren Erträgen als in den Vorjahren, weil „wir uns darauf einstellen, dass gerade die Kircheneinkommensteuer rückläufig sein wird. Das macht sich jetzt schon bemerkbar, auch wenn die Einnahmen aus Kirchenlohnsteuer noch steigen. In diesem Jahr nehmen wir erstmals wahr, dass die betrieblichen Aufwendungen nicht durch die betrieblichen Erträge gedeckt werden können. Auch ohne den außerordentlichen Bauhaushalt.“ Der Finanzdirektor betont allerdings, dass die Plan-Gewinn und Verlustrechnung 2017 „sorgsam und konservativ kalkuliert worden ist“.

 

 

 

 

Bauhaushalt auf hohem Niveau mit mehr als 250 Projekten

Der Bauhaushalt umfasst mehr als 250 Projekte. Dazu gehören ca. 180 Baumaßnahmen, die Kirchenstiftungen betreffen sowie Baumaßnahmen an Pfarrhöfen und Pfarrheimen. Mit ca. 21 Millionen Euro ist der Bauhaushalt knapp doppelt so hoch wie im Vorjahr. Zu den 21 Millionen Euro kommen Bauzuschüsse an Ordensgemeinschaften und Dritte in Höhe von gut drei Millionen Euro. Zu Buche schlägt unter anderem der Start des nächsten Bauabschnitts der Innenrenovierung der Pfarrkirche in Aldersbach mit geplanten Baukosten in Höhe von rund 600.000 Euro. „Wir rechnen heuer auch mit der Abrechnung der Renovierung der ehemaligen Klosterkirche Asbach in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro. Die Gelder sind bereits verbaut, aber eben noch nicht in Rechnung gestellt und werden dadurch erst in diesem Jahr nach HGB-Standard sichtbar“, so Sonnleitner. Ebenso verhält es sich z.B. mit der Renovierung der Pfarrkirche in Ludwigsthal im Bayerischen Wald, die ebenfalls bereits abgeschlossen ist. Die Kosten für diesen Bauabschnitt belaufen sich auf 280.000 Euro. Die Renovierung der Pfarrkirche in Oberkreuzberg im Bayerischen Wald beläuft sich auf knapp 480.000 Euro. Die hohe Zahl der Maßnahmen lasse sich auch mit einer geänderten Arbeitsweise im Baureferat der Diözese bewältigen, so Sonnleitner. „Wir führen mit Hilfe externer Dienstleister in der Fläche Bestandsuntersuchungen durch, erstellen ein Konzept und bereiten die Ausschreibungsunterlagen vor, so dass die Fülle an Maßnahmen in der Fläche der Diözese zu bewältigen ist“. Für so genannte Vorprojekte werden bereits kleinere Summen in Höhe von rund 20 bis 30.000 Euro eingeplant und in der diesjährigen Plan-Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet. „Wir konzentrieren uns in Sachen Bauhaushalt besonders auf den Erhalt der Pfarrkirchen und hinterfragen gerade bei Filial- und Nebenkirchen die Finanzierbarkeit, auch wenn dies aus bautechnischen Gründen und im Hinblick auf den Denkmalschutz wünschenswert wäre“, so Sonnleitner. „Aus diesem Grund stellt der Gesamtbauhaushalt in 2017 in seiner Höhe auch eine Ausnahme dar“ betont der Finanzdirektor.

Die vorgelegte und vom Diözesansteuerausschuss genehmigte Plan-Gewinn- und Verlustrechnung 2017 ist so ausgelegt, dass für unvorhergesehene Ereignisse eine Reserve eingeplant ist, erklärt Finanzdirektor Sonnleitner. Die letzten Jahre hätten mehrfach gezeigt, dass Finanzmittel für schnelle Hilfeleistungen, wie z.B. beim Hochwasser 2016, vorgehalten werden müssen. „Dafür sind knapp vier Millionen Euro eingestellt“, so Sonnleitner. Die letztjährige Deckungsreserve in Höhe von rund 3,0 Millionen Euro wurde in voller Höhe für Hochwasseropfer zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Die Zahlen im Überblick

Für 2017 legt die Diözese eine Plan-Gewinn und Verlustrechnung vor. Hier die Zahlen im Überblick:

Insgesamt erhalten wir von den Kirchensteuerzahlern 95,4 Mio. Euro (79,3 % der betrieblichen Erträge). Vergütungen für Leistungen, welche die Kirche für den Staat erbringt, erwartet das Bistum in Höhe von knapp 10 Mio. Euro (8,3 %). Weitere 12,7 Mio. Euro (10,6 %) sind Pfründe, Miet-, und sonstige Erträge bzw. Umsatzerlöse der Bildungshäuser, des Bistumsblattes und des Domladens.
Dazu kommt der Zuschuss finanzstärkerer Bistümer in Höhe von 2,2 Mio. Euro (1,8 %), der strukturelle und regionale Unterschiede ausgleichen soll. Der gesamte Betriebsertrag beläuft sich auf 120,3 Mio. Euro.

Die betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 137 Mio. entfallen auf die zentralen Bereiche Seelsorge 53,0 Mio. Euro (38,7 %), soziale Dienste 9,3 Mio. Euro (6,8 %) und kategoriale Seelsorge – wie Jugendarbeit, Familienpastoral oder Krisenseelsorge – 12,7 Mio. Euro (9,3 %). In den Bereich Schule, Bildung und Kunst fließen 19,6 Mio. Euro (14,3 %). Weltkirchliche und überdiözesane Projekte unterstützen wir mit 5,1 Mio. Euro (3,7 %). 18,7 Mio. Euro (13,6 %) wendet die Diözese für alle zentralen Einrichtungen auf. Für den Unterhalt zentraler Stiftungsgebäude sowie sonstiger wesentlicher Verpflichtungen der Diözese und eine ausreichende Deckungsreserve sind insgesamt 18,6 Mio. Euro (13,6 %) veranschlagt.

>>>>Hier die genauen Zahlen im Überblick

 

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